Wenn Ostern ist, ist das Sommersemester nicht fern

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… oder Frohe Weihnachten, wer weiß es bei dem Schnee, der heute auf einmal aufgetaucht ist, schon so genau. Aber wie auch immer, Ostern ist trotzdem klasse, und ich wünsche gemütliche und entspannte Tage. Und das besonders meinen Kollegen aus der Wissenschaft, denn für uns ist Ostern die Ruhe vor dem Sturm – nur noch eine Woche, dann fängt bei uns in München sdas neue Semester an…

Für mich geht es dieses Semester sportlich zu. Einerseits im Forschungsseminar für Studis im vierten (und höheren) Bachelorsemester, mit dem klangvollen Namen Sportjournalismus unter Druck: Neue Entwicklungen, neue Chancen?. Hier geht es darum, wie Sportjournalisten mit den neuen Herausforderungen umgehen, die z.B. die stark zunehmende eigene Berichterstattung der Vereine ihnen stellt. Hier sollen die Studis eigene kleine Forschungsprojekte durchführen, und es ist immer spannend, welche Themen dabei bearbeitet werden. Das zweite Seminar ist das Praxisseminar Das Glück liegt auf der Aschenbahn: Kommunikationsmanagement im Lokalsport für Studis im zweiten und vierten Bachelorsemester, in dem Kommunikationsstrategien für lokale Sportvereine entwickelt werden. Mal ganz weg vom Profisport, da kommen beim Amateur- bzw. Breitensport ganz eigene Dinge zutage, die nun wahrlich nicht langweilig sind. Langweilig ist es höchstens, wenn ich immer wieder daran erinnere, dass für manche abgefahrenen Apps oder Events einfach kein Geld und/oder keine Freiwilligen da sind… aber wie auch immer, auch neben dem Platz oder den Geräten heißt es: irgendetwas geht immer.

Ansonsten steht Ende Mai auch die von mit mitorganisierte Konferenz „Algorithms, Automation, and News“ an. Von dieser habe ich vor über einem Jahr schon einmal geschrieben, aber nun ist (fast) alles unter Dach und Fach. Was auch bedeutet, dass wir leider nur noch Plätze auf der Warteliste anbieten können – einerseits, weil es viele Interessierte gibt, die gerne zuhören möchten, aber auch, weil wir die Konferenz in einer relativ kleinen Münchner Villa abhalten und wir einfach nicht so viel Platz haben. Aber wer trotzdem mal ins Programm schnuppern will, der kann das auf unserer Website tun: www.algorithmic.news.

Frohe Ostern und frohes Eiersuchen im Schnee!

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Garantiert keine Montagsdiskussion: Tagung „Mikrokosmos Amateurfußball“

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Eine Tagung zum Thema Amateurfußball – als ich dazu eingeladen wurde, konnte ich einfach nicht nein sagen. Vor allen Dingen nicht, wenn gleich zwei Leute unabhängig voneinander finden, dass man doch unbedingt dabei sein müsse… (Außerdem, so viel kann ich vorwegnehmen, kann ich die neuen Erkenntnisse wunderbar in mein Seminar „Das Glück liegt auf der Aschenbahn: Kommunikationsmanagement im Lokalsport“ einfließen lassen, das ich im kommenden Sommersemester an der LMU geben werde.) Also, gesagt, getan, und am 20. Februar 2018 fand die Tagung „Mikrokosmos Amateurfußball“ endlich statt, ausgerichtet von der Hochschule Fresenius (University of Applied Sciences) in München. Die Tagung war nicht an die Wissenschaft gerichtet, sondern an Lehrer und die breitere Öffentlichkeit – was nicht nur daran zu sehen war, dass die Bayerische Landeszentrale für Bildungsarbeit die Tagung unterstützt hat.

Nur drei Stunden waren vorgesehen, um sich einem breiten Strauß an Themen zu widmen. Der Amateurfußball an sich wurde vom Mitinitiator der Tagung, Tim Frohwein [ohne eigene Online-Präsenz, aber wer ihn und seine Forschung in Bild und Ton sehen will, kann sich dieses Video ansehen], eingeführt, wobei er besonders den (möglichen) sozialen Zusammenhalt im Amateurfußball betont hat. Die Politik kam mit dem Abgeordneten des Bayerischen Landtags und Staatssekretär Bernd Sibler auch zu Wort, ebenso wie der Kreisvorsitzende für München vom Bayerischen Fußball-Verband, Bernhard Slawinski. Bei diesen drei Vorträgen ging es um die Wertigkeit von Amateurfußball, und die Veränderungen im Amateurfußball in München über die Jahre. Da hat sich viel getan, aber Herr Slawinski hat angemahnt, dass Leitbilder und Alleinstellungsmerkmale von den Vereinen geschaffen werden müssen, um Herausforderungen wie der Verbreitung von kommerziellen Fußballschulen und Gewaltvorfällen zu begegnen.

Auch die Sicht der Vereine hat Eingang gefunden, und zwar mit einem Vortrag zum Thema Integration vom Abteilungsleiter Fußball Bernd Klemm vom SVN München e.V.. Herr Klemm konnte mit vielen Bildern aus dem Vereinsleben berichten. Dabei muss man auch erwähnen, dass der SVN München e.V. für die Integrationsarbeit einige Preise gewonnen hat

Dr. Stefan Metzger hat den wissenschaftlichen Rahmen zu den Berichten aus der Praxis beigesteuert. Er hat den deutschen Amateurfußball einen historischen Kontext gesetzt, und aufgezeigt, dass viele Herausforderungen, mit denen sich der Amateurfußball heute beschäftigen muss, nicht neu sind. So Um einen Befund aus seiner gerade erschienenen Dissertation zu zitieren – Migration ist im Fußball der historische Normalfall.

Der nächste Programmpunkt stand isoliert da: es ging um Frauenfußball. Um einmal etwas weiter auszuholen: wenn man von der Begrüßung und der Moderation der die Tagung abschließenden Diskussionsrunde durch Dr. Stephanie Heinecke (Studiengangsleitung Sportmanagement B.A. an der Hochschule Fresenius) absieht, stand nur eine weitere Frau mit auf der Rednerliste, nämlich eben die Rednerin zum Frauenfußball, Kathrin Lehmann (ehemalige schweizerische Fußball-Nationalspielerin und aktuelle Eishockey-Nationalspielerin, um nur zwei Dinge aus ihrer beeindruckenden Biografie zu nennen). Frau Lehmann musste sich in der Fragerunde wieder den üblichen Klischees aussetzen lassen bzw. ein schlecht verstecktes Belächeln des Frauenfußballs ertragen. Das hat sie in ihrer souveränen Art wunderbar gemeistert, aber das zeigt wohl mal wieder, woran der Amateurfußball bei allen Erfolgen in Integration und Wachstum unter anderem krankt.

Es folgte noch eine Fragerunde mit Jimmy Hartwig, seines Zeichens Integrationsbeauftragter des DFB (und natürlich ehemaliger HSV-Spieler), der besonders der ganzen Integrationsdebatte noch eine Leichtigkeit hinzugefügt hat, die wohl nur er so an den Tag legen kann. Er hat aus seiner eigenen Erfahrung als Spieler berichtet, und natürlich über seine Arbeit als Integrationsbeauftragter, für die er in ganz Deutschland unterwegs ist.

Die Veranstaltung hat dann, wie bereits erwähnt, mit einer übergreifenden Diskussionsrunde geschlossen.

Alles in allem war es eine sehr lehrreiche Veranstaltung, die eine Perspektive geboten hat, die über die verkopfte Wissenschaft, aber auch über die eher anekdotischen Erlebnisberichte aus den Vereinen hinausgeht. Drei Stunden waren natürlich viel zu kurz, aber was will man machen, nicht wahr? Die Vorträge waren auch entsprechend kurz, da hätte jeder abendfüllend sein können. Aber für einen Überblick waren die Informationen ausreichend, und wer weiß – vielleicht kommt ja noch eine Folgetagung…?

Nach dem Semester ist vor dem Semester

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Nur noch eine Woche, dann ist die Vorlesungszeit wieder vorbei. Endlich! … schon? Die Geister scheiden sich wohl an dieser Frage; meine Studierenden, die morgen ihre abschließende Projektpräsentation halten und danach weiter an ihren Forschungsberichten werkeln werden, haben wohl eine ganz eigene Meinung dazu als ich. Aber gut, auch wenn ich mich auf die vorlesungsfreie Zeit freue (da wartet so Einiges auf mich), so freue mich auf die Präsentationen, und die Einzelteile, das ich über das Semester kennenlernen durfte, in einem großen Kontext zu sehen.

Worum ging es in den Projekten der Studierenden? Diese sind in meinem Projektseminar Zwischen Zeitungsartikel und Snapchat-Story: Wie politische Akteure kommunizieren entstanden, und drehen sich unter anderem um Themen wie die Wahlkämpfe der FDP, die Inhalte von Polit-Talkshows, und die mit jungen Leuten auf Instagram kommuniziert wird. Die Themen haben sich die Studierenden im Rahmen der Seminarinhalte selbst ausgesucht, und dann mit meiner Hilfe bearbeitet. Dabei haben sie eine Menge geleistet! Das Ziel war, eine Inhaltsanalyse durchzuführen, d.h. ihre Forschungsfragen mittels detailliert festgelegter Anweisungen und Statistik zu beantworten. Das hat eine Menge Exceltabellen produziert, aber so ist das in der quantitativen Forschung mit ihren Zahlen und Formeln.

Aber nicht nur dieser Kurs hat sich in diesem Semester voll reingehängt, auch die Teilnehmer meines kleinen aber feinen englischsprachigen Sportkommunikation-Seminars „One team, one dream“: Communication management and marketing in amateur club sports haben tolle Projekte aufgelegt. Hier ging es darum, eine Kommunikations- und Marketingstrategie für einen Amateursportverein zu entwerfen. Von einem genauen Blick auf den eigenen Verein ging es über das Umfeld mit der Kommunalpolitik und Mitbewerbern zu einzelnen Medienstrategien. Ob nun ein ganzheitliches Onlinekonzept oder ein ausgearbeiteter Vorschlag für eine Veranstaltungsreihe – es ist schade, dass die meisten Pläne wahrscheinlich erstmal in der Schublade verschwinden müssen, aber wer weiß, vielleicht wird ja in Zukunft der eine oder andere Sportverein revolutioniert…

Im Sommersemester 2018 geht es dann sportlich weiter, denn ich werde zwei Seminare aus dem Themenfeld der Sportkommunikation anbieten. Einmal das Seminar Sportjournalismus unter Druck: Neue Entwicklungen, neue Chancen?, in dem ich mit meinen Studierenden wie auch schon im Politikkurs kleine Forschungsarbeiten auflegen werde, unter anderem zum Einfluss von vereinseigenen Medien auf den Sportjournalismus, und das Dasein, das Randsporten in den Medien fristen – und wie sie sich mithilfe des Internets daraus befreien könn(t)en. Als zweites biete ich wieder ein Seminar an, indem die Wichtigkeit von Kommunikationsmanagement auf der lokalen Ebene betrachtet wird. Warum traditionelle Medien noch immer wichtig sind und der Einsatz von Social Media nur ein Puzzleteil von vielen ist, kommt dann im Seminar Das Glück liegt auf der Aschenbahn: Kommunikationsmanagement im Lokalsport ans Licht.

Also, morgen die Abschlusspräsentationen zur politischen Kommunikation – endlich, denn ich bin sehr gespannt – und dann ist das Semester wieder um, und ich kann mir ausrechnen, dass ich im Juli wieder hier sitze, wenn die nächsten Abschlusspräsentationen anstehen und ich mich frage, wo das Semester schon wieder geblieben ist…!

Unterwegs im Namen der Sportkommunikation (und das gleich zweimal in einem Monat)

IMG_5249_klein(Foto von mir – das Konferenzprogramm des „17. Hamburg Congress on Sports, Economy, and Media“)

 

Die letzten paar Wochen waren geprägt von vier Konferenzen* – und zwei davon drehten sich um den Sport und die dabei stattfindende Sportkommunikation. Da musste ich natürlich dabei sein!

Die erste Konferenz, die ich besucht habe, war der „17. Hamburg Congress on Sports, Economy, and Media“, ein Kongress für Wissenschaftler und Teilnehmern aus der Praxis, der am 4. und 5. September 2017 in der HafenCity Universität Hamburg abgehalten wurde. Wie der Name schon sagt, ist das Konferenzformat an sich nicht neu, aber dieses Jahr wurde der Kongress zum ersten Mal komplett auf Englisch abgehalten. Nicht zuletzt, weil Gäste von der International Association for Communication and Sport (IACS) angereist waren, die den sonst vornehmlich deutschen Teilnehmern die Entwicklungen in der amerikanischen Sportkommunikation vorgetragen haben. Die weiteren Themen waren bunt gemischt, und so gab es Beiträge von Wissenschaftlern, wie bereits angedeutet, und von Praktikern, wie von der Werbeagentur Jung von Matt oder dem Marketingvorstand vom Fußball-Bundesligisten Hertha BSC. Gerade letztere Vorträge waren ein sehr interessanter Einblick hinter die Kulissen für mich – denn es wurde berichtet, wie Kampagnen für Vereine und andere Institutionen des Sports entwickelt werden, die wir Wissenschaftler sonst nach ihrer Fertigstellung analysieren und deren Entstehung manchmal nur schwer nachvollziehbar ist. Die Beiträge aus der Wissenschaft waren aber auch nicht ohne, denn so weiß ich nun, wie der derzeitige Stand von Virtual Reality im Profisport ist (jedenfalls in Amerika gibt es für den Zuschauer da bereits eine Menge zu sehen und zu erleben), und wie es um ethische Aspekte und Selbstverpflichtung im Sportjournalismus bestellt ist (im Übrigen nicht schlecht, zumindest wenn man den Agenturen und Redaktionen glauben darf). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mich diese Konferenz mit starkem Praxis-Einschlag bestimmt nicht zum letzten Mal gesehen hat. Die Praxis ist wichtig, gerade hier im Sport – der Blick auf die sprichwörtliche andere Seite des Schreibtischs zeigt nicht nur, welche Marketing-Strategien bisher aus welchen Gründen angewendet wurden, sondern auch, was die Zukunft bringen könnte. Das ist auch für den Sport und seine Berichterstattung wichtig, welche sich mit all den neuen Techniken – wie die eben genannte Virtual Reality – weiterhin in einem starken Wandel befindet.

Die zweite Konferenz war die Jahrestagung der DGPuK-Ad-hoc-Gruppe „Mediensport und Sportkommunikation“ am 25. Und 26. September 2017 in Hamburg. Die DGPuK (Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft) ist der Dachverband der Kommunikationswissenschaftler in Deutschland, und unterteilt sich in Fachgruppen mit unterschiedlichsten Interessen – eins davon ist Sport, zu dem diese Konferenz ausgerichtet wurde. Eine Gruppe von rund 30 Wissenschaftlern hat sich an der Macromedia Hochschule in Hamburg zusammengefunden, und sich über die Medienberichterstattung von Randsportarten auszutauschen, zu der Eventisierung des Sporterlebnisses im Stadion und darüber hinaus, oder zur Relevanz der Liveberichterstattung im Sportjournalismus. Ich selber habe unter dem Oberthema „sportmediale Anschlusskommunikation“ zu „Fußball-Talks in Deutschland“ vorgetragen, wo es um die Darstellung der Themen, die Gästeauswahl, und die Aufmachung dreier Fußball-Talkshows ging; einer davon war der beliebte Doppelpass (wer nicht weiß, was das für ein wunderbares Format ist, in dem es nicht selten hoch her geht: hier das Video, das ich meinen Zuhörern gezeigt habe, um sie auf meinen Vortrag einzustimmen). Die Sportkommunikation-Gruppe der DGPuK ist noch nicht sehr groß, aber dafür sehr engagiert – so ist es nicht nur produktiv, über des Deutschen liebste Freizeitbeschäftigung zu diskutieren, es macht auch noch eine Menge Spaß. Ich freue mich auf das nächste Jahr, in dem die Konferenz in Salzburg stattfinden wird.

Beide Konferenzen wurden übrigens von Prof. Thomas Horky (Macromedia University Hamburg) ausgerichtet – vielen Dank dafür, und ich wünsche nach diesen Wochen eine ordentliche Mütze Schlaf!


* Die anderen beiden finden im nächsten Post Beachtung. Aber bevor es daran geht, kommt jetzt erstmal der Sport!