Vortrag: Rechtspopulistische Strategien und die (sozialen) Medien

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Wenn ich die letzten Wochen nicht gerade durch München gerast bin und dort Vorträge gehalten und besucht habe, war ich auch auswärts unterwegs – wie am 15.06.2018 mit einem Vortrag an der HVHS Springe. Dort, in der Nähe von Hannover, fand eine Tagung zum Thema „Springer Dialog 2018: Demokratie unter Druck? Rechtspopulismus in Politik und Betrieb“ statt – also ganz nah an der Praxis, und daher für mich sehr spannend. Anwesend waren z.B. Vertreter aus Gewerkschaften und Parteien, und auch Betriebsräte, die sich in ihrer täglichen Arbeit mit rechtspopulistischen Inhalten konfrontiert sehen.

Ich habe auf der Tagung über die Medien und den Rechtspopulismus gesprochen, und bin dabei besonders auf Charakteristika rechtspopulistischer Sprache, die Medien und dabei besonders Social Media, und auf verschiedene Lösungsmöglichkeiten eingegangen, wie sich dem Rechtspopulismus in den verschiedenen Medien bzw. von ihnen begegnen lässt.

Natürlich musste ich erstmal definieren, was Rechtspopulismus aus wissenschaftlicher Sicht überhaupt ist; und so ganz einig ist die Forschung sich da auch nicht. Aber mit der ersten einordnenden Definition an sich habe ich mich nicht lang aufgehalten, da ich in meinem Vortrag einen besonderen Fokus auf den Rechtspopulismus und seine Verbreitung in den Medien gelegt habe. Also habe ich typische Merkmale rechtspopulistischer Sprache dargelegt, wie sie in Parteiprogrammen oder auch auf Plakaten vorkommen. Danach ging es an die Medien und wie dort rechtspopulistische Inhalte ihre Verbreitung finden, besonders im Internet. Strategien auf Social Media spielten ebenso eine Rolle wie z.B. die Nutzung des Facebook-Algorithmus für die eigenen Zwecke. Am Ende stand eine Diskussion verschiedener Lösungsmöglichkeiten aus Sicht der Qualitätsmedien, der politischen Bildung, und der Technologiefirmen, wie z.B. Facebook und Twitter.

Es ist nicht immer einfach, den mitunter recht abstrakten Stand der Forschung zu Algorithmen und Co. auf ein allgemeinverständliches Niveau herunterzubrechen, aber die angeregte Diskussion hat gezeigt, dass meine Impulse durchaus aufgenommen wurden. Dabei mussten auch Ängsten vor der Technik allgemein begegnet werden, aber im Großen und Ganzen wurden einige Lösungsmöglichkeiten diskutiert – und wieder verworfen, wenn sie im betrieblichen Kontext nicht umsetzbar erscheinen. Alles ist erlaubt, und der Stand der Forschung darf gerne hinterfragt und die Erkenntnisse schließlich auf die eigene Umwelt angepasst werden.

Für mich hat sich die Reise in den Norden definitiv gelohnt – ein Publikum, das so nah an der Praxis dran ist, habe ich nicht oft. Ebenso wenig eine solch intensive Diskussion, die aus einer ganz anderen Warte kommt, als ich es von wissenschaftlichen Konferenzen gewohnt bin – ein Glück, denn auch ich habe aus den Wortmeldungen neue Impulse mit nach Hause genommen.

 

 

 

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Garantiert keine Montagsdiskussion: Tagung „Mikrokosmos Amateurfußball“

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Eine Tagung zum Thema Amateurfußball – als ich dazu eingeladen wurde, konnte ich einfach nicht nein sagen. Vor allen Dingen nicht, wenn gleich zwei Leute unabhängig voneinander finden, dass man doch unbedingt dabei sein müsse… (Außerdem, so viel kann ich vorwegnehmen, kann ich die neuen Erkenntnisse wunderbar in mein Seminar „Das Glück liegt auf der Aschenbahn: Kommunikationsmanagement im Lokalsport“ einfließen lassen, das ich im kommenden Sommersemester an der LMU geben werde.) Also, gesagt, getan, und am 20. Februar 2018 fand die Tagung „Mikrokosmos Amateurfußball“ endlich statt, ausgerichtet von der Hochschule Fresenius (University of Applied Sciences) in München. Die Tagung war nicht an die Wissenschaft gerichtet, sondern an Lehrer und die breitere Öffentlichkeit – was nicht nur daran zu sehen war, dass die Bayerische Landeszentrale für Bildungsarbeit die Tagung unterstützt hat.

Nur drei Stunden waren vorgesehen, um sich einem breiten Strauß an Themen zu widmen. Der Amateurfußball an sich wurde vom Mitinitiator der Tagung, Tim Frohwein [ohne eigene Online-Präsenz, aber wer ihn und seine Forschung in Bild und Ton sehen will, kann sich dieses Video ansehen], eingeführt, wobei er besonders den (möglichen) sozialen Zusammenhalt im Amateurfußball betont hat. Die Politik kam mit dem Abgeordneten des Bayerischen Landtags und Staatssekretär Bernd Sibler auch zu Wort, ebenso wie der Kreisvorsitzende für München vom Bayerischen Fußball-Verband, Bernhard Slawinski. Bei diesen drei Vorträgen ging es um die Wertigkeit von Amateurfußball, und die Veränderungen im Amateurfußball in München über die Jahre. Da hat sich viel getan, aber Herr Slawinski hat angemahnt, dass Leitbilder und Alleinstellungsmerkmale von den Vereinen geschaffen werden müssen, um Herausforderungen wie der Verbreitung von kommerziellen Fußballschulen und Gewaltvorfällen zu begegnen.

Auch die Sicht der Vereine hat Eingang gefunden, und zwar mit einem Vortrag zum Thema Integration vom Abteilungsleiter Fußball Bernd Klemm vom SVN München e.V.. Herr Klemm konnte mit vielen Bildern aus dem Vereinsleben berichten. Dabei muss man auch erwähnen, dass der SVN München e.V. für die Integrationsarbeit einige Preise gewonnen hat

Dr. Stefan Metzger hat den wissenschaftlichen Rahmen zu den Berichten aus der Praxis beigesteuert. Er hat den deutschen Amateurfußball einen historischen Kontext gesetzt, und aufgezeigt, dass viele Herausforderungen, mit denen sich der Amateurfußball heute beschäftigen muss, nicht neu sind. So Um einen Befund aus seiner gerade erschienenen Dissertation zu zitieren – Migration ist im Fußball der historische Normalfall.

Der nächste Programmpunkt stand isoliert da: es ging um Frauenfußball. Um einmal etwas weiter auszuholen: wenn man von der Begrüßung und der Moderation der die Tagung abschließenden Diskussionsrunde durch Dr. Stephanie Heinecke (Studiengangsleitung Sportmanagement B.A. an der Hochschule Fresenius) absieht, stand nur eine weitere Frau mit auf der Rednerliste, nämlich eben die Rednerin zum Frauenfußball, Kathrin Lehmann (ehemalige schweizerische Fußball-Nationalspielerin und aktuelle Eishockey-Nationalspielerin, um nur zwei Dinge aus ihrer beeindruckenden Biografie zu nennen). Frau Lehmann musste sich in der Fragerunde wieder den üblichen Klischees aussetzen lassen bzw. ein schlecht verstecktes Belächeln des Frauenfußballs ertragen. Das hat sie in ihrer souveränen Art wunderbar gemeistert, aber das zeigt wohl mal wieder, woran der Amateurfußball bei allen Erfolgen in Integration und Wachstum unter anderem krankt.

Es folgte noch eine Fragerunde mit Jimmy Hartwig, seines Zeichens Integrationsbeauftragter des DFB (und natürlich ehemaliger HSV-Spieler), der besonders der ganzen Integrationsdebatte noch eine Leichtigkeit hinzugefügt hat, die wohl nur er so an den Tag legen kann. Er hat aus seiner eigenen Erfahrung als Spieler berichtet, und natürlich über seine Arbeit als Integrationsbeauftragter, für die er in ganz Deutschland unterwegs ist.

Die Veranstaltung hat dann, wie bereits erwähnt, mit einer übergreifenden Diskussionsrunde geschlossen.

Alles in allem war es eine sehr lehrreiche Veranstaltung, die eine Perspektive geboten hat, die über die verkopfte Wissenschaft, aber auch über die eher anekdotischen Erlebnisberichte aus den Vereinen hinausgeht. Drei Stunden waren natürlich viel zu kurz, aber was will man machen, nicht wahr? Die Vorträge waren auch entsprechend kurz, da hätte jeder abendfüllend sein können. Aber für einen Überblick waren die Informationen ausreichend, und wer weiß – vielleicht kommt ja noch eine Folgetagung…?