Die Dissertation ist erschienen!

buecher_diss_klein(Photo von mir)


Hurra, hurra, gute Nachrichten – die überarbeitete Fassung meiner Dissertation erscheint nun als Buch. Da musste ich meine Freude einfach teilen!

Also, hier ist das gute Stück – vielleicht möchte ja jemand einen Anschaffungsvorschlag an die örtliche Bibliothek verfassen. ;)

diss-buchcover

Hier kurz zum Inhalt (Achtung: der Text ist auf Deutsch, aber das Buch ist in englischer Sprache geschrieben!):

Die Mitglieder des Europäischen Parlaments werden von Wählern und Medien oft ignoriert. Die Arbeit der Abgeordneten wird als fern vom Bürger wahrgenommen, als ein weiterer intransparenter Teil der Europäischen Union. Ebenso fern scheint die nationale Ebene, welche die Europaabgeordneten für ihre Arbeit und weitere politische Karriere allerdings im Blick behalten müssen. Mit Onlinekommunikation auf persönlichen Webseiten kann diesen Problematiken begegnet werden, denn so ist eine ausführliche Darstellung der eigenen Arbeit möglich.

Die Studie untersucht die Webseiten von Europaabgeordneten mit einer quantitativen Inhaltsanalyse, wobei die Themenfelder Information, Transparenz und Repräsentation im Fokus stehen.

Dabei wird der Vergleich mit nationalen Abgeordneten angesetzt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Unterschiede zwischen den politischen Ebenen sowie nationale und ideologische Faktoren Einfluss darauf haben, wie sich Parlamentarier online präsentieren.

… das ist übrigens nicht die einzige Publikation, von der ich in nächster Zeit berichten werde. Wie heißt es doch so schön: wenn es einmal läuft…

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Die Disputation ist geschafft (und das schon seit dem 7. Juli)!

disputation(Foto mit mir und von mir – zur Feier des Tages einmal nicht im gewohnten quadratischen Format)


Es ist zwar schon ein paar Tage her, neue Arbeit und Ereignisse kamen dazwischen – aber ich möchte es trotzdem noch verkünden: ich habe am 7. Juli meine Disputation bestanden, und damit ist das Promotionsverfahren abgeschlossen. Es war ein aufregender Tag, an den ich auch nach ein paar Wochen noch gerne denke. Ich musste am Anfang der Disputation einen Vortrag halten, in dem ich das Vorgehen und die Ergebnisse meiner Dissertation zusammengefasst habe, und danach habe ich mich den Fragen meiner Prüfer gestellt. Hier noch einmal einen großen Dank an Prof. Dr. Florian Grotz, an Prof. Dr. Ferdinand Müller-Rommel, und an Prof. Dr. Simon Hix, der extra aus London angereist ist. Ich hatte es vorher nicht glauben wollen, aber die Disputation ist tatsächlich eher ein Fachgespräch unter Kollegen als eine Prüfung. Kein leichtes Fachgespräch, denn die Fragen waren nicht ohne. Aber keine Prüfung, da nicht Fakten abgefragt wurden, sondern es immer um die Arbeit und die Weiterentwicklung derselben ging.

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei all meinen Weggefährten bedanken – bei meinen Kommilitonen und Kollegen an der Leuphana Universität Lüneburg, der London School of Economics and Political Science, der Universität Hamburg, am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung, und darüber hinaus. Ihr wisst, wer ihr seid, und ich hoffe, dass unsere „Doktoranden-Talks“ als „Postdoc-Talks“ weitergehen. An alle, die die Abgabe und Disputation noch vor sich haben: haltet durch! Es lohnt sich!

Aber warum steht der Dr. denn noch nicht hier auf dem Blog? Das hat einen einfachen Grund: ich muss meine Arbeit noch publizieren, ehe ich den “Dr. rer. pol.” in meinen Lebenslauf schreiben darf. Mit der Publikation bin ich gerade beschäftigt. Ich freue mich darauf, wenn ich mein Dissertation, gedruckt in einem schönen Buch, in den Händen halten darf. Dann werde ich mich schließlich auch auf dem Blog zum „Dr.“ machen, und natürlich mein Buch präsentieren. :)

Wie geht es jetzt weiter? Ich arbeite ab dem ersten August als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politikwissenschaft (Professur für Vergleichende Regierungslehre) der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Dort warten spannende Aufgaben auf mich – auf zu neuen Ufern!

