Report & Event: Wie denken die Journalisten in Großbritannien über ihren Job?

journalists_klein(Foto von mir)


Kaum ist die eine Publikation raus, kommt gleich die nächste, und wieder kann ich nicht ohne Stolz berichten.

Aber von vorne: Das erste Projekt, das ich hier in München zusammen mit meinem Chef in Angriff genommen habe, war eine Journalistenbefragung. Und zwar nicht nur irgendeine – wir haben für die Worlds of Journalism Study, die in der gerade aktuellen Runde Journalisten in über 60 Ländern befragt hat, die britischen Journalisten unter die Lupe genommen. Die Fragen an die Journalisten waren vielfältig – von den Arbeitsbedingungen, zum eigenen Rollenverständnis, bis hin zu Ethik war alles dabei (wer sich den allgemeinen Fragebogen ansehen möchte, der in jeweils leicht abgewandelter Form für alle Länder benutzt wurde, kann das mit einem Klick hier tun). Unsere Befragung wurde online durchgeführt, und 700 Journalisten haben wir am Ende in unsere Auswertung hineingenommen.

Eine super Sache mit spannenden Ergebnissen – und daraus haben wir, Neil und ich, zusammen mit Alessio Cornia einen Report gemacht. Dort stellen wir unsere Ergebnisse im Detail vor, und schauen uns also genau an, wie der britische Journalist arbeitet. Der Report ist natürlich nicht vom Himmel gefallen, sondern wurde dankenswerterweise vom Reuters Institute for the Study of Journalism der University of Oxford produziert und am Ende publiziert. Vielen Dank dafür! Also, hier ist der Report, für alle Interessierten frei verfügbar zum Download (und ein paar wichtige Ergebnisse in Kurzform für die Lesefaulen):

journalists_1_klein

Das allein wäre ja eine Neuigkeit genug, aber es geht noch weiter: am 9. Mai durften wir unseren Report der Öffentlichkeit präsentieren! Zusammen mit der City University London hat das Reuters Institute for the Study of Journalism ein Event mit dem klangvollen Namen „The British journalist in the digital age“ auf dem Campus der City University organisiert. Gut 200 Leute sind gekommen, um sich die Befunde anzuhören, einen gedruckten Report mitzunehmen, und viele Fragen zu stellen. Außerdem wurde der Report von einem Panel diskutiert, nämlich von Pete Clifton, dem Chefredakteur der Press Association, von Michelle Stanistreet, der Generalsekretärin der Journalisten-Gewerkschaft National Union of Journalists, und von Professor Suzanne Franks von der City University London, die sich als Autorin von ‘Women and Journalism’ einen Namen gemacht hat. Diese tollen Panelisten haben die Diskussion wunderbar eingeleitet, ein paar Ergebnisse kritisch bewertet, bis schließlich das Publikum seine Fragen an den Mann oder die Frau bringen durfte.  Ein toller Abend, an dem der Report sowohl während der Veranstaltung als auch auf Twitter große Wertschätzung erfahren hat. Es ist eine schöne Sache, wenn man seine Arbeit der Öffentlichkeit vorstellen darf, und diese damit auch noch etwas anzufangen wissen.

Ich habe im Übrigen auch fleißig getweetet – und war ziemlich überrascht dass folgender Tweet von mir die Runde gemacht hat:

Nun, der Befund, dass die Journalisten den (anderen?) Nachrichtenmedien nicht über den Weg trauen (und damit sich selber nicht?), hat wohl Anklang gefunden…

Ich freue mich jedenfalls schon auf das nächste Projekt – und das ist übrigens bereits in vollem Gange. Denn die Fahrt nach London war nicht nur für die Präsentation gedacht, sondern auch für die Datenerhebung der nächsten Sache… aber dazu beizeiten mehr, wenn unsere Arbeiten weiter fortgeschritten sind.

Wie gesagt, hier in München am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung ist und bleibt es spannend!

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Die Dissertation ist erschienen!

buecher_diss_klein(Photo von mir)


Hurra, hurra, gute Nachrichten – die überarbeitete Fassung meiner Dissertation erscheint nun als Buch. Da musste ich meine Freude einfach teilen!

