Berlin, Berlin! – Jahrestagung der Sportsoziologen

berlin(Foto von mir)

 

Nach der European Sports Management Conference in Malmö gab es nur zwei Tage Ruhe, dann ging es am 11. September gleich weiter nach Berlin, zur Jahrestagung der Sektion Sportsoziologie der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, die zum Thema „Gesellschaftliche Funktionen der Sportvereine und Sportverbände“ ausgerichtet wurde. Vom 12. bis zum 14. September ging dann um Themen wie Inklusion in Sportverbänden und Sportvereinen, ehrenamtliches Engagement, oder die lokale Zivilgesellschaft im Bereich des Sports.

Mein Vortrag trug den Titel „Sportvereine unter Druck – Das Zusammenspiel von Sportvereinen und externen Akteuren im Mikrokosmos Kleinstadt“. Ich habe mich mit den Herausforderungen beschäftigt, denen Sportvereine in kleinen Städten gegenüberstehen, und wie diese im Zusammenspiel mit anderen Akteuren in der Stadt entstehen oder sogar gelöst werden. Solche anderen Akteure waren in meiner Studie die Kommunalpolitik, die vermeintliche Konkurrenz im Sportbereich, die Dachverbände, und, wie sollte es bei Forschung von mir anders sein, die Lokalpresse. Ich habe durch die Betrachtung eines „Mikrokosmos“ in Norddeutschland herausgefunden, dass viele der von den Akteuren genannten Herausforderungen und Probleme nicht auf strikten Regeln, sondern auf mangelhafter bzw. gestörter Kommunikation beruhten. So ist es wohl in der Kleinstadt – es gibt nur wenig Geld zu verteilen, und die Sportvereine sind nicht die einzigen in der Stadt, die es benötigen. Aber, und das ist wichtig zu sagen, der Sportverein in meiner Studie ruht sich nicht aus, sondern plant aktiv für die Zukunft, um seinen gesellschaftlichen Aufgaben auch weiterhin gerecht zu werden.

Das Thema an sich mag jetzt erstmal merkwürdig klingen – denn es ist weder kommunikationswissenschaftlich, noch politikwissenschaftlich angelegt. Das stimmt, aber ich kann meine beiden Disziplinen mit der Sportwissenschaft verbinden, gerade bei so einem Thema wie dem eben vorgestellten, sodass am Ende doch ein passender Schuh draus wird. Darüber hinaus habe ich mir gerne angesehen, mit welchen Mitteln und Methoden die Sportsoziologie arbeitet (die übrigens tatsächlich nicht bei den Soziologen, sondern bei den Sportwissenschaftlern angesiedelt ist). Diese sind der Politikwissenschaft nicht unähnlich, auch, wenn sich die Forschungsfragen und das Forschungsinteresse voneinander unterscheiden.

Auch bei dieser Konferenz lässt sich sagen, dass ich viel mitgenommen habe – auch, weil hier die Praxis mit vertreten war, wie ich es von kommunikationswissenschaftlichen Tagungen nicht kenne. Das heißt, Vertreter der Sport-Dachverbände waren auch anwesend, und einige haben auch Vorträge gehalten. Das zeigt mir, dass eine Verzahnung von Wissenschaft und Praxis nicht nur möglich ist, sondern auch dringend geboten – das wäre etwas, worüber man in meinen „Heimatfächern“ durchaus drüber nachdenken könnte.

Das war allerdings noch nicht die letzte Konferenz im September, und mit dem Sport soll es das auch noch nicht gewesen sein – am 26. September geht es los nach Salzburg, zur 1. Jahrestagung der Fachgruppe Mediensport und Sportkommunikation in der DGPuK. Eigentlich ist es schon die vierte Tagung der Gruppe, aber nun wurde sie von einer „Ad-Hoc-Gruppe“ zur „Fachgruppe“ befördert, und das muss dann doppelt gefeiert werden. Ich freue mich auf Salzburg!

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Welcome to Zlatan’s home – European Sports Management Conference 2018 in Malmö

easm2018(That’s me!)