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Doktorarbeit ist abgegeben!

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phd_submitted_jessica(Das bin ich!)


Heute ein Beitrag in ureigener Sache: Ich habe meine Doktorarbeit abgegeben! Hurra! Nach knapp drei Jahren liegt sie nun gebunden im Dekanat meiner Fakultät und wartet nur darauf, an die Gutachter geschickt zu werden. Eine große Reise neigt sich ihrem Ende, das ist hier nicht übertrieben. Drei Jahre – voller Spannung, neuen Erkenntnissen, und natürlich auch Arbeit. Mit einem sechsmonatigen Intermezzo im Government Department der London School of Economics and Political Science, einigen Konferenzen, und tollen Leuten in meinem Heimatinstitut, dem Zentrum für Demokratieforschung an der Leuphana Universität Lüneburg, sowie an anderen Orten. Es gibt nicht einen Moment, den ich missen möchte.

‚Ich habe es noch gar nicht richtig realisiert’ – das habe ich immer für einen ziemlich unglaubwürdigen Spruch gehalten, aber das trifft im Moment genau auf mich zu. Es kann doch nicht einfach vorbei sein?! Ist es ja auch nicht, immerhin wartet noch die Disputation auf mich, in der ich meine Ergebnisse verteidigen muss und darf. Außerdem liegen hier noch immer eine Menge Bücher herum, die zurück in die Bibliothek gebracht werden müssen… dennoch, jetzt kommt der nächste Schritt.

Als „Doktorandin in spe“ habe ich diesen Blog begonnen, und jetzt bin ich bei „Post-Doktorandin in spe“ angekommen – einfach ein großartiges Gefühl. Ich werde berichten.

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„It’s all about the funding!“

foerdertag(Foto von mir)

 

 

… sagt mein Doktorvater immer wieder. Und: er hat recht! Deswegen habe ich mich heute nach Hannover aufgemacht, um an einer Veranstaltung zum Thema Postdoktorandenförderung teilzunehmen.

Ausgerichtet wurde diese vom Dezernat Forschung und dem EU-Hochschulbüro der Universität Hannover bzw. der Hochschulregion Hannover/Hildesheim. Vielen Dank dafür an dieser Stelle. Sechs Förderer stellten ihre Programme vor – also, was gab es alles zu hören?

Den Anfang der kurzen Vorträge, die meist gut eine halbe Stunde lang waren. machte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Dieser wurde im Gegensatz zu den anderen fast eine Stunde im Programm eingeräumt. Die einzelnen Maßnahmen wurden überblicksartig vorgestellt, wobei der Fokus vor allen Dingen auf der frühen Postdoc-Phase lag, und somit auf dem Auslandsstipendium und der „eigenen Stelle“. Ich kannte den Vortrag schon, aber gerade diese Informationen kann man gar nicht oft genug hören.

Darauf folgten die Fördermaßnahmen der VolkswagenStiftung. Mir weniger bekannt, hat diese Stiftung nicht nur fachübergreifende Maßnahmen, sondern auch speziell auf einzelne Fächer ausgerichtete Angebote. Für Physiker gibt es so z.B. die Möglichkeit, sich für einen Aufenthalt in Stanford fördern zu lassen, um dort mit speziellen Maschinen zu arbeiten. Auch für Geisteswissenschaftler gibt es ein spezielles Angebot. Es lohnt sich, diese Förderungen im Auge zu behalten.

Den letzten Vortrag vor der Pause gab die Alexander von Humboldt-Stiftung. Hier ist das große und aktive Alumni-Netzwerk von Bedeutung, sodass der Kontakt mit der Stiftung mit dem Förderende nicht abbricht. Außerdem ist zu sagen, dass diese Stiftung nur Auslandsaufenthalte fördert, und keine Arbeiten im deutschen Inland.