Also, hier ist das gute Stück – vielleicht möchte ja jemand einen Anschaffungsvorschlag an die örtliche Bibliothek verfassen. ;)

diss-buchcover

Hier kurz zum Inhalt (Achtung: der Text ist auf Deutsch, aber das Buch ist in englischer Sprache geschrieben!):

Die Mitglieder des Europäischen Parlaments werden von Wählern und Medien oft ignoriert. Die Arbeit der Abgeordneten wird als fern vom Bürger wahrgenommen, als ein weiterer intransparenter Teil der Europäischen Union. Ebenso fern scheint die nationale Ebene, welche die Europaabgeordneten für ihre Arbeit und weitere politische Karriere allerdings im Blick behalten müssen. Mit Onlinekommunikation auf persönlichen Webseiten kann diesen Problematiken begegnet werden, denn so ist eine ausführliche Darstellung der eigenen Arbeit möglich.

Die Studie untersucht die Webseiten von Europaabgeordneten mit einer quantitativen Inhaltsanalyse, wobei die Themenfelder Information, Transparenz und Repräsentation im Fokus stehen.

Dabei wird der Vergleich mit nationalen Abgeordneten angesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Unterschiede zwischen den politischen Ebenen sowie nationale und ideologische Faktoren Einfluss darauf haben, wie sich Parlamentarier online präsentieren.

… das ist übrigens nicht die einzige Publikation, von der ich in nächster Zeit berichten werde. Wie heißt es doch so schön: wenn es einmal läuft…

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Tschüss, 2015!

huete(Photo von mir)


Das Ende eines Jahres, und damit ein Anlass, einmal zurückzuschauen. Während das dieser Tage unendlich viele Zeitschriften und Zeitungen für das Weltgeschehen und alles Drumherum tun, schaue ich einmal kurz auf mein ganz persönliches (akademisches) 2015 zurück.

Als erstes das wichtigste: ich habe meine Doktorarbeit abgegeben, verteidigt, und meine Promotionsurkunde bekommen. Schon die Abgabe war ein großartiges Erlebnis – nach der gefühlt tausendsten Korrektur und Formatierung endlich die fertig gebundenen Exemplare in den Händen halten, darauf habe ich gewartet! Im Juli folgte dann die Disputation mit meinen drei Doktorvätern Prof. Florian Grotz, Prof. Ferdinand Müller-Rommel, und Prof. Simon Hix, der extra aus London angereist ist. Ein sehr aufregender Tag, der zum Glück reibungslos über die Bühne gegangen ist. Nicht zuletzt auf Grund des Zuspruchs meiner Mit-Doktoranden, die der Disputation nicht nur beigewohnt, sondern mir gezeigt haben, dass ich nicht alleine da vorne stehe. Vielen Dank an meine Doktorväter und meine Mit-Doktoranden für den großartigen Tag! Gegen Ende des Jahres bekam ich schließlich die Promotionsurkunde, mit der ich den Doktorgrad nun offiziell führen darf. Das heißt auch, dass die Publikation meiner Dissertation in den Startlöchern steht – wenn es soweit ist, werde ich hier berichten.

Daneben sind noch weitere Dinge passiert, na klar. Wie mein Besuch der GOR15 in Köln, der General Online Research Conference, auf der ich Auszüge meiner Dissertation vorstellen und so einige spannende Leute kennengelernt habe. Außerdem habe ich zwei Seminare zum Thema politischer Kommunikation gegeben, und ein Paper für ein Journal fertiggestellt. Also, alles in allem war das akademische 2015 sehr erfolgreich!

Ansonsten bietet es sich auch immer an, in die Zukunft zu schauen – und da passiert in den nächsten Tagen eine Menge bei mir. Aber dazu kommt im Januar ein ausführlicher Blogpost…

Also, tschüss 2015, hallo 2016!