 

Presentations, discussion, and drinks – this is (or almost was) my September. Conference season is the best time of the year, and from September 5th to 8th I found my way to Malmö, Sweden, to attend the European Sports Management Conference, lovingly called “EASM” (which sounds a lot like ‘Eeee-sum’). This was my first time attending a conference with solely sports management folks, for whom the effects of the media only play a small role in their overall discipline.

Anyway, I’ve heard many interesting talks, and also gave my own, called “The Footy Girls of Tumblr – How Women Communicate in the Online Football Fandom. Insights from The US, The UK, and Germany”. I talked about how the social network platform Tumblr is a “safe space” for young female football fans [to my American friends: of course, I’m talking about real football], who talk among themselves, without men or boys interfering. “Interfering” sounds harsh, but as research found, the discourse of sports being a male domain is replicated online, and women find themselves marginalised in it (see what Hardin, Zhong and Corrigan 2011 have to say). So, Tumblr is a space to live the football fandom in more than one way, e.g. by liveblogging during matches, by creating art featuring football players and team, or by discussing information that the media picks up on late or never. Of course, the Tumblr football fandom also has its challenges, like over the top rivalries between teams and their fans, but, all in all, it has proven to be a valuable place to hang out for my interviewees. Oh, and I had to change my subtitle – in the end, I interviewed Tumblr users from ten countries, and not three… I’m happy that my presentation was received well, and that I could show people that there is indeed a very active female football fandom – it simply likes to stay out of the spotlight.

As the conference was quite big, with almost 500 attendees, I heard so many different talks that’s it’s hard to remember them all. Especially since the management people are quite efficient – there was scheduled time between individual presentations in a session to switch rooms! I’ve never seen this before, as I am only familiar with the ‘you choose your session, you stick with all presentations in it’ rule. So, I moved quite often between presentations, meaning I could this get a very wide view of what research in sports management deals with. And a few works could definitely benefit from a media perspective…!

Malmö was nice, too, and it was good to know that one could book the ‘Zlatan suite’ at the conference hotel, with big pictures of him on the walls and everything. Why not! In sum, I met many great people, and I’m sure to work with some of them for one project or the other.

Sommer!

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(Foto von mir)

 

Die Hitzewelle hält an, Abkühlung ist seit Wochen nicht in Sicht, und vor dem Computer zu sitzen macht es auch nicht besser. Ein Glück, dass nun der Sommerurlaub ruft – ehe es dann wieder an die Arbeit geht.

Letzte und vorletzte Woche habe ich noch so einiges an Daten für unterschiedliche Projekte erheben können, die dann bald in geordneter Form ans Tageslicht kommen werden, aber erstmal verstecken sich diese auch noch vor der Sonne.

Und dann sind da noch die Forschungsarbeiten meiner Studierenden, die auf mich warten, wenn ich an den Schreibtisch zurückkehre. Da bin ich ja mal gespannt…! Sie haben zum Überthema „Sportjournalismus unter Druck“ geforscht, und sich dabei ganz unterschiedlichen Unterthemen gewidmet. Von der Wahrnehmung von weiblichen Fußballkommentatorinnen bis zur Veränderung der Handballberichterstattung ist so Einiges dabei, auf das ich mich sehr freue.

Also, bis dann – ich wünsche noch einen schönen Sommer!

Vortrag: Rechtspopulistische Strategien und die (sozialen) Medien

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Wenn ich die letzten Wochen nicht gerade durch München gerast bin und dort Vorträge gehalten und besucht habe, war ich auch auswärts unterwegs – wie am 15.06.2018 mit einem Vortrag an der HVHS Springe. Dort, in der Nähe von Hannover, fand eine Tagung zum Thema „Springer Dialog 2018: Demokratie unter Druck? Rechtspopulismus in Politik und Betrieb“ statt – also ganz nah an der Praxis, und daher für mich sehr spannend. Anwesend waren z.B. Vertreter aus Gewerkschaften und Parteien, und auch Betriebsräte, die sich in ihrer täglichen Arbeit mit rechtspopulistischen Inhalten konfrontiert sehen.

