Alles neu in München – das war 2016

img_4621klein(Foto von mir
– Berliner/Pfannkuchen/Krapfen sind eben das, was man zum Jahreswechsel braucht)

 

Heute ist der letzte Tag im Dezember 2016, und eine gute Gelegenheit, auf das letzte Jahr zurückzuschauen. Es, wie schon ein Jahr zuvor, viel passiert.

Erst einmal bin ich nun seit fast einem Jahr Münchnerin – seit Januar 2016 setze ich meine Forschung und Lehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München als Wissenschaftliche Mitarbeiterin fort. Dort, am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, fühle ich mich sehr wohl, dank der spannenden Arbeit und natürlich der netten Kollegen. Jetzt geht es für mich in meiner Forschung vor allem um Algorithmen und deren Wirkungen auf den Journalismus, und das ist ganz anders als meine vorherige Arbeit in der Politikwissenschaft. Was aber nicht heißt, dass sie ganz aus meinem Arbeitsalltag verschwunden ist, denn in so einigen Projekten, z.B. der großen Journalistenbefragung im Zuge der Worlds of Journalism Study, ist weiterhin genug Politik drin, sodass ich nicht auf sie verzichten muss.

Außerdem spielt in meiner Lehre die Politische Kommunikation weiterhin eine große Rolle. Bis Februar unterrichte ich z.B. ein Projektseminar, in dem ich meinen Studierenden mithilfe von Themen wie Wahlkampfkommunikation, Lobbying, oder politischer Onlinekommunikation die Methode der quantitativen Inhaltsanalyse näherbringe. Das heißt, das Kennenlernen und Anwenden der Methode nimmt einen großen Raum ein, aber immer mit politikwissenschaftlichen Themensetzungen und den dazugehörigen Theorien. Daneben hat sich ein weiterer Themenfokus herauskristallisiert, der mir sehr viel Freude macht, nämlich die Sportkommunikation. In einem Projektseminar dazu, das ich auch dieses Semester unterrichte, sind meine Studierenden und ich gerade fleißig dabei, den deutschen Profifußball zu untersuchen. Und natürlich – in Zeiten vom FIFA-Korruptionsskandal und politischen Messages von Vereinen und Fans geht es auch hier nicht ohne Politik!

Veränderungen allerorten, das kann ich so feststellen – die Doktorarbeit ist mit Erscheinen meiner Monographie im April 2016 endgültig abgeschlossen, und damit ist die Arbeit an den Onlineauftritten von Politikern erstmal vorbei. Was die neuen Themen angeht, die mich umtreiben, sind z.B. die (Aus)Wirkungen von Software, mit denen sich Textnachrichten automatisiert erstellen lassen, und algorithmenbasierte Neuerungen auf Nachrichtenwebseiten an der Tagesordnung. Ganz anders, und doch ähnlich – es geht immer noch im Kern darum, wie sich das politische und gesellschaftliche System durch die neuen Techniken verändern.

Meine Ergebnisse konnte ich dieses Jahr auch vorstellen, wie z.B. auf der Second Annual Journal of International Press/Politics Conference in Oxford. Dort ging es, wie der Name der Konferenz schon vermuten lässt, um die Wechselwirkungen von Journalismus und Politik, genauer die politischen Einflüsse auf Journalisten. Eine kleine, und sehr feine Konferenz, auf der ich alte Bekannte wiedergesehen, und viele neue Kontakte knüpfen konnte. Auch der Nachwuchstag der DGPuK hat mir neue Impulse für meine Forschung und Lehre gegeben, z.B. mit Vorträgen zum Berufungsverfahren oder zur Drittmittelakquise. Hier nochmal einen großen Dank an meine Kollegen, die den Nachwuchstag nach München geholt und organisiert haben.

Natürlich gab es daneben noch andere Freuden, wie z.B. ganz allgemein das Kennenlernen einer neuen Stadt, und – wie es in München auch gar nicht anders geht – der Kauf eines Dirndls. Umso schöner, dass es mir von allen Seiten leicht gemacht wurde, mich „hier unten“ einzuleben.