Weiter ging es nach einer kurzen Verschnaufpause mit dem DAAD. Die Fördermöglichkeiten sind einigen zum Teil bestimmt schon aus Studium und Doktorandenzeit bekannt, aber auch für Postdocs gibt es interessante Angebote, die über das typische Jahresstipendium hinausgehen. Gerade für Dozenturen im Ausland, ob nun kürzerer oder längerer Natur, bietet sich der DAAD an.

Weiterhin ums Ausland drehte es sich bei den Marie Skłodowska-Curie-Individualmaßnahmen, die von der Europäischen Union gefördert werden. Mit diesen Maßnahmen kann der Forscher sich in der EU und assoziierten Staaten bewegen, und für bis zu zwei Jahre an einem Ort seiner oder ihrer Wahl arbeiten. Das Programm gibt es auch für Drittstaaten.

Der letzte Vortrag wurde mit der „großen Schwester“ – so die Vortragende – der Curie-Maßnahmen bestritten, den ECR Starting Grants. Ebenfalls von der EU gefördert, läuft diese Maßnahme über Jahre für ein ganzes Projekt, und bietet sich daher für eine spätere Post-Doc-Phase an, in der man etablierter ist.

Ich kann hier natürlich nur einen sehr kurzen Abriss geben, der den einzelnen Stiftungen und Programmen nicht gerecht wird und es auch gar nicht kann. Aber ich möchte anmerken, dass diese Veranstaltung einen sehr guten Überblick gegeben hat, jenseits von verwirrenden Webseiten, den ich nicht missen möchte. Ich kann jedem nur empfehlen, sich ähnliche Veranstaltungen anzusehen – und wenn es als Gast ist, der ich es war, denn Lüneburg lässt sich nun kaum noch zu der eigentlich Hochschulregion Hannover/Hildesheim zählen…

Eine Sache möchte ich noch sagen, die sich durch alle Vorträge gezogen hat: man kann gar nicht früh genug anfangen, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Die Bewerbungsphasen können sich sehr lange hinziehen, manchmal über sieben Monate, und da ist die Zeit für die Vorbereitung des Antrages noch nicht mit eingerechnet. Außerdem kann man sich für viele Maßnahmen nur einmal im Jahr bewerben, was die Sache noch schwieriger macht, wenn man die Stichtage nicht kennt. Einen Tag zu spät, und es heißt ein ganzes Jahr warten.

Also, vielleicht gibt es solche Veranstaltungen auch an anderen Unis? Wenn ja – sofort hin da!

 

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Tagebücher sind doch für Mädchen! – Ein Plädoyer für das Forschungstagebuch

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researchjournal_klein(Foto von mir)


Was ist passiert?

… vielleicht stimmt es, dass Tagebücher meistens eher für Mädchen gedacht sind, wer weiß das schon so genau. Aber sie sind auch für Wissenschaftler interessant. Notizbücher – ob nun explizit als „Tagebuch“ bezeichnet oder nicht – sind im Generellen sehr nützlich: sie halten wichtige Gedanken zusammen, und wenn man nach einer Weile wieder hineinschaut und zurückblättert, kann man unter Umständen sehr wertvolle Informationen entdecken. Also, genauso wie ein Kalender festhält, was man an einem bestimmten Tag getan hat, tut ein Forschungstagebuch ziemlich dasselbe. Dennoch, es scheint mir, dass Forschungstagebücher eher selten genutzt werden, zumindest von Leuten, die ich kenne. Das sollte sich ändern!

Noch einmal ganz von vorne, was ist eigentlich ein Forschungstagebuch genau? Wie schon gesagt, es ist ein Notizbuch (oder Ordner), das mehr oder weniger wie ein konventionelles Tagebuch funktioniert, nur eben für wissenschaftliche Einträge (wissenschaftlicher Frust natürlich inklusive, nicht wahr!). Diese Einträge können von allem möglichen handeln: von möglichen Themen, Hypothesen, Literaturrecherche, möglichen Interpretationen von Daten, und so weiter, und so fort. Klingt noch immer nach Zeitverschwendung? Nein, gar nicht.