Ich habe auf der Tagung über die Medien und den Rechtspopulismus gesprochen, und bin dabei besonders auf Charakteristika rechtspopulistischer Sprache, die Medien und dabei besonders Social Media, und auf verschiedene Lösungsmöglichkeiten eingegangen, wie sich dem Rechtspopulismus in den verschiedenen Medien bzw. von ihnen begegnen lässt.

Natürlich musste ich erstmal definieren, was Rechtspopulismus aus wissenschaftlicher Sicht überhaupt ist; und so ganz einig ist die Forschung sich da auch nicht. Aber mit der ersten einordnenden Definition an sich habe ich mich nicht lang aufgehalten, da ich in meinem Vortrag einen besonderen Fokus auf den Rechtspopulismus und seine Verbreitung in den Medien gelegt habe. Also habe ich typische Merkmale rechtspopulistischer Sprache dargelegt, wie sie in Parteiprogrammen oder auch auf Plakaten vorkommen. Danach ging es an die Medien und wie dort rechtspopulistische Inhalte ihre Verbreitung finden, besonders im Internet. Strategien auf Social Media spielten ebenso eine Rolle wie z.B. die Nutzung des Facebook-Algorithmus für die eigenen Zwecke. Am Ende stand eine Diskussion verschiedener Lösungsmöglichkeiten aus Sicht der Qualitätsmedien, der politischen Bildung, und der Technologiefirmen, wie z.B. Facebook und Twitter.

Es ist nicht immer einfach, den mitunter recht abstrakten Stand der Forschung zu Algorithmen und Co. auf ein allgemeinverständliches Niveau herunterzubrechen, aber die angeregte Diskussion hat gezeigt, dass meine Impulse durchaus aufgenommen wurden. Dabei mussten auch Ängsten vor der Technik allgemein begegnet werden, aber im Großen und Ganzen wurden einige Lösungsmöglichkeiten diskutiert – und wieder verworfen, wenn sie im betrieblichen Kontext nicht umsetzbar erscheinen. Alles ist erlaubt, und der Stand der Forschung darf gerne hinterfragt und die Erkenntnisse schließlich auf die eigene Umwelt angepasst werden.

Für mich hat sich die Reise in den Norden definitiv gelohnt – ein Publikum, das so nah an der Praxis dran ist, habe ich nicht oft. Ebenso wenig eine solch intensive Diskussion, die aus einer ganz anderen Warte kommt, als ich es von wissenschaftlichen Konferenzen gewohnt bin – ein Glück, denn auch ich habe aus den Wortmeldungen neue Impulse mit nach Hause genommen.

 

 

 

Vortrag am Starnberger See: Künstliche Intelligenz am Newsdesk

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Einen Vortrag zu meinen Forschungsthemen halten, aber diesmal nicht auf einer Fachkonferenz, sondern vor Leuten, die sonst gar nichts mit Algorithmen, Automatisierung und Personalisierung am Hut haben? Da bin ich doch dabei! Die Gelegenheit hat sich geboten, als ich von der Akademie für Politische Bildung in Tutzing am 10.04.2018 für einen Vortrag eingeladen wurde. Zuhörer der dazugehörigen Tagung „Die digitale Revolution“ waren hierbei, wie bereits erwähnt, keine Kollegen aus der Wissenschaft, sondern Gymnasiallehrer. Dazu noch ganz besondere Lehrer: nämlich sogenannte Seminarlehrkräfte, die die Referendare durch ihre Lehrzeit an der Schule begleiten. Aber auch abseits von der Arbeit mit Referendaren ist die neue (und nicht ganz so neue) Technik natürlich immer Thema an der Schule.

Ich habe mit meinem Vortrag „Künstliche Intelligenz am Newsdesk – Journalismus im digitalen Wandel“ dazu beigetragen, die Zuhörer in die Welt der Nachrichten-Personalisierung und vor allen Dingen des automatisierten Journalismus einzuführen. Hierbei ging es nicht darum, die neuesten empirischen Ergebnisse vorzustellen, sondern erst einmal einen allgemeinen Überblick über die schon weithin verbreiteten technischen Möglichkeiten von Algorithmen zu geben, und dann tief in die Technologie des automatisierten Journalismus einzusteigen.