Soweit – einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein erfolgreiches 2017!

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Das erste Semester in München ist um!

starnberg(Foto von mir – der Starnberger See)



… nicht nur Studierende finden ihr erstes Semester an der Universität aufregend, ich auch – nur, dass es mein erstes Semester als Wissenschaftliche Mitarbeiterin, und eben nicht mehr als Studierende, am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der LMU war. Neuer Job, neues Institut, neue Kollegen, und eine ganz neue Stadt. Nicht zu vergessen, dass ich als Politikwissenschaftlerin nun zwischen lauter Kommunikationswissenschaftlern Zuhause bin.
Und schon ist das erste halbe Jahr in München rum!

Zeit für eine kurze Bilanz. Im Januar bin ich gestartet, und habe mit meinem Chef Neil Thurman gleich einen Bericht zu Arbeitsbedingungen und -einstellungen der britischen Journalisten geschrieben. Im Mai ist er erschienen, gefeiert mit einer Veranstaltung an der City University London. Eine tolle Sache, den Bericht, der vom Reuters Institute for the Study of Journalism der Universität Oxford herausgegeben wurde und übrigens hier frei verfügbar ist, in den Händen zu halten.

Dann kam die nächste Datenerhebung zu zwei kleinen Projekten, zu denen wir uns bald an die Analyse und das Verfassen von Artikeln machen. Klingt nebulös? Ist es auch, aber da geht es weiter, keine Sorge.

Tja, der Uni-Alltag hat mich dann natürlich auch fest in den Händen gehabt, nämlich in Form der Lehre. Ich habe zwei Kurse zum Thema Politische Kommunikation gegeben, einen auf deutsch, einen auf englisch, letzteren mit Austauschstudierenden aus aller Welt. Es war sehr spannend, die Themen mit angehenden Kommunikationswissenschaftlern zu bearbeiten, von denen nur die wenigsten im Haupt- oder Nebenfach Politik studieren. Aber: es hat gut geklappt, und es waren tollen Kurse mit spannenden Diskussionen. Nun, Brexit und Co. haben es mir einfach gemacht, die Wichtigkeit der Inhalte zu zeigen – wenigstens ein Gutes hat das alles.

Ganz nebenbei ist meine Dissertation im Nomos-Verlag erschienen, und ein Fachartikel in der Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft. Das waren zwar ‚Altlasten’, aber keine schlechten.

Und die Leute hier in ‚Minga’? Meine Kollegen sind wunderbar und haben mich nett aufgenommen, und ich freue mich auf viele weitere Gespräche, Mittagspausen im Biergarten der Mensa, und hoffentlich das eine oder andere gemeinsame Projekt.

… und schön ist es hier in Bayern auch noch! Nicht nur in München, sondern auch im Umland, wie in Starnberg, das das das Bild oben zeigt. So lässt es sich leben, wenn mal die Wissenschaft ein Weilchen Pause macht.

Also, ein halbes Jahr ist um, und weiter geht’s – ich freue mich in naher Zukunft besonders auf den Nachwuchstag der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft e.V. (für Eingeweihte nur ‚DGPuK’), organisiert von meinen tollen Kollegen, Anfang September (Anmeldungen bis zum 5. August hier). Wem das nichts sagt: hier dreht sich alles um den wissenschaftlichen Nachwuchs, vom Doktoranden in spe bis zu ‚fertigen’ Docs wie mir. Vorträge zur Karrieregestaltung, und was man in beim Weg in die Wissenschaft alles beachten kann, stehen auf der Tagesordnung. Es verspricht spannend zu werden! Aber das war es natürlich noch lange nicht, aber jetzt sind erstmal Semesterferien, und es ist still im Institut geworden. Die Ruhe vor dem nächsten Semester. Da geht’s natürlich wieder mit der Lehre weiter, unter anderem mit einem Seminar zur Kommunikation im deutschen Profifußball.