Was meine ich dazu?

Also, ganz kurz, warum glaube ich, dass ein Forschungstagebuch das essentielle Werkzeug für den Forschungsprozess ist? Schauen wir uns zunächst das offensichtlichste an:

 * Ordnung halten – zunächst ist alles – Gedanken, Hypothesen, etc. – zusammen gebunden in einem Notizbuch (oder einem Ordner), das heißt, zusammen an einem einzigen Ort, und am besten sogar in chronologischer Reihenfolge. Meiner Meinung nach zählen Loseblattsammlungen, wo mal hier ein Zettel herumliegt und da einer aus Versehen in den Mülleimer wandert, nicht als Forschungstagebücher, da sie eben nicht die Möglichkeit bieten, bestimmte Informationen, die z.B. an einem gewissen Datum geschrieben worden sind, schnell und effizient wieder hervorzuholen. Jedenfalls für mich ist das sehr wichtig, dass ich meine Gedanken schnell wiederfinde und damit schnell benutzen kann. Außerdem, wie bereits angedeutet, haben ein Notizbuch oder ein Order den Vorteil, dass nichts verloren geht, wie es bei der Loseblattsammlung schnell der Fall sein kann.

* Gedanken sind sicher verwahrt – dem ersten Punkt sehr ähnlich, aber dennoch nicht ganz dasselbe. Hierzu eine kleine Anekdote: als ich vor ein paar Monaten zwei Ordner aus meinem ersten Doktorandenjahr durchgegangen bin, beide voller Ausdrucke von Fachartikeln, Arbeitsblättern, Notizen und To-do-Listen, habe ich viele, viele kleine Notizen gefunden, die auf ebendiesen Dokumenten gekritzelt waren. Mal hier ein Gedanke in der Ecke der Seite des Fachartikels, mal da ein Fragezeichen neben den Notizen. Alles Gedanken, die jetzt wohl verloren wären, hätte ich nicht in just diesem Augenblick beschlossen, die wichtigsten und wertvollsten von ihnen in ein gebundenes (!) Forschungstagebuch zu übertragen. Also, so alteingesessen bin ich selbst noch nicht, wenn es um Forschungstagebücher geht. Aber: ich kann sagen, dass mir diese Gedanken, die ich vor über einem Jahr hatte, jetzt sehr weiterhelfen – und Probleme lösen, über die ich jetzt nicht mehr nachdenken muss. Also, in kurz lässt sich sagen, dass das Vorgehen, die Dinge an einem einzigen Ort aufzubewahren, so Einiges an wertvollen Gedanken sicher verwahren kann.

* Eine hübsche Erinnerung und Motivation – okay, okay, das klingt jetzt wohl sehr mädchenhaft, aber ich mag es, mir alte Dinge anzusehen. Was die älteren Einträge im Forschungstagebuch angehen, helfen sie mir auch, mich zu motivieren – gerade wenn ich denke, dass ich seit Monaten nichts geschafft habe, und einfach nicht vorankomme. Dass das nicht wahr ist, zeigen mir meine Notizen im Forschungstagebuch, denn in dieser vermeintlichen Leere habe ich doch Schritte gemacht, wenn vielleicht manchmal nur sehr kleine. Das ist alles festgehalten, und es hilft mir, mich für neue Schritte zu motivieren und meinem Ziel näher zu kommen.

Fazit

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Forschungstagebuch im Forschungsprozess sehr helfen kann, gerade wenn man über mehrere Jahre an einem einzigen Projekt arbeitet, wie es bei der Doktorarbeit der Fall ist. Aber nicht nur bei der Doktorarbeit kann es sehr nützlich sein, ich glaube auch, dass es bei Bachelor- oder Masterarbeiten helfen kann, die Gedanken zu ordnen und auf Ideen zu kommen. Denn auch wenn der Umfang und die vorgegebene Zeit für diese Arbeiten sehr viel kürzer sind, ist auch das sehr anstrengend und verlangt eine Menge ab; gut, wenn man es sich einfacher machen kann.