Angefangen habe ich also mit einführenden Beispielen wie den personalisierten Empfehlungen von Amazon.de und dem Facebook Newsfeed, um dann die einzelnen Schritte nachzuvollziehen, die es braucht, bis ein fertiger von einem Computerprogramm erstellter Artikel auf dem Bildschirm erscheint. Das Beispiel, an dem ich den Prozess erklärt habe, war – wie sollte es anders sein – ein Fußball-Spieltag. Geschadet hat das Thema nichts, denn das hat gleich die eingefleischten Sportfans auf den Plan gerufen, die genau wissen wollten, wie denn nun aus blutleeren Statistiken zu gelben Karten und Einwechslungen ein (halbwegs) ansprechender Artikel gemacht werden kann.

Ob ein Artikel am Ende nun ansprechend ist oder nicht – gerade über die Möglichkeiten und die Grenzen des automatisierten Journalismus wurde kontrovers diskutiert. Dabei ging es erstmal um grundsätzliche Fragen: Braucht man automatisierten Journalismus überhaupt? Gibt es denn nicht genug Journalisten, die über die wirklich relevanten Dinge berichten? Eine gemeinsame Linie wurde nicht gefunden, aber es lässt sich sagen, dass der Nutzen schließlich durchaus gesehen wurde – besonders von denjenigen, die immer mal wieder „eben schnell“ Artikel über Schulsportveranstaltungen schreiben müssen, und dabei genau auswählen müssen, welche Veranstaltung nun die wichtigste ist. Allerdings wurde (richtig) erkannt, dass das Fehlerpotential nicht gering ist, denn immerhin muss die Datenquelle die korrekten Daten liefern, damit ein fehlerfreier Artikel geschrieben werden kann. Die Diskussion ging auch über diese Themen hinaus, und streifte so auch die „Fake News“-Debatte, und gegen Ende auch, wie man die Schüler wieder zur (Online-) Zeitung bringen kann. Vielleicht ist – aller Resignation zum Trotz – personalisierte Berichterstattung ja ein Weg?

Alles in allem wurde eine spannende Diskussion geführt, die mir abseits der Fachmeinung gezeigt hat, dass es durchaus (noch?) große Vorbehalte gegen den automatisierten Journalismus gibt, und durchaus mit Sorge auf die Zukunft der „Qualitätspresse“ geschaut wird. Und bevor hier jemand über meine Zuhörer unkt: nein, eine große Altersspanne war vertreten, ebenso wie ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen. Egal wie alt, egal welches Geschlecht: die Sorgen ähnelten sich.

Aber genau deshalb ist es so wichtig, auch mal aus dem Elfenbeinturm herauszukommen: in der „richtigen“ Welt sieht es ganz anders aus, und lange nicht so hoffnungsfroh wie in der Wissenschaft. Während Algorithmen in der (kommunikationswissenschaftlichen) Forschung langsam Alltag geworden sind, in dem es meist nur noch um das „Wie“ geht, haben wir vor allen Dingen nach dem „Warum“ gefragt. Ab und an mal wieder drei Schritte zurück, das ist sehr wertvoll für die Forschung.

Ich bedanke mich bei Akademie für Politische Bildung für die Einladung – ich komme gerne mal wieder ins schöne Tutzing!

Wenn Ostern ist, ist das Sommersemester nicht fern

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… oder Frohe Weihnachten, wer weiß es bei dem Schnee, der heute auf einmal aufgetaucht ist, schon so genau. Aber wie auch immer, Ostern ist trotzdem klasse, und ich wünsche gemütliche und entspannte Tage. Und das besonders meinen Kollegen aus der Wissenschaft, denn für uns ist Ostern die Ruhe vor dem Sturm – nur noch eine Woche, dann fängt bei uns in München sdas neue Semester an…

Für mich geht es dieses Semester sportlich zu. Einerseits im Forschungsseminar für Studis im vierten (und höheren) Bachelorsemester, mit dem klangvollen Namen Sportjournalismus unter Druck: Neue Entwicklungen, neue Chancen?. Hier geht es darum, wie Sportjournalisten mit den neuen Herausforderungen umgehen, die z.B. die stark zunehmende eigene Berichterstattung der Vereine ihnen stellt. Hier sollen die Studis eigene kleine Forschungsprojekte durchführen, und es ist immer spannend, welche Themen dabei bearbeitet werden. Das zweite Seminar ist das Praxisseminar Das Glück liegt auf der Aschenbahn: Kommunikationsmanagement im Lokalsport für Studis im zweiten und vierten Bachelorsemester, in dem Kommunikationsstrategien für lokale Sportvereine entwickelt werden. Mal ganz weg vom Profisport, da kommen beim Amateur- bzw. Breitensport ganz eigene Dinge zutage, die nun wahrlich nicht langweilig sind. Langweilig ist es höchstens, wenn ich immer wieder daran erinnere, dass für manche abgefahrenen Apps oder Events einfach kein Geld und/oder keine Freiwilligen da sind… aber wie auch immer, auch neben dem Platz oder den Geräten heißt es: irgendetwas geht immer.

Ansonsten steht Ende Mai auch die von mit mitorganisierte Konferenz „Algorithms, Automation, and News“ an. Von dieser habe ich vor über einem Jahr schon einmal geschrieben, aber nun ist (fast) alles unter Dach und Fach. Was auch bedeutet, dass wir leider nur noch Plätze auf der Warteliste anbieten können – einerseits, weil es viele Interessierte gibt, die gerne zuhören möchten, aber auch, weil wir die Konferenz in einer relativ kleinen Münchner Villa abhalten und wir einfach nicht so viel Platz haben. Aber wer trotzdem mal ins Programm schnuppern will, der kann das auf unserer Website tun: www.algorithmic.news.

Frohe Ostern und frohes Eiersuchen im Schnee!

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Garantiert keine Montagsdiskussion: Tagung „Mikrokosmos Amateurfußball“

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Eine Tagung zum Thema Amateurfußball – als ich dazu eingeladen wurde, konnte ich einfach nicht nein sagen. Vor allen Dingen nicht, wenn gleich zwei Leute unabhängig voneinander finden, dass man doch unbedingt dabei sein müsse… (Außerdem, so viel kann ich vorwegnehmen, kann ich die neuen Erkenntnisse wunderbar in mein Seminar „Das Glück liegt auf der Aschenbahn: Kommunikationsmanagement im Lokalsport“ einfließen lassen, das ich im kommenden Sommersemester an der LMU geben werde.) Also, gesagt, getan, und am 20. Februar 2018 fand die Tagung „Mikrokosmos Amateurfußball“ endlich statt, ausgerichtet von der Hochschule Fresenius (University of Applied Sciences) in München. Die Tagung war nicht an die Wissenschaft gerichtet, sondern an Lehrer und die breitere Öffentlichkeit – was nicht nur daran zu sehen war, dass die Bayerische Landeszentrale für Bildungsarbeit die Tagung unterstützt hat.

Nur drei Stunden waren vorgesehen, um sich einem breiten Strauß an Themen zu widmen. Der Amateurfußball an sich wurde vom Mitinitiator der Tagung, Tim Frohwein [ohne eigene Online-Präsenz, aber wer ihn und seine Forschung in Bild und Ton sehen will, kann sich dieses Video ansehen], eingeführt, wobei er besonders den (möglichen) sozialen Zusammenhalt im Amateurfußball betont hat. Die Politik kam mit dem Abgeordneten des Bayerischen Landtags und Staatssekretär Bernd Sibler auch zu Wort, ebenso wie der Kreisvorsitzende für München vom Bayerischen Fußball-Verband, Bernhard Slawinski. Bei diesen drei Vorträgen ging es um die Wertigkeit von Amateurfußball, und die Veränderungen im Amateurfußball in München über die Jahre. Da hat sich viel getan, aber Herr Slawinski hat angemahnt, dass Leitbilder und Alleinstellungsmerkmale von den Vereinen geschaffen werden müssen, um Herausforderungen wie der Verbreitung von kommerziellen Fußballschulen und Gewaltvorfällen zu begegnen.