Das war nur ein kleiner Eindruck – es gibt noch mehr zu berichten, noch mehr zu tun und zu besuchen, aber alles zur gegebenen Zeit.

Hier in München wird es jedenfalls nicht langweilig!

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Die Dissertation ist erschienen!

buecher_diss_klein(Photo von mir)


Hurra, hurra, gute Nachrichten – die überarbeitete Fassung meiner Dissertation erscheint nun als Buch. Da musste ich meine Freude einfach teilen!

Also, hier ist das gute Stück – vielleicht möchte ja jemand einen Anschaffungsvorschlag an die örtliche Bibliothek verfassen. ;)

diss-buchcover

Hier kurz zum Inhalt (Achtung: der Text ist auf Deutsch, aber das Buch ist in englischer Sprache geschrieben!):

Die Mitglieder des Europäischen Parlaments werden von Wählern und Medien oft ignoriert. Die Arbeit der Abgeordneten wird als fern vom Bürger wahrgenommen, als ein weiterer intransparenter Teil der Europäischen Union. Ebenso fern scheint die nationale Ebene, welche die Europaabgeordneten für ihre Arbeit und weitere politische Karriere allerdings im Blick behalten müssen. Mit Onlinekommunikation auf persönlichen Webseiten kann diesen Problematiken begegnet werden, denn so ist eine ausführliche Darstellung der eigenen Arbeit möglich.

Die Studie untersucht die Webseiten von Europaabgeordneten mit einer quantitativen Inhaltsanalyse, wobei die Themenfelder Information, Transparenz und Repräsentation im Fokus stehen.

Dabei wird der Vergleich mit nationalen Abgeordneten angesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Unterschiede zwischen den politischen Ebenen sowie nationale und ideologische Faktoren Einfluss darauf haben, wie sich Parlamentarier online präsentieren.

… das ist übrigens nicht die einzige Publikation, von der ich in nächster Zeit berichten werde. Wie heißt es doch so schön: wenn es einmal läuft…

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Tschüss, 2015!

huete(Photo von mir)


Das Ende eines Jahres, und damit ein Anlass, einmal zurückzuschauen. Während das dieser Tage unendlich viele Zeitschriften und Zeitungen für das Weltgeschehen und alles Drumherum tun, schaue ich einmal kurz auf mein ganz persönliches (akademisches) 2015 zurück.

Als erstes das wichtigste: ich habe meine Doktorarbeit abgegeben, verteidigt, und meine Promotionsurkunde bekommen. Schon die Abgabe war ein großartiges Erlebnis – nach der gefühlt tausendsten Korrektur und Formatierung endlich die fertig gebundenen Exemplare in den Händen halten, darauf habe ich gewartet! Im Juli folgte dann die Disputation mit meinen drei Doktorvätern Prof. Florian Grotz, Prof. Ferdinand Müller-Rommel, und Prof. Simon Hix, der extra aus London angereist ist. Ein sehr aufregender Tag, der zum Glück reibungslos über die Bühne gegangen ist. Nicht zuletzt auf Grund des Zuspruchs meiner Mit-Doktoranden, die der Disputation nicht nur beigewohnt, sondern mir gezeigt haben, dass ich nicht alleine da vorne stehe. Vielen Dank an meine Doktorväter und meine Mit-Doktoranden für den großartigen Tag! Gegen Ende des Jahres bekam ich schließlich die Promotionsurkunde, mit der ich den Doktorgrad nun offiziell führen darf. Das heißt auch, dass die Publikation meiner Dissertation in den Startlöchern steht – wenn es soweit ist, werde ich hier berichten.