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Sommer, tolles Wetter… und Fachartikel

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journalarticleKlein(Mein Bild)

 

Was ist passiert?

Was soll man machen – es sind über 30 °C draußen, und das seit schon gut zwei Wochen. Das ist jedenfalls nicht das beste Wetter um zu arbeiten (Ich gebe offen zu, ich schaffe am meisten im Winter, aber, nun, wer tut das nicht?), aber wie auch immer, ich habe einen Kurs zum Thema Schreiben besucht. Ja, noch einen, aber dieses Mal ging es darum, Fachartikel für akademische Journals zu schreiben. Der Kurs war Teil des Doktorandenprogramms der Leuphana Universität Lüneburg und wurde von Dr. Isabell May unterrichtet.

Was meine ich dazu?

Ich habe es schon ein paar Male geschrieben, aber ich mag diese Art Kurse sehr, und ich glaube, dass sie ein wichtiger Bestandteil eines jeden Doktorandenprogramms sind. Warum? Das ist einfach zu beantworten – sehr viel in der akademischen Welt läuft über das Prinzip ‚learning by doing’, aber ich glaube, dass konzentrierte Anstrengungen, Nachwuchswissenschaftlern wie Doktoranden zu helfen, auf so einige Fallgruben aufmerksam machen und dabei eine Menge Fehler verhindern können.

So auch dieser Kurs. Er war für alle Doktoranden der Universität offen, für Natur- wie auch für Sozialwissenschaftler. Das hat auf Grund von unterschiedlichen akademischen Traditionen und Konventionen so manches Mal zu disziplinären Reibungen geführt, aber ich habe trotzdem eine Menge für mich mitnehmen können. Also, was habe ich gelernt? Hier sind exemplarisch drei Tipps:

Kenne das Journal: Fange nicht mit dem Schreiben an, ehe du nicht weißt, in welchem Journal du deinen Artikel veröffentlichen willst (es bietet sich auch eine Liste mit bis zu drei Journals an). Wie sehen die Artikel in dem gewünschten Journal normalerweise aus? Welche stilistischen Elemente nutzen sie? Wie passt deine Arbeit da hinein? Fange nicht an, ehe du all das weißt.

Nutze das Sanduhren-Modell: Stell’ dir eine Sanduhr vor, mit ihren breiten Enden und der schlanken Mitte. So könnte ein guter Fachartikel aussehen. Fange in der Einleitung breit an, indem du deine spezifische Frage in den breiten Themenbereich einordnest. Dann werde thematisch schlanker und schlanker, im Literaturteil und den Ergebnisse, ehe du in der Diskussion und dem Fazit wieder breiter wirst. Eine solche Struktur fokussiert sich auf deine spezifischen Ergebnisse, aber lässt auch Raum dafür, diese in die breitere akademische Diskussion einzuordnen.

Strukturiere deine Kapitel: Strukturiere nicht nur den Artikel als Ganzes, sondern auch die Kapitel in ihm. Ob es sich nun um das Methoden- oder das Ergebnisse-Kapitel handelt, wenn eine Menge Information zu Papier gebracht werden soll, können ein paar Unterüberschriften eine Menge für die Lesbarkeit des Textes tun. Der Leser bekommt allein schon beim diagonalen Lesen einen guten Überblick über deine Arbeit, und das kann sich als ein wichtiges Plus herausstellen, wenn der Leser viele Artikel zu bearbeiten hat.

Das sind nur drei Tipps von vielen, aber ich glaube, dass diese bereits wertvoll sind. Wer mehr wissen will, dem sei die Webseite zum Kurs empfohlen: http://writingajournalarticle.wordpress.com. Es gibt eine Menge zu lesen, aber es lohnt sich!

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich eine Menge in diesem Kurs gelernt habe. Dabei ging es meist darum, sich darüber gewahr zu werden, wie so ein Fachartikel aufgebaut ist, und wