Bald geht’s wieder los! – Algorithmen, investigativer Journalismus und Fußball im Wintersemester 2019/2020

platz2(Foto von mir)

 

Morgen startet für meine Studierenden an der Universität Hamburg die Anmeldephase für die Kurse im kommenden Semester! Der Start dauert dann zwar noch bis Mitte Oktober, aber ich bin trotzdem gespannt, wen ich vor mir sitzen haben werde. Vielleicht sogar bekannte Gesichter aus den letzten beiden Semestern – es war in München immer besonders schon, wenn ich “Wiederholungstäter” unterrichten durfte. Allerdings ist das jetzt schwieriger als in München, da ich hier in vier Studiengängen unterrichte und nicht nur in einem… aber wer weiß.

Hier sind die Seminare, die ich geben werde:

1) Algorithms and Automation in the Newsroom (Englisch)

im Erasmus Mundus Master “Journalism, Media and Globalisation”

The seminar investigates how algorithms and automation change journalistic practices. While putting algorithms to work in the newsroom is not controversial per se, some uses have garnered high attention. For instance, algorithms may be used to personalise content to individual users (Kunert & Thurman, 2019), resulting in possible filter bubbles (Pariser, 2011) – a phenomenon that has been criticised heavily in media and academia. Even more controversial is automating the process of writing articles. This works for all beats in which structured and details data are used, e.g. finance, sports, and crime. Studies show that “algorithmic journalism” (Dörr 2015), “robot journalism” (van Dalen 2012), or “automated journalism” (Carlson 2015) is not yet developed enough to make journalists obsolete – but technology is evolving fast, and thus many factual articles in finance are already automated, with other beats such as sports following (see for example the Washington Post’s “Heliograf”).

We will analyse these developments in detail, and assess whether and how algorithms and automation are a driving force in the evolution of journalistic practices. To do so, we look at cutting-edge research as well as practice works – after all, this development is ongoing and change is omnipresent in this field.

Die Lernziele sind, in Gruppen ein kleines Forschungsprojekt durchzuführen und einen eigenen TED-Talk vorzutragen. Ich hoffe, dass die Aufgaben den Studis genauso viel Spaß machen werden wie mir – die Forschung sowieso, aber auch der TED-Talk. Ein kreatives und dabei kurzes Referat wie so einen Talk vorzubereiten kostet meine Studis oft Überwindung, aber es lohnt sich immer (nicht nur für mich, sondern auch für die Kommilitonen, die aufmerksam zuhören und nicht der Müdigkeit erliegen)!

 

2) Globalisierung und Medienkommunikation: Investigativer Journalismus 2

im Master Journalistik und Kommunikationswissenschaft
(zusammen mit Prof. Michael Brüggemann)

Der investigative Journalismus gehört zu den Grundfesten demokratischer Gesellschaften – aber was macht den investigativen Journalismus heute aus? Wie unterscheiden sich die Recherche- und Verifikationspraktiken von investigativen Journalisten über Länder hinweg? Wie verändern digitale Medien den investigativen Journalismus? Wie unterscheiden sich die Einschätzungen von Frauen und Männern, von jüngeren und älteren Journalisten?

Dieses Seminar beantwortet diese Fragen mithilfe von eines Forschungsprojekts, dessen Datenerhebung auf der 11. Global Investigative Journalism Conference in Hamburg durchgeführt wurde.  Dabei wurde erhoben, welche Rolle digitale Werkzeuge für den investigativen Journalismus spielen, und mit welchen Herausforderungen und Grenzen investigative Journalisten in verschiedenen Ländern konfrontiert sind. Ziel des Seminars ist es, die erhobenen Interview- und Fragebogendaten auszuwerten und zu analysieren. Dabei stehen „Digitale Recherchemethoden“ und „Herausforderungen für den investigativen Journalismus“ im Mittelpunkt. Innerhalb dieser Themen kann in Vierergruppen ein eigener Fokus verfolgt werden.

Auch hier wird geforscht. Wie zu lesen, werden wir – mein Projektteam, fleißige Studis und ich – Ende des Monats auf der Global Investigative Journalism Conference unsere Daten erheben, und diese dann zusammen mit den Studis auswerten. Der Kurs schließt an ein Seminar in diesem Sommersemester an, in dem an Fragebogen und Interviewleitfäden für die Forschung getüftelt wurde, und ist daher ein „echtes“ Sequel – und hier ist, anders als bei Filmen, der zweite Teil hoffentlich genauso gut wie der erste.

 

3) Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten – Akteure und Kommunikationsstrategien im Profifußball

im Bachelor Medien- und Kommunikationswissenschaft

Sport genießt in der Gesellschaft und in der Berichterstattung einen hohen Stellenwert, nicht zuletzt durch die Erfolge der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und deren Gewinn des Weltmeisterstitels im Jahr 2014. Besonders der Profisport – angefangen von Fußball, über Wintersport bis Handball – findet sich in den Nachrichten und füllt Web- und Zeitungsseiten. Und nicht nur dort – die Vereine selbst, die Athleten und nicht zuletzt die Fans vermitteln ihre Inhalte über vielfältige Kanäle.

Wie bereits anhand dieser Beispiele angedeutet, ist der Sportjournalismus mit neuen Rahmenbedingungen konfrontiert. Welche Auswirkungen dies auf den Sportjournalismus hat, wird in diesem Seminar vor allem anhand des europäischen Profifußballs untersucht. Die inhaltliche Grundlage bietet das Forschungsfeld der Sportkommunikation, das mit weiteren Bereichen wie der Journalismusforschung und Marketing verknüpft wird. Im Seminar wird zum Teil englischsprachige Fachliteratur verwendet, entsprechende Lektürebereitschaft und Kompetenz werden vorausgesetzt.

… da habt ihr wohl gedacht, dass es dieses Semester nichts mit Sport gibt? Weit gefehlt! Im Winter geht es wieder um meinen heißgeliebten Fußball, und das ganz intensiv im Blockseminarformat. Außerdem bietet das Seminar die wunderbare Gelegenheit, mit den Studis über meine neue Forschung zu Onlinenischen weiblicher Fußballfans zu sprechen – und natürlich über noch viel mehr, wie z.B. Vereins- und Spielerkommunikation.

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Neuer Artikel!: Weibliche Fußballfans unter sich (mit Zusammenfassung)

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Hurra, ein Herzensprojekt von mir hat endlich das (publizierte) Licht der Welt erblickt! Es handelt sich um einen Fachartikel mit dem Titel “The Footy Girls of Tumblr: How Women Found Their Niche in the Online Football Fandom”, erschienen in Communication & Sport. Ich habe den Artikel “open access” veröffentlicht, was bedeutet, dass er von allen mit einem Klick auf das Symbol kostenlos gelesen und heruntergeladen werden kann:pdf-icon_klein

… ja, das ist wunderbar, aber worum geht es denn überhaupt und geht das auch in kurz? Na klar!

 

Marginalisiert und ausgeschlossen: Kein Platz für weibliche Sportfans

Jede Frau, die sich an Sportdiskussionen beteiligt oder es nur versucht hat, wird es kennen: Männer nehmen den Beitrag nicht ernst, reißen die Unterhaltung an sich, stellen bekloppte Fragen, die weder Relevanz haben, noch von ihnen selber zu beantworten sind. Das ist nur die Spitze des Eisbergs, und viele Frauen wenden sich entnervt ab, wie auch (leicht) vereinfacht hier: „Ach, ich bin kein richtiger Fan, weil ich nicht weiß, wer 1964 am 3. Spieltag das zweite Tor gemacht hat? Ah, geht klar.“ Natürlich ist das nicht immer so, aber leider doch die Regel, offline wie online. Gerade online betreten Frauen ein Minenfeld: sie fühlen sich in Sport-Onlineforen nicht willkommen, und vermeiden es mitunter sogar, in solchen Foren ihr Geschlecht preiszugeben, um Anfeindungen zu entgehen. Alles kein guter Ausgangspunkt, wenn man eigentlich nur über den Lieblingssport diskutieren möchte.

Wo gehen die Frauen hin?: Tumblr bietet Abhilfe

Es ist daher kaum verwunderlich, dass sich Frauen ihre eigenen Nischen suchen, um ihrem Hobby zu frönen – und zwar zu ihren Regeln. Das lässt sich z.B. auf Blogs beobachten, auf denen sehr liebevoll über Tennis oder Frauen-Basketball berichtet wird. Aber auch auf Social Media bilden sich eigene Communities, in denen Frauen unter sich bleiben – wie auf Tumblr.

Tumblr, was ist Tumblr? Tumblr ist eine Social-Media-Plattform, die sehr visuell angelegt ist, und vor allen Dingen als „Fandom“-Plattform genutzt wird wird, d.h. für die Gemeinschaft von Fans zu einer Sache, egal ob es sich um Marvel oder TV-Serien oder etwas ganz Anderes handelt. In Form von Blogposts können Bilder und umfangreiche Texte gezeigt werden, die User können sich miteinander vernetzen, wie woanders auch – allerdings wird nicht nach dem Namen gefragt, sodass man anonym bleiben kann. Letzteres hat dazu beigetragen, dass Tumblr von marginalisierten Gruppen genutzt wird, und so auch von weiblichen Fußballfans. Die Fußball-Fangemeinde auf Tumblr ist nicht klein – an einer Umfrage zum Fußball-Fandom haben 2014 über 2.400 User teilgenommen – und, das ist das Spannende, fast vollständig weiblich.