Daneben sind noch weitere Dinge passiert, na klar. Wie mein Besuch der GOR15 in Köln, der General Online Research Conference, auf der ich Auszüge meiner Dissertation vorstellen und so einige spannende Leute kennengelernt habe. Außerdem habe ich zwei Seminare zum Thema politischer Kommunikation gegeben, und ein Paper für ein Journal fertiggestellt. Also, alles in allem war das akademische 2015 sehr erfolgreich!

Ansonsten bietet es sich auch immer an, in die Zukunft zu schauen – und da passiert in den nächsten Tagen eine Menge bei mir. Aber dazu kommt im Januar ein ausführlicher Blogpost…

Also, tschüss 2015, hallo 2016!

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Doktorarbeit ist abgegeben!

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phd_submitted_jessica(Das bin ich!)


Heute ein Beitrag in ureigener Sache: Ich habe meine Doktorarbeit abgegeben! Hurra! Nach knapp drei Jahren liegt sie nun gebunden im Dekanat meiner Fakultät und wartet nur darauf, an die Gutachter geschickt zu werden. Eine große Reise neigt sich ihrem Ende, das ist hier nicht übertrieben. Drei Jahre – voller Spannung, neuen Erkenntnissen, und natürlich auch Arbeit. Mit einem sechsmonatigen Intermezzo im Government Department der London School of Economics and Political Science, einigen Konferenzen, und tollen Leuten in meinem Heimatinstitut, dem Zentrum für Demokratieforschung an der Leuphana Universität Lüneburg, sowie an anderen Orten. Es gibt nicht einen Moment, den ich missen möchte.

‚Ich habe es noch gar nicht richtig realisiert’ – das habe ich immer für einen ziemlich unglaubwürdigen Spruch gehalten, aber das trifft im Moment genau auf mich zu. Es kann doch nicht einfach vorbei sein?! Ist es ja auch nicht, immerhin wartet noch die Disputation auf mich, in der ich meine Ergebnisse verteidigen muss und darf. Außerdem liegen hier noch immer eine Menge Bücher herum, die zurück in die Bibliothek gebracht werden müssen… dennoch, jetzt kommt der nächste Schritt.

Als „Doktorandin in spe“ habe ich diesen Blog begonnen, und jetzt bin ich bei „Post-Doktorandin in spe“ angekommen – einfach ein großartiges Gefühl. Ich werde berichten.

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Wissenschaft kurz auf den Punkt gebracht

verstaendliche(Photo von mir)

 

Erst einmal: Happy New Year! Zumindest fast, aber auf ein paar Stunden kommt es nicht an. Ich kann sagen, ein gutes Jahr gehabt zu haben – mit der Dissertation und dem Drumherum ging es gut voran (wie zum Beispiel mit dem von einem von einem Kommilitonen und mir organisierten NapoKo-Kolloquium), auch andere Dinge haben mich glücklich gemacht. Nun zu dem, was ich mir für das neue Jahr wünsche – und was nichts mit meiner ganz persönlich angezündeten Wunderkerze zu tun hat. Nein, etwas Allgemeineres: ich wünsche mir mehr verständliche Wissenschaft.

Was heißt das und wie komme ich darauf? Letzteres ist leicht zu beantworten: ich habe mir die öffentliche Endausscheidungsrunde des Wettbewerbs „Verständliche Wissenschaft“, ausgerichtet vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht, angesehen. Hier war es die Aufgabe von jungen Forschern, ein Thema – hier meist Ergebnisse aus der Doktorarbeit – in acht Minuten einem Laienpublikum vorzustellen. Dieses Publikum stimmte dann hinterher für den besten Vortrag ab. Eine große Bandbreite an Themen gab es, vom Nahrungsverhalten von Süßwassermuscheln bis zu Klimakonflikten (übrigens gehalten von einem Soziologen, obwohl sich der Wettbewerb eher an Naturwissenschaftler richtet), und ich kann sagen, aus diesen kurzen Vorträgen eine Menge gelernt zu haben.