Auch die Sicht der Vereine hat Eingang gefunden, und zwar mit einem Vortrag zum Thema Integration vom Abteilungsleiter Fußball Bernd Klemm vom SVN München e.V.. Herr Klemm konnte mit vielen Bildern aus dem Vereinsleben berichten. Dabei muss man auch erwähnen, dass der SVN München e.V. für die Integrationsarbeit einige Preise gewonnen hat

Dr. Stefan Metzger hat den wissenschaftlichen Rahmen zu den Berichten aus der Praxis beigesteuert. Er hat den deutschen Amateurfußball einen historischen Kontext gesetzt, und aufgezeigt, dass viele Herausforderungen, mit denen sich der Amateurfußball heute beschäftigen muss, nicht neu sind. So Um einen Befund aus seiner gerade erschienenen Dissertation zu zitieren – Migration ist im Fußball der historische Normalfall.

Der nächste Programmpunkt stand isoliert da: es ging um Frauenfußball. Um einmal etwas weiter auszuholen: wenn man von der Begrüßung und der Moderation der die Tagung abschließenden Diskussionsrunde durch Dr. Stephanie Heinecke (Studiengangsleitung Sportmanagement B.A. an der Hochschule Fresenius) absieht, stand nur eine weitere Frau mit auf der Rednerliste, nämlich eben die Rednerin zum Frauenfußball, Kathrin Lehmann (ehemalige schweizerische Fußball-Nationalspielerin und aktuelle Eishockey-Nationalspielerin, um nur zwei Dinge aus ihrer beeindruckenden Biografie zu nennen). Frau Lehmann musste sich in der Fragerunde wieder den üblichen Klischees aussetzen lassen bzw. ein schlecht verstecktes Belächeln des Frauenfußballs ertragen. Das hat sie in ihrer souveränen Art wunderbar gemeistert, aber das zeigt wohl mal wieder, woran der Amateurfußball bei allen Erfolgen in Integration und Wachstum unter anderem krankt.

Es folgte noch eine Fragerunde mit Jimmy Hartwig, seines Zeichens Integrationsbeauftragter des DFB (und natürlich ehemaliger HSV-Spieler), der besonders der ganzen Integrationsdebatte noch eine Leichtigkeit hinzugefügt hat, die wohl nur er so an den Tag legen kann. Er hat aus seiner eigenen Erfahrung als Spieler berichtet, und natürlich über seine Arbeit als Integrationsbeauftragter, für die er in ganz Deutschland unterwegs ist.

Die Veranstaltung hat dann, wie bereits erwähnt, mit einer übergreifenden Diskussionsrunde geschlossen.

Alles in allem war es eine sehr lehrreiche Veranstaltung, die eine Perspektive geboten hat, die über die verkopfte Wissenschaft, aber auch über die eher anekdotischen Erlebnisberichte aus den Vereinen hinausgeht. Drei Stunden waren natürlich viel zu kurz, aber was will man machen, nicht wahr? Die Vorträge waren auch entsprechend kurz, da hätte jeder abendfüllend sein können. Aber für einen Überblick waren die Informationen ausreichend, und wer weiß – vielleicht kommt ja noch eine Folgetagung…?

Nach dem Semester ist vor dem Semester

olympia(Foto von mir)

 

Nur noch eine Woche, dann ist die Vorlesungszeit wieder vorbei. Endlich! … schon? Die Geister scheiden sich wohl an dieser Frage; meine Studierenden, die morgen ihre abschließende Projektpräsentation halten und danach weiter an ihren Forschungsberichten werkeln werden, haben wohl eine ganz eigene Meinung dazu als ich. Aber gut, auch wenn ich mich auf die vorlesungsfreie Zeit freue (da wartet so Einiges auf mich), so freue mich auf die Präsentationen, und die Einzelteile, das ich über das Semester kennenlernen durfte, in einem großen Kontext zu sehen.