Rein ins Fußball-Fandom: Interviews mit weiblichen Fans

Davon abgesehen, dass die Beiträge dieses Fandoms sehr unterhaltend sind und man wunderbar mit den Userinnen in eine Diskussion einsteigen kann, ist gerade der Aspekt der Weiblichkeit des Fandoms spannend. Die Userinnen scheinen sich auf der Plattform pudelwohl zu fühlen – Grund genug für mich, eine Interviewstudie durchzuführen, in der ich 14 weibliche Fußballfans zu ihrem Fandasein, ihren Interaktionen mit männlichen Fußballfans, ihren Aktivitäten auf Tumblr, ihren positiven und negativen Erlebnissen auf der Plattform, und zur Bedeutung von Tumblr für ihr Fanerleben befragt habe. Also, was habe ich rausgefunden?

Schalke 04 in Guatemala: Starke Verbindungen über die ganze Welt

Alle Userinnen haben deutlich gesagt, wie sehr sie die Interaktion mit anderen schätzen. Einige verdingen sich im „Liveblogging“, d.h. sie schauen Spiele im Stream oder im Fernsehen, und kommentieren diese zusammen mit anderen auf Tumblr. Und da geht es gut los:

Lena (27, aus Guatemala) 

„Wir posten vor allen Dingen Sachen wie ‚WAS! DER SCHRIRI IST BLIND DAS WAR KLAR ROT‘ oder ‚OMG DIESES TOR‘!“
[übersetzt]

Liveblogging bindet die Userinnen in den Spieltag ein – obwohl sie am anderen Ende der Welt sitzen, und noch nie ‚ihre‘ Mannschaft live im Stadion gesehen haben.

So ist Lena aus Guatemala ein großer Schalke 04-Fan – nichts geht für sie über diesen Verein. Aber sie ist nun einmal weit weg – und nutzt Tumblr, um mit anderen Schalke-Fans Kontakt aufzunehmen, da sie diese Zuhause nicht finden würde. Auch viele andere Userinnen haben diesen Aspekt angemerkt, denn so habe ich auch glühende FC Bayern-Fans in Mexiko und den USA interviewt. Es verwundert in diesem Kontext nicht, dass die gemeinsame Liebe zu deutschen Vereinen nicht nur zu dicken weltumspannenden Freundschaften führt, sondern auch dazu, dass einige Deutsch lernen, um die Berichterstattung über ihre Lieblinge besser verfolgen zu können.

Kreativität und Fandom-Vokabular: Eine andere Art der Kommunikation

Die Art der Kommunikation im Tumblr-Fußball-Fandom unterscheidet sich stark von anderen Online-Foren und anderen Social-Media-Plattformen. Die Interviewten geben an, dass sie ihr Fandasein auf vielfältige Weise ausleben – von Spieldiskussionen über Debatten über die Spieler bis zu Fanart und Fanfiction. Auch Fandom-Vokabular spielt eine Rolle – warum Mario Götze während seiner Zeit beim FC Bayern mit dem Spitznamen „Alvin“ versehen wurde, darüber darf jeder selbst rätseln (oder mich fragen).

Diese Art der Kommunikation schweißt zusammen, nicht nur, weil gemeinsam in mitunter langen Posts diskutiert wird oder selbstgestaltete Banner oder selbstgeschriebene Geschichten an andere Userinnen verschenkt werden. Einige Userinnen bieten einen regelrechten Service, indem sie z.B. Berichterstattung in andere Sprachen übersetzen, oder Pressekonferenzen zusammenfassen, und so andere Fans mit unter Umständen anderweitig kaum erreichbaren Informationen versorgen:

Anna (23, aus England)

„Ich genieße es, einen Blog aufzubauen, auf die die Leute kommen können, um sich über Arsenal zu unterhalten. Und auch, die Sachen zu zeigen, die ich gemacht habe, und hoffentlich ist das für andere nützlich und macht sie glücklich.“
[übersetzt]