Ob man dieses Vorgehen – gerade die Abstimmung des Publikums – nun gut findet oder nicht, das Prinzip finde ich großartig. Forschung, so kompliziert sie auch sein mag, muss in so einem Wettbewerb klar vorgestellt werden, ohne Fachjargon und überladenen theoretischen Hintergrund. Auch Quantenphysik kann so greifbar gemacht werden, wie bei dem eben vorgestellten Wettbewerb eindrucksvoll gezeigt wurde. Aber nicht nur die Naturwissenschaften können sehr kompliziert sein, natürlich auch die Sozialwissenschaften. Wie ich selbst weiß, hat so mancher bei der Vorstellung seiner oder ihrer Ergebnisse mit aufkeimender Polemik zu kämpfen… So viele Themen sind sehr interessant, wären es auch für die breite Masse, aber finden in der Öffentlichkeit keinen Zugang. Solche Wettbewerbe können meiner Meinung nach dabei helfen.

Wie bereits gesagt, die Vorträge sollten kurz sein, die Vorstellung der Ergebnisse prägnant. Dass dabei Sacheverhalte gekürzt werden müssen, sollte wohl jedem klar sein. Dass es aber gar nicht darum geht, jedes Vorgehen mit vielen Referenzen und Gleichungen zu belegen, das auch. Es geht vielmehr darum, aus dem sprichwörtlichen Elfenbeinturm herauszukommen und die Forschung nach draußen zu tragen. Dass so ein Wettbewerb dazu noch ein relativ geschützter Raum ist, in dem Fehler erlaubt sind, hilft der Sache.

Forschungsergebnisse, auch und gerade von Dissertationen, sollten nicht nach Beendung der Arbeit auf dem Rechner oder in Aktenordnern versauern, und nur von Eingeweihten gelesen werden. Forschung gehört auch in die Medien, und zu guter Letzt an die Mitmenschen gebracht.

In diesem Sinne wünsche ich allen noch einmal einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2015!

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How your work can be just like a TV pilot

pilot_klein(Photo by me)

 

What happened?

I watched TV. ‘Big deal’, you might think, but for me, this was quite enlightening. But one step back, and I’m going to tell you more. When I feel like nothing I write for my thesis works anymore, I tend to resort to watching DVDs of my favourite TV series. And I get sad when they’re over, so I often resort to the bonus features, which, quite often, come with the rejected pilot of the series. What’s a pilot? It’s a like a test episode of a new series, where the main concepts and characters are shown, and it is generally tested whether these might carry a whole series.

And this is where this gets interesting.

What do I think about this?

Do you know that the big networks often reject TV pilots? Well, rejected is not the right term, as the producers often get a second chance to make it better. A process which is not unlike the interaction between a professor, a PhD supervisor even, who listens to the ideas of their student, might endorse some and reject other, but in the end, who helps to make the PhD student’s work better. I as the student might think that my ideas are great, that they don’t need any polishing, but, oh boy, they always do.

Just like these pilots. As mentioned before, I love watching them, just to compare them with the final product. And I always find that they are very rough around the edges, that certain storylines do not work, that the characters are not as refined as they should be, that some scenes appear to be out of order.

And when I sat there, shaking my head at quite a few of these things while watching the pilot of a series I love, it hit me – it’s just the same with my PhD thesis. I do not write a perfect piece with my first try on spelling my ideas out on paper, not even my first draft is perfect, never. My chapters may appear not as organized as they could be, and it took quite some time to pin down the “story” of my PhD thesis so that it is not only appealing to me, but also to others. Thank God there was my supervisor, being my ‘network’, and talking with me about all this.

I do embrace my ‘pilots’, my very first work, getting it all out. But, whenever I hand something in, present my ideas or preliminary results, I am very grateful for critique, for anyone trying to get my thesis better, for getting a better angle out of my storyline, or my work overall. Yes, that’s the same in television and for PhD theses – you have to have a storyline, and it has to be consistent. The great ideas might all be there, they probably are, but they have to be presented in a way that your viewers, sorry, your thesis committee or anyone else reading your work will get the most out of it. But that’s another story, and reading over this again, the last comment should probably not be here – too bad, even final products do have glitches.

Conclusions

So, all in all, procrastinating can be quite valuable. So, whenever I get anxious about my work, about my first draft and how I did not pin down exactly what I wanted to say, I’m grateful there is the ‘network ‘ in the background, my supervisors, critiquing my work, and helping me see what’s already there. Meaning, it’s not bad if people critique your work – it was only your first try. On to the final product then, right?

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Tagebücher sind doch für Mädchen! – Ein Plädoyer für das Forschungstagebuch

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researchjournal_klein(Foto von mir)


Was ist passiert?

… vielleicht stimmt es, dass Tagebücher meistens eher für Mädchen gedacht sind, wer weiß das schon so genau. Aber sie sind auch für Wissenschaftler interessant. Notizbücher – ob nun explizit als „Tagebuch“ bezeichnet oder nicht – sind im Generellen sehr nützlich: sie halten wichtige Gedanken zusammen, und wenn man nach einer Weile wieder hineinschaut und zurückblättert, kann man unter Umständen sehr wertvolle Informationen entdecken. Also, genauso wie ein Kalender festhält, was man an einem bestimmten Tag getan hat, tut ein Forschungstagebuch ziemlich dasselbe. Dennoch, es scheint mir, dass Forschungstagebücher eher selten genutzt werden, zumindest von Leuten, die ich kenne. Das sollte sich ändern!

Noch einmal ganz von vorne, was ist eigentlich ein Forschungstagebuch genau? Wie schon gesagt, es ist ein Notizbuch (oder Ordner), das mehr oder weniger wie ein konventionelles Tagebuch funktioniert, nur eben für wissenschaftliche Einträge (wissenschaftlicher Frust natürlich inklusive, nicht wahr!). Diese Einträge können von allem möglichen handeln: von möglichen Themen, Hypothesen, Literaturrecherche, möglichen Interpretationen von Daten, und so weiter, und so fort. Klingt noch immer nach Zeitverschwendung? Nein, gar nicht.

Was meine ich dazu?

Also, ganz kurz, warum glaube ich, dass ein Forschungstagebuch das essentielle Werkzeug für den Forschungsprozess ist? Schauen wir uns zunächst das offensichtlichste an:

 * Ordnung halten – zunächst ist alles – Gedanken, Hypothesen, etc. – zusammen gebunden in einem Notizbuch (oder einem Ordner), das heißt, zusammen an einem einzigen Ort, und am besten sogar in chronologischer Reihenfolge. Meiner Meinung nach zählen Loseblattsammlungen, wo mal hier ein Zettel herumliegt und da einer aus Versehen in den Mülleimer wandert, nicht als Forschungstagebücher, da sie eben nicht die Möglichkeit bieten, bestimmte Informationen, die z.B. an einem gewissen Datum geschrieben worden sind, schnell und effizient wieder hervorzuholen. Jedenfalls für mich ist das sehr wichtig, dass ich meine Gedanken schnell wiederfinde und damit schnell benutzen kann. Außerdem, wie bereits angedeutet, haben ein Notizbuch oder ein Order den Vorteil, dass nichts verloren geht, wie es bei der Loseblattsammlung schnell der Fall sein kann.