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Die Disputation ist geschafft (und das schon seit dem 7. Juli)!

disputation(Foto mit mir und von mir – zur Feier des Tages einmal nicht im gewohnten quadratischen Format)


Es ist zwar schon ein paar Tage her, neue Arbeit und Ereignisse kamen dazwischen – aber ich möchte es trotzdem noch verkünden: ich habe am 7. Juli meine Disputation bestanden, und damit ist das Promotionsverfahren abgeschlossen. Es war ein aufregender Tag, an den ich auch nach ein paar Wochen noch gerne denke. Ich musste am Anfang der Disputation einen Vortrag halten, in dem ich das Vorgehen und die Ergebnisse meiner Dissertation zusammengefasst habe, und danach habe ich mich den Fragen meiner Prüfer gestellt. Hier noch einmal einen großen Dank an Prof. Dr. Florian Grotz, an Prof. Dr. Ferdinand Müller-Rommel, und an Prof. Dr. Simon Hix, der extra aus London angereist ist. Ich hatte es vorher nicht glauben wollen, aber die Disputation ist tatsächlich eher ein Fachgespräch unter Kollegen als eine Prüfung. Kein leichtes Fachgespräch, denn die Fragen waren nicht ohne. Aber keine Prüfung, da nicht Fakten abgefragt wurden, sondern es immer um die Arbeit und die Weiterentwicklung derselben ging.

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei all meinen Weggefährten bedanken – bei meinen Kommilitonen und Kollegen an der Leuphana Universität Lüneburg, der London School of Economics and Political Science, der Universität Hamburg, am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung, und darüber hinaus. Ihr wisst, wer ihr seid, und ich hoffe, dass unsere „Doktoranden-Talks“ als „Postdoc-Talks“ weitergehen. An alle, die die Abgabe und Disputation noch vor sich haben: haltet durch! Es lohnt sich!

Aber warum steht der Dr. denn noch nicht hier auf dem Blog? Das hat einen einfachen Grund: ich muss meine Arbeit noch publizieren, ehe ich den “Dr. rer. pol.” in meinen Lebenslauf schreiben darf. Mit der Publikation bin ich gerade beschäftigt. Ich freue mich darauf, wenn ich mein Dissertation, gedruckt in einem schönen Buch, in den Händen halten darf. Dann werde ich mich schließlich auch auf dem Blog zum „Dr.“ machen, und natürlich mein Buch präsentieren. :)

Wie geht es jetzt weiter? Ich arbeite ab dem ersten August als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft (Professur für Vergleichende Regierungslehre) der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Dort warten spannende Aufgaben auf mich – auf zu neuen Ufern!

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Doktorarbeit ist abgegeben!

gb_kleinPlease click here for the English version!


phd_submitted_jessica(Das bin ich!)


Heute ein Beitrag in ureigener Sache: Ich habe meine Doktorarbeit abgegeben! Hurra! Nach knapp drei Jahren liegt sie nun gebunden im Dekanat meiner Fakultät und wartet nur darauf, an die Gutachter geschickt zu werden. Eine große Reise neigt sich ihrem Ende, das ist hier nicht übertrieben. Drei Jahre – voller Spannung, neuen Erkenntnissen, und natürlich auch Arbeit. Mit einem sechsmonatigen Intermezzo im Government Department der London School of Economics and Political Science, einigen Konferenzen, und tollen Leuten in meinem Heimatinstitut, dem Zentrum für Demokratieforschung an der Leuphana Universität Lüneburg, sowie an anderen Orten. Es gibt nicht einen Moment, den ich missen möchte.

‚Ich habe es noch gar nicht richtig realisiert’ – das habe ich immer für einen ziemlich unglaubwürdigen Spruch gehalten, aber das trifft im Moment genau auf mich zu. Es kann doch nicht einfach vorbei sein?! Ist es ja auch nicht, immerhin wartet noch die Disputation auf mich, in der ich meine Ergebnisse verteidigen muss und darf. Außerdem liegen hier noch immer eine Menge Bücher herum, die zurück in die Bibliothek gebracht werden müssen… dennoch, jetzt kommt der nächste Schritt.

Als „Doktorandin in spe“ habe ich diesen Blog begonnen, und jetzt bin ich bei „Post-Doktorandin in spe“ angekommen – einfach ein großartiges Gefühl. Ich werde berichten.

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