Tumblr: Ein sicherer Ort für weibliche Fußballfans

Weitreichende Kreativität, Diskussionen über die Spieler – das sind Dinge, die im (männlichen) „Mainstream“-Fandom belächelt werden. So nehmen es die Userinnen wahr, weshalb sie Facebook und Twitter für Diskussionen meiden. Sie bleiben auf Tumblr unter sich – und genießen es, dass Männer in diesem Tumblr-Fandom nur sehr selten zu finden sind und sie frei ihre Meinung sagen können:

Carly (18, aus Mexiko)

„Ich glaube, dass Tumblr unser eigenes kleines Ding ist? Das Twitter [Fußball-] Fandom besteht größtenteils aus Männern, und hier können wir Frauen mit anderen reden, die uns besser verstehen.“
[übersetzt]

Einige Userinnen gehen noch weiter uns sagen, dass sie sich sonst nirgendwo, weder offline und online, über Fußball unterhalten können – zumindest nicht ungestört und ohne blöde Kommentare, die ihr Fandasein in Frage stellen. Natürlich werden auch auf Tumblr Club-Rivalitäten ausgelebt und es geht nicht immer freundlich zu, aber das verbuchen die Userinnen als normale Diskussion, an denen sie sich entweder beteiligen oder die sie ignorieren.

Das heißt, dass Tumblr ein sicherer Ort für weibliche Fußballfans ist, um sich über ihren Lieblingssport so zu unterhalten, wie sie es möchten. Oder, wie eine Userin es zusammenfasst:

Sandrina (27, aus Deutschland)

„Tumblr ist ein „separates Universum [abseits] vom ‚Mainstream-Fußballuniversum‘.“

– und das ist wunderbar.

Digitale Zwillinge und Virtual Reality: „Wissenschaft muss faszinieren!“

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(Das bin ich!)

 

… so sagte es Prof. Wolfgang Kaysser, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums Geesthacht, Zentrum für Material- und Küstenforschung, auf der Jahrestagung desselbigen am vergangenen Donnerstag. Recht hat er – und so hat das Helmholtz-Zentrum auch gleich vorgelegt. Da die Jahrestagung der Ort ist, um auf aktuelle Forschung des Zentrums zu blicken, haben die Besucher Vielfältiges gesehen: z.B. anhand von Zeichnungen und einfachen Erklärungen in einem „Explainity“-Video, wie sich Magnesium-Implanate in der Behandlung von Knochenbrüchen einsetzen lassen, oder mittels einer interaktiven Karte, wie die Strömungen in der Nordsee einen Ölteppich vorantragen würden. Das hat zwar erstmal nichts mit Politikwissenschaft oder Journalistik zu tun, aber spannend ist es für mich allemal, wie sich abstrakte und streckenweise auch erstmal sperrige Forschung allgemeinverständlich und dabei noch interessant darstellen lässt.

Der digitale Zwilling

Bei der Erklärung der einzelnen Forschungsprojekte kam die Sprache immer wieder auf den „digitalen Zwilling“, anhand dessen der Gegenstand unter die Lupe genommen wird – das am Computer erstellte Gegenstück des Forschungsgegenstands. Nehmen wir zum Beispiel den eben erwähnten Ölteppich; natürlich können die Wissenschaftler nicht einen echten Ölteppich in der Nordsee aussetzen und dann die die Strömung beobachten, das hätte verheerende Folgen. Stattdessen wird berechnet, wie die Strömung agiert, und der Ölteppich hat seinen Zwilling, ohne dass es in diesem Fall einen realen geben müsste. Ein Glück! Auch für uns Zuschauer – denn nur so lässt sich verstehen, was passieren würde, und dann auch, welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.

Endlich Wasserstoffauto fahren – mit Virtual Reality

Aber „reale Zwillinge“ gibt es natürlich auch, wie z.B. in der Forschung zum Wasserstoffantrieb für das Auto. Zu gerne würde ich einmal mit diesem Auto durch die Gegend düsen! Und mitforschen, dass der Traum endlich Wirklichkeit wird – aber da das nun mal überhaupt nicht mein Fachgebiet ist, muss ich auf letzteres verzichten, und muss wohl noch viele Jahre auf das Wasserstoffauto auf der Straße warten. Aber meine Begeisterung darf ich trotzdem ausleben – und hier über einen fast schon greifbaren digitalen Zwilling. Damit ich mich auch mal im Forschungslabor umschauen konnte wurde mir ein Virtual-Reality-Headset aufgesetzt, Kopfhörer dazu, und schon war ich mitten im Geschehen – stand im (digitalen) Labor, habe den Wissenschaftlern bei der Arbeit zugesehen, und schließlich mit im Wasserstoffauto gesessen. Virtual Reality ist so viel mehr als nur ein einfaches Video, und daher einer der momentan spannendsten Möglichkeiten der Wissenschaftskommunikation. „Mittendrin statt nur dabei“ ist hier die Devise, und das alles in einer Perspektive, die ich mit dem 360°-Video selbst bestimmen kann. Diese Tour via Virtual-Reality-Headset war ein großartiges Beispiel dafür, wie faszinierend Wissenschaft sein kann – schade nur, dass diese virtuelle Führung durch die Forschung viel zu schnell vorbei war, und ich dann wieder ganz real im Veranstaltungsort der Jahrestagung zurück war. Wer sich dieses Video („Das künstliche Blatt“) und weitere 360°-Produktionen des Helmholtz-Zentrums ansehen (und sich begeistern lassen) mag, sei auf deren Webseite verwiesen. Ohne Virtual Reality ist das Erlebnis nicht ganz so großartig, aber auch mit ein paar Klicks kann man den Rundumblick auf dem eigenen Laptop oder Tablet genießen.