* Gedanken sind sicher verwahrt – dem ersten Punkt sehr ähnlich, aber dennoch nicht ganz dasselbe. Hierzu eine kleine Anekdote: als ich vor ein paar Monaten zwei Ordner aus meinem ersten Doktorandenjahr durchgegangen bin, beide voller Ausdrucke von Fachartikeln, Arbeitsblättern, Notizen und To-do-Listen, habe ich viele, viele kleine Notizen gefunden, die auf ebendiesen Dokumenten gekritzelt waren. Mal hier ein Gedanke in der Ecke der Seite des Fachartikels, mal da ein Fragezeichen neben den Notizen. Alles Gedanken, die jetzt wohl verloren wären, hätte ich nicht in just diesem Augenblick beschlossen, die wichtigsten und wertvollsten von ihnen in ein gebundenes (!) Forschungstagebuch zu übertragen. Also, so alteingesessen bin ich selbst noch nicht, wenn es um Forschungstagebücher geht. Aber: ich kann sagen, dass mir diese Gedanken, die ich vor über einem Jahr hatte, jetzt sehr weiterhelfen – und Probleme lösen, über die ich jetzt nicht mehr nachdenken muss. Also, in kurz lässt sich sagen, dass das Vorgehen, die Dinge an einem einzigen Ort aufzubewahren, so Einiges an wertvollen Gedanken sicher verwahren kann.

* Eine hübsche Erinnerung und Motivation – okay, okay, das klingt jetzt wohl sehr mädchenhaft, aber ich mag es, mir alte Dinge anzusehen. Was die älteren Einträge im Forschungstagebuch angehen, helfen sie mir auch, mich zu motivieren – gerade wenn ich denke, dass ich seit Monaten nichts geschafft habe, und einfach nicht vorankomme. Dass das nicht wahr ist, zeigen mir meine Notizen im Forschungstagebuch, denn in dieser vermeintlichen Leere habe ich doch Schritte gemacht, wenn vielleicht manchmal nur sehr kleine. Das ist alles festgehalten, und es hilft mir, mich für neue Schritte zu motivieren und meinem Ziel näher zu kommen.

Fazit

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Forschungstagebuch im Forschungsprozess sehr helfen kann, gerade wenn man über mehrere Jahre an einem einzigen Projekt arbeitet, wie es bei der Doktorarbeit der Fall ist. Aber nicht nur bei der Doktorarbeit kann es sehr nützlich sein, ich glaube auch, dass es bei Bachelor- oder Masterarbeiten helfen kann, die Gedanken zu ordnen und auf Ideen zu kommen. Denn auch wenn der Umfang und die vorgegebene Zeit für diese Arbeiten sehr viel kürzer sind, ist auch das sehr anstrengend und verlangt eine Menge ab; gut, wenn man es sich einfacher machen kann.

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Summer, hot weather… and writing journal articles

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journalarticleKlein(Photo by me)


What happened?

What to do – it’s over 30 °C outside, and it has been that way for the past two weeks or so. Not the best weather for getting work done (I admit, I work best in winter, but then again, who doesn’t?), but alas, I attended a writing course – yes, yet another, but this time on writing journal articles. This course was part of the Leuphana University Lüneburg’s PhD student training, and was taught by Dr Isabell May.

What do I think about this?

As said quite a few times before, I appreciate these kind of courses a lot, and think that they’re very important in any PhD programme. Why? That’s easy – a lot in academia may work through ‘learning by doing’, but I think that focused efforts on helping young academics, such as PhD students, can prevent quite a few pitfalls and obstacles.

Just like this course. It was open to all PhD students of the university, natural and social scientists alike. This led to disciplinary strains at times because of differences in conventions, but all in all, the advice I got was very valuable. So, what did I learn? Here are what I would like to call the ‘three top tips’:

Know Your Journal: Don’t start writing your article before you know the journal you want to publish it in (or maybe two to three journals). What do the articles normally look like? What kind of stylistic elements do they use? How would your work fit in there? Do not start before you know all this because this will increase your chances to get accepted quite a bit.

Use The Hour Glass Model: Imagine an hour glass, with its broad top and bottom, and its slim middle. This is what a good journal article could look like. Start broad in the introduction by getting from a wide question to your specific topic. Then get slimmer and slimmer, going from the literature review to results, and then get broader again in the discussion and conclusions part. This structure focuses on your specific findings, but also leaves room for showing how these findings fit in the broader academic debate.

Structure Your Sections: Do not only structure article as a whole, but also the sub-sections. Whether it’s the methods section or the results section, if there is a lot going on, sub-headings can work wonders. The reader gets a quick overview of your work even when just skimming the paper, and this could be a definite plus in a world where people have a lot to read,.

These are only three tips out of many, many more, but I believe these are very valuable. Whoever is interested in learning more, here’s the website that accompanied the course: http://writingajournalarticle.wordpress.com. Quite a lot of things to read, but it’s definitely worth it when a journal article is coming up.

Conclusions

All in all, I learned a lot in this course. With these things, it’s more about becoming aware of things than anything else – what are the conventions in my discipline? How do other authors structure their articles? And, most important, what can I learn from this and apply to my own work? So, I would definitely recommend to any PhD student to look for a course like this.

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Writing at university – a piece of cake?

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blockklein(My photograph)


What happened?

I attended a workshop (three weekends in total) on a topic that does not seem to get enough attention at university – at least it does not in Germany – and that is writing. Nobody ever talks about that, the common stance seems to be that everyone know how to write, how to string words together, and thus, everyone is also supposed to know how to deal with essays and final dissertations. This is what my own time as an undergrad and also postgrad was like – I always worked according to the “try and error” system, which was sometimes working out fine, sometimes not so much. Some essays took forever, some I wrote fairly quickly. Well, I wrote somehow, that was it.

But, the question is, is it really necessary to leave students alone with this? Is this really part of the daily “uni struggle” just because “this is the way it is”? Well, I don’t think so, and the workshop called “Supervising essays/dissertations” at Leuphana University Lüneburg, lead by Prof. Dr. Ingrid Scharlau and Christine Heß, showed me that there are quite different approaches to this.

What do I think about this?

Well, as for myself, I rarely struggle with writing. No writer’s block, nothing. Why? Well, I only thought about this during the aforementioned workshop, and I came to the conclusion that even though I have never attended any sort of formal training, I went through the “school of life”: during my master’s at the London School of Economics and Political Science, I always had to write something during term time – essays of around five pages, short answers to given questions, all-the-time. But, that was no piece of cake, and even though I learned a lot from just doing it, I would not recommend this way to everyone.

And that there definitely are other ways to deal with writing at university – this is what I learned during the workshop. The first weekend gave some theoretical background on writing and writing psychology, and so we, the participants, worked our way through the writing process. Concerning the drafting stage, we looked at techniques like mind maps and clustering, and scrutinised our own writing habits. The next step was the writing process itself, so we focused on topics like writer’s block and several strategies to deal with an essay or a bigger piece of writing. The last weekend was all about giving (and receiving) feedback – that is especially important for us lecturers!  Giving “good” (and thus, “useful”) feedback is quite a feat and does not come naturally.

For every single step we did all the proposed exercises ourselves, and often discussed them afterwards. There was a plethora of different exercises – ranging from a “writing talk” in a group, in which the question “What disrupts my writing?” was discussed (of course only by using a pen and not the mouth!), or writing a fairy tale, and so on, and so forth. I think that this was crucial, doing it all myself – yes, it was not easy to get started with “that stuff”, but now I know exactly how the exercises work and how I (and others) feel while doing them.

So, what to do with this new knowledge? I will plan and conduct my own writing workshop, where I will see which techniques and exercises work (and which don’t) for students. We will see how that works out, but I believe that students do not have to be left alone with their (writing) worries. Solutions can be easy – I would’ve never believed that just sitting down and “free write” anything that comes to my head for five minutes on a given topic would help to get my thoughts back on track!

Conclusions

So, why did I attend this workshop even though I am not a typical “writing worrier”? That’s easy: since I do not suffer from these problems, I also struggle with giving advice when students of mine come to me and ask for help concerning their writing. Well, I know how I do it, but that’s not how everyone writes. So I decided to learn about that, and I am actually looking forward to the next essay phase. And, well, concerning my own PhD thesis, knowing things like that never hurt…

 

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