Worum ging es in den Projekten der Studierenden? Diese sind in meinem Projektseminar Zwischen Zeitungsartikel und Snapchat-Story: Wie politische Akteure kommunizieren entstanden, und drehen sich unter anderem um Themen wie die Wahlkämpfe der FDP, die Inhalte von Polit-Talkshows, und die mit jungen Leuten auf Instagram kommuniziert wird. Die Themen haben sich die Studierenden im Rahmen der Seminarinhalte selbst ausgesucht, und dann mit meiner Hilfe bearbeitet. Dabei haben sie eine Menge geleistet! Das Ziel war, eine Inhaltsanalyse durchzuführen, d.h. ihre Forschungsfragen mittels detailliert festgelegter Anweisungen und Statistik zu beantworten. Das hat eine Menge Exceltabellen produziert, aber so ist das in der quantitativen Forschung mit ihren Zahlen und Formeln.

Aber nicht nur dieser Kurs hat sich in diesem Semester voll reingehängt, auch die Teilnehmer meines kleinen aber feinen englischsprachigen Sportkommunikation-Seminars „One team, one dream“: Communication management and marketing in amateur club sports haben tolle Projekte aufgelegt. Hier ging es darum, eine Kommunikations- und Marketingstrategie für einen Amateursportverein zu entwerfen. Von einem genauen Blick auf den eigenen Verein ging es über das Umfeld mit der Kommunalpolitik und Mitbewerbern zu einzelnen Medienstrategien. Ob nun ein ganzheitliches Onlinekonzept oder ein ausgearbeiteter Vorschlag für eine Veranstaltungsreihe – es ist schade, dass die meisten Pläne wahrscheinlich erstmal in der Schublade verschwinden müssen, aber wer weiß, vielleicht wird ja in Zukunft der eine oder andere Sportverein revolutioniert…

Im Sommersemester 2018 geht es dann sportlich weiter, denn ich werde zwei Seminare aus dem Themenfeld der Sportkommunikation anbieten. Einmal das Seminar Sportjournalismus unter Druck: Neue Entwicklungen, neue Chancen?, in dem ich mit meinen Studierenden wie auch schon im Politikkurs kleine Forschungsarbeiten auflegen werde, unter anderem zum Einfluss von vereinseigenen Medien auf den Sportjournalismus, und das Dasein, das Randsporten in den Medien fristen – und wie sie sich mithilfe des Internets daraus befreien könn(t)en. Als zweites biete ich wieder ein Seminar an, indem die Wichtigkeit von Kommunikationsmanagement auf der lokalen Ebene betrachtet wird. Warum traditionelle Medien noch immer wichtig sind und der Einsatz von Social Media nur ein Puzzleteil von vielen ist, kommt dann im Seminar Das Glück liegt auf der Aschenbahn: Kommunikationsmanagement im Lokalsport ans Licht.

Also, morgen die Abschlusspräsentationen zur politischen Kommunikation – endlich, denn ich bin sehr gespannt – und dann ist das Semester wieder um, und ich kann mir ausrechnen, dass ich im Juli wieder hier sitze, wenn die nächsten Abschlusspräsentationen anstehen und ich mich frage, wo das Semester schon wieder geblieben ist…!

Schon wieder ein Jahr um?! – 2017 geht, 2018 kommt

kalender_klein(Foto von mir – ein bisschen Lektüre und eine Erinnerung auf meinem Kalender an eine Tour durch das Baseballstadion Petco Park in San Diego, Kalifornien)

 

… der letzte Jahresrückblick ist doch noch gar nicht so lange her?! Doch, es ist kaum zu glauben. Nun, im Jahr 2017 war so viel los, dass es eigentlich ein Wunder ist, dass ich mich noch so gut erinnern kann, wie ich hier im letzten Jahr saß:

  • Ein weiteres tolles Jahr in München geht zu Ende, und damit ein Jahr voll von noch immer ungewohnt beständigem Wetter (ich mich tatsächlich überwinden können, den Regenschirm auch mal zuhause zu lassen), Butterbrezn, und natürlich voller toller Erlebnisse mit den Kollegen am Institut und den Studierenden,
  • Meine Koffer waren oft gepackt, so ging es für Konferenzen und andere Ereignisse im Auftrag des automatisierten Journalismus und der Sportkommunikation unter anderem nach San Diego, Odense, Düsseldorf und Hamburg, wo ich meine Forschung vorstellen durfte, und neben den immer gern gesehenen „üblichen Verdächtigen“ auch spannende neue Leute kennenlernen durfte,
  • Publikationen sind erschienen, und natürlich arbeite ich an weiteren Fachartikeln zu automatisiertem Journalismus, Algorithmen, und was das nun für den Journalisten bedeutet,
  • Die Lehre hat auch wieder viel Spaß gemacht – nicht nur, weil ich für eines meiner Projektseminare in Sportkommunikation eine Auszeichnung für exzellente Lehre erhalten habe,
  • Und außerdem habe ich in Workshops der LMU selbst wieder eine Menge gelernt, wie zum Konzept „Thinking at the Edge“, das helfen soll, versteckte Ideen und Konzepte herauszukitzeln – und wenn das nicht so ganz klappt, hat man zumindest vom Aufkleben der Ideen auf ein großes Plakat klebige Finger.

Es war noch viel mehr los, aber warum so viel zurückblicken, auch 2018 wird spannend, mit weiteren Konferenzen, im Sommer mit Lehre zu den Themen „Sportjournalismus unter Druck“ und „Sportmanagement im Lokalsport“, und mit vielen Stunden am Schreibtisch, allein mit Word und vielen, vielen Daten und Texten.

Aber: erstmal kommt jetzt noch der Jahreswechsel, ehe es wieder richtig losgeht. Das Wintersemester möchte noch zu Ende gebracht werden – und dann? Ein Fachartikel wartet auf seine letzter Überarbeitung, ein Buchkapitel muss bald abgegeben werden, und die erste Tagung schaut auch schon um die Ecke – der ganz normale Wissenschaftlerwahnsinn eben. Darauf ein Gläschen Sekt.

An die Münchner: Leadership Dialog mit Philipp Lahm an der LMU

IMG_5444_klein(Foto von mir)

 

… meistens gibt es hier auf diesem Blog meine Erlebnisse zu lesen, heute kommt ein Veranstaltungstipp hinzu. Denn: Philipp Lahm kommt an die Ludwig-Maximilians-Universität München, um über „Vorbild, Verantwortung, Verpflichtung in Führungspositionen“ zu sprechen. Wer Philipp Lahm ist, muss ich wohl nicht erklären – da genügen die Stichworte Bayern- und „Vier-Sterne-Kapitän“ (für die ganz Unbedarften: er ist ein ehemaliger Profi-Fußballspieler).

Die Veranstaltung wird vom LMU Center for Leadership and People Management organisiert, das, wie zu sehen ist, „Leadership“ bereits im Namen hat (und im Übrigen ein tolles Seminarprogramm).

Ich werde auf jeden Fall hingehen – nicht bloß, um einfach nur Philipp Lahm zu sehen, sondern weil ich mir außerdem einen spannenden Einblick in die Welt des Profisports erhoffe. Das nicht nur für meine Forschung im Feld der Sportkommunikation interessant, sondern auch für mich ganz persönlich. Folgende Fragen sollen laut dem Center dabei eine Rolle spielen, die auch über den Sport hinausgehen:

  • Wie gelingt es, ein Team zu motivieren und zu exzellenten Leistungen zu führen?
  • Was heißt es Vorbild zu sein, Verantwortung zu übernehmen?
  • Welche Verpflichtung haben Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Sport und Gesellschaft für die Entwicklung der Führungspersönlichkeiten von morgen?
    (siehe diese Nachricht vom LMU Center for Leadership and People Management).

… also, wenn das mal nichts ist, so zum Jahresabschluss!

Die Veranstaltung findet am 13. Dezember von 13 bis 15 Uhr statt, eine Anmeldung ist erforderlich. Zu den Anmeldemodalitäten und zum genauen Ort steht hier mehr.

Also, wer in München ist und es einrichten kann, dem sei die Veranstaltung wärmstens ans Herz gelegt.