Aber nun genug zur Virtual Reality, es gab am Rande des Jahrestagung noch mehr Exponate zu verschiedenen Forschungsthemen zu sehen – mein Favorit, eine Quietscheente in der Nordseeströmung auszusetzen und dann ihrem Weg zuzusehen, war auch mit dabei. Bei diesen kreativen Ideen, wie sich abstrakte Wissenschaft darstellen lässt, soll auch Prof. Kayssers zweite Forderung nicht unerwähnt bleiben: „Wissenschaft muss emotional sein“. Und das ist sie, wenn sie mit einer solchen Nähe und so liebevoll dargestellt wird.

ICA19 @ Washington, D.C.

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The 69th Annual Conference of the International Communication Association (ICA) is over – which means that I had an exciting week of hearing great presentations, visiting an amazing city, and spending lots of time with my academic family. As always, ICA seems to be the place where one meets everyone in one place, and sometimes even too many people to talk to them all. No surprise here – over 3,600 people attended the conference!

For me, the five-day conference (24 – 28 May 2019) began with a pre-conference on Human-Machine Communication, where I presented a paper on the “Reception of automated news: A critical review and recommendations for future research” with Neil Thurman. We got great comments on our work, and we look forward to upcoming studies on the audience reception of automated news that might include some of the recommendations we made. The pre-conference was tightly packed with many other topics besides automation in journalism, including robots in the household and what AI might add to education as a learning tool (check out Sima!).

And then there was the main conference – with panels starting at eight in the morning, going on until the evening, and still there was never enough time to visit all the panels I wanted. There was too much going on the at the same time, but I managed to attend a panels on data journalism and sports journalism, for instance. There, I found new inspiration on what to do in my own research, and bounced around ideas with my academic family – and here we go: there is always a new paper you want to write together. And another one, and another one…

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I also had a lot of fun beyond the conference – Washington is full of things to see. I peeked into the National Museum of African American History and Culture to get a good look at the sports exhibition “Leveling the Playing Field”, and I will definitely incorporate some of what I have learned about the journeys of these athletes into my course on sports communication next semester. I also went to the National Museum of American History, which is just next door, mainly to get a picture with Captain America’s shield (I mean, of course!) in the “Superheroes” exhibit. Moreover, thanks to ICA, conference participants could visit the Newseum for free – which, by the way, would definitely have been worth the quite steep entry fee they charge. The Newseum, which shows everything on journalism and its conditions, is the kind of museum I would love to visit with my students. It’s full of information without making your head explode, and it gets to the core of what it means to be a journalist. The exhibition that impressed me most was on Pulitzer Prize-winning photographs – the museum had many of the pictures on display, many with the accompanying stories. Impressive and depressing at the same time, as most of the photographs showed human tragedy. But there were also more light-hearted exhibits in the Newseum, such as the one on the “First Dogs” of the American presidents, which was probably the most crowded section of the whole museum. All in all, Washington is a great place to learn new things, and I wish I could come back more often.

Overall, ICA19 was a great conference in a great location – a dream combination! And now I’m looking forward to getting those papers on track which I promised during the numerous evening receptions…

 

Flaschenpost aus Hamburg

fiete_klein(Quak! – Foto von mir)

Mir geht es gut in Hamburg – anders kann man es nicht sagen. In den letzten fünf Monaten ist viel passiert: neue Forschung habe ich angeschoben, mein erstes Seminar abgeschlossen und mit dem neuen Sommersemester zwei neue begonnen. Die Forschung führt natürlich Angefangenes aus München fort – das möchte ich auch nicht missen. So kümmere ich mich weiter mit Prof. Neil Thurman um datenjournalistische Themen, wie zur Wahrnehmung von automatisiertem Journalismus, was wir nächsten Monat auf Human-Machine Communication Preconference der ICA in Washington, D.C. in den USA vorstellen werden. Aber auch hier in Hamburg spielt im Forschungsverbund mit Prof. Michael Brüggemann der ‚Computational Journalism‘ eine große Rolle, und ich hoffe, bald mehr berichten zu können.

Die Lehre ist ebenfalls spannend. So kann ich hier in Hamburg nicht nur kommunikationswissenschaftlich unterrichten, sondern auch in anderen Studiengängen. So bringe ich in diesem Sommersemester in meinem Kurs „Kommunikation von und mit Politikern: Zwischen Parlament, Social Media und Wahlkampf“ angehenden Politikwissenschaftlern bei, wie die Social Media und Co. Den politischen Prozess beeinflussen können, und bekomme mitunter ganz andere Antworten, ob das nun „gut“ oder „schlecht“ für die Demokratie ist, als ich es von meinen Studierenden in München bekommen habe. Aber die Kommunikationswissenschaftler bleiben mir auch dieses Semester in dem Überblickskurs „Einführung in die empirische Kommunikationsforschung“ erhalten, in dem ich einen Überblick über die Methodenvielfalt in der Kommunikationswissenschaft gebe. Den Sportjournalismus habe ich in Hamburg schon in einem Blockseminar im letzten Wintersemester ‚angedockt‘, und es ist gut zu wissen, dass es auch hier viele Sportenthusiasten gibt.

Alles in allem ist hier also viel los – viele neue Herausforderungen, zu denen ich bald mehr erzählen kann! Natürlich bleibt in all dem München unvergessen, allein schon, weil meine neue Abenteuer von der obigen Ente begleitet werden, die mir als Abgeschiedgeschenk von meinen lieben Kollegen mitgegeben wurde. In dem Sinne von der „Münchner HSV-Ente“: Servus, und quak ahoi!

UPDATE: Jetzt auch mit Ente.

New Journal Article on News Personalisation!

pfeile_klein(My photo)

Hooray, a new publication is out! The journal article, published in Journalism Practice, is titled „The Form of Content Personalisation at Mainstream, Transatlantic News Outlets: 2010–2016“, and considers the development of the personalisation of news delivery to recipients in a longitudinal perspective. Examples for news personalisation are push notifications, recommendations which relate to the content read, or specific regional editions of the news outlet. In our paper, my co-author Prof. Neil Thurman and I consider the trend towards news apps, the decline of RSS feeds, and the implications that a personalised news experience may have on the reader.

If you’re interested, read the article here.

Here’s the abstract:
In October 2016 the New York Times announced new content personalisation features for its websites and mobile apps, with the promise of “much more to come”. This article examines such developments via a quantitative content analysis of personalisation features at 15 major news outlets in the United Kingdom, the United States, and Germany and via interviews with senior editorial staff at some of those outlets. Both websites and mobile apps were studied, allowing comparisons to be made across platforms as well as geographically. Longitudinal comparisons were also made against an equivalent survey conducted in 2010. The results reveal significant changes over the last six years with, for example, rises in personalisation on mobile platforms, falls in the use of recommendations by friends, and convergence and commodification in content recommendation platforms. This study provides evidence to support continued debates on classical concerns such as selective exposure, but also raises new concerns about the effects of personalisation, including data protection and security issues.

Servus München – moin Hamburg!

Scroll down for gb_klein!

uniwechsel(Foto von mir)


Es gibt eine große Neuigkeit zu vermelden – ich bin nun an der Universität Hamburg! Hier geht es nun weiter mit Forschung und Lehre, und zwar am Lehrstuhl Kommunikationswissenschaft, insb. Klima- und Wissenschaftskommunikation, bei Prof. Michael Brüggemann. Ich freue mich auf neue und alte Themen – egal ob nun in der Journalistik, in der Sportkommunikation oder in ganz anderen Bereichen.

Aber bei aller Freude geht es nicht ganz ohne Tränen…! Meine Münchner Zeit war wunderschön, und ich möchte keinen Tag und keinen lieben Kollegen bzw. keine liebe Kollegin missen. Auch die nachmittägliche Blasmusik vom Chinesischen Turm wird mir fehlen, wer hätte es gedacht! Aber es heißt ja nicht, dass es ein Abschied für immer sein muss…

Also, ich melde mich nun aus dem sogenannten Pferdestall, und freue mich auf neue Herausforderungen – und Franzbrötchen!

 


Bye Munich – hi Hamburg!


Some big things have changed in the past month – I’m now at the University of Hamburg! I’ll go on here with teaching and research, and work with Prof. Michael Brüggemann and his team at the chair of Communication Studies, esp. Climate and Science Communication. I’m looking forward to new (and old) research topics, either from journalism studies, sports communication, or from something else entirely.

While I’m very happy about this, I’ll also miss Munich – a lot! My time in Munich was awesome, and I’ll definitely miss my great colleagues – and the Blasmusik from the Chinesischer Turm! But: you never know where life will take you…

So, I’m looking forward to new challenges – and Franzbrötchen!

Why football doesn’t play moneyball (yet) – Sports, Data, and Journalism conference in Zurich

robby_klein(This is one corner of my poster!)

 

What’s better than going to Zurich? Going to Zurich for a conference! On the 25th of October, I attended the “Sports, Data, and Journalism” conference at the University of Zurich, hosted by the Center for Research in Sports Administration (CRSA). The conference had a unique makeup of attendees, not only because of the diversity of disciplines represented, ranging from economists to historians, but also because data journalists were invited to present their projects. This meant that one could not only listen to a scientific talk on, say, the impact of data on professional sports, but also learn how newspapers present their sports stories with data. One story for example showcased the career of tennis star Roger Federer, taking his matches apart, from the number of backhand shots to which floor he played on.

I presented a poster on automation in German sports newsrooms, an ongoing project of mine. I was glad that the topic was met with interest, not only from fellow academics, but also from national and international sports organisations. Let’s see whether they will think about introducing automation in their own press offices!

The conference programme was also unique in the way that also workshops on data analysis software could be attended. Thus, I listened to an introduction to Python, and I’m sure I will make use of this coding language a lot more in the future. I would wish for more conferences to offer such an opportunity; it’s an easy way to learn more about what is out there in data analysis, what might be more suitable to the treatment of data than the software we use now in the social sciences.

The keynote was a personal highlight for me, as it was by given by Chris Anderson, author, with Dave Stares, of “The Numbers Game –Why Everything You Know About Football is Wrong”. I definitely recommend that book, to football fans as well as people interested in statistics. Where else would someone actually prove why the inferior teams win more often than they should? Chris Anderson told about his personal journey writing the book, and explained what is means to manage a lower league football club with no money. To make a long story short: don’t do it! The explanation lies in the following: football doesn’t play moneyball. What does that mean? Well, reading Michael Lewis‘ “Moneyball: The Art of Winning an Unfair Game” is a good start (or the movie of the same name, starring Brad Pitt), as it tells how Billy Beane, a baseball general manager in the US, put together a team based on their individual statistics (and thus strengths) – and won many games with that strategy. That sound like the ultimate dream, but is unlikely to work for football yet; first of all, baseball has many more games in a season and thus many more chances to try things out, and second, there is no ghost of relegation…

All in all, it was a great conference, and I hope that there will be more that mix academia and practice in such an intriguing way.

Berlin, Berlin! – Jahrestagung der Sportsoziologen

berlin(Foto von mir)

 

Nach der European Sports Management Conference in Malmö gab es nur zwei Tage Ruhe, dann ging es am 11. September gleich weiter nach Berlin, zur Jahrestagung der Sektion Sportsoziologie der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, die zum Thema „Gesellschaftliche Funktionen der Sportvereine und Sportverbände“ ausgerichtet wurde. Vom 12. bis zum 14. September ging dann um Themen wie Inklusion in Sportverbänden und Sportvereinen, ehrenamtliches Engagement, oder die lokale Zivilgesellschaft im Bereich des Sports.

Mein Vortrag trug den Titel „Sportvereine unter Druck – Das Zusammenspiel von Sportvereinen und externen Akteuren im Mikrokosmos Kleinstadt“. Ich habe mich mit den Herausforderungen beschäftigt, denen Sportvereine in kleinen Städten gegenüberstehen, und wie diese im Zusammenspiel mit anderen Akteuren in der Stadt entstehen oder sogar gelöst werden. Solche anderen Akteure waren in meiner Studie die Kommunalpolitik, die vermeintliche Konkurrenz im Sportbereich, die Dachverbände, und, wie sollte es bei Forschung von mir anders sein, die Lokalpresse. Ich habe durch die Betrachtung eines „Mikrokosmos“ in Norddeutschland herausgefunden, dass viele der von den Akteuren genannten Herausforderungen und Probleme nicht auf strikten Regeln, sondern auf mangelhafter bzw. gestörter Kommunikation beruhten. So ist es wohl in der Kleinstadt – es gibt nur wenig Geld zu verteilen, und die Sportvereine sind nicht die einzigen in der Stadt, die es benötigen. Aber, und das ist wichtig zu sagen, der Sportverein in meiner Studie ruht sich nicht aus, sondern plant aktiv für die Zukunft, um seinen gesellschaftlichen Aufgaben auch weiterhin gerecht zu werden.

Das Thema an sich mag jetzt erstmal merkwürdig klingen – denn es ist weder kommunikationswissenschaftlich, noch politikwissenschaftlich angelegt. Das stimmt, aber ich kann meine beiden Disziplinen mit der Sportwissenschaft verbinden, gerade bei so einem Thema wie dem eben vorgestellten, sodass am Ende doch ein passender Schuh draus wird. Darüber hinaus habe ich mir gerne angesehen, mit welchen Mitteln und Methoden die Sportsoziologie arbeitet (die übrigens tatsächlich nicht bei den Soziologen, sondern bei den Sportwissenschaftlern angesiedelt ist). Diese sind der Politikwissenschaft nicht unähnlich, auch, wenn sich die Forschungsfragen und das Forschungsinteresse voneinander unterscheiden.

Auch bei dieser Konferenz lässt sich sagen, dass ich viel mitgenommen habe – auch, weil hier die Praxis mit vertreten war, wie ich es von kommunikationswissenschaftlichen Tagungen nicht kenne. Das heißt, Vertreter der Sport-Dachverbände waren auch anwesend, und einige haben auch Vorträge gehalten. Das zeigt mir, dass eine Verzahnung von Wissenschaft und Praxis nicht nur möglich ist, sondern auch dringend geboten – das wäre etwas, worüber man in meinen „Heimatfächern“ durchaus drüber nachdenken könnte.

Das war allerdings noch nicht die letzte Konferenz im September, und mit dem Sport soll es das auch noch nicht gewesen sein – am 26. September geht es los nach Salzburg, zur 1. Jahrestagung der Fachgruppe Mediensport und Sportkommunikation in der DGPuK. Eigentlich ist es schon die vierte Tagung der Gruppe, aber nun wurde sie von einer „Ad-Hoc-Gruppe“ zur „Fachgruppe“ befördert, und das muss dann doppelt gefeiert werden. Ich freue mich auf Salzburg!

Welcome to Zlatan’s home – European Sports Management Conference 2018 in Malmö

easm2018(That’s me!)

 

Presentations, discussion, and drinks – this is (or almost was) my September. Conference season is the best time of the year, and from September 5th to 8th I found my way to Malmö, Sweden, to attend the European Sports Management Conference, lovingly called “EASM” (which sounds a lot like ‘Eeee-sum’). This was my first time attending a conference with solely sports management folks, for whom the effects of the media only play a small role in their overall discipline.

Anyway, I’ve heard many interesting talks, and also gave my own, called “The Footy Girls of Tumblr – How Women Communicate in the Online Football Fandom. Insights from The US, The UK, and Germany”. I talked about how the social network platform Tumblr is a “safe space” for young female football fans [to my American friends: of course, I’m talking about real football], who talk among themselves, without men or boys interfering. “Interfering” sounds harsh, but as research found, the discourse of sports being a male domain is replicated online, and women find themselves marginalised in it (see what Hardin, Zhong and Corrigan 2011 have to say). So, Tumblr is a space to live the football fandom in more than one way, e.g. by liveblogging during matches, by creating art featuring football players and team, or by discussing information that the media picks up on late or never. Of course, the Tumblr football fandom also has its challenges, like over the top rivalries between teams and their fans, but, all in all, it has proven to be a valuable place to hang out for my interviewees. Oh, and I had to change my subtitle – in the end, I interviewed Tumblr users from ten countries, and not three… I’m happy that my presentation was received well, and that I could show people that there is indeed a very active female football fandom – it simply likes to stay out of the spotlight.

As the conference was quite big, with almost 500 attendees, I heard so many different talks that’s it’s hard to remember them all. Especially since the management people are quite efficient – there was scheduled time between individual presentations in a session to switch rooms! I’ve never seen this before, as I am only familiar with the ‘you choose your session, you stick with all presentations in it’ rule. So, I moved quite often between presentations, meaning I could this get a very wide view of what research in sports management deals with. And a few works could definitely benefit from a media perspective…!

Malmö was nice, too, and it was good to know that one could book the ‘Zlatan suite’ at the conference hotel, with big pictures of him on the walls and everything. Why not! In sum, I met many great people, and I’m sure to work with some of them for one project or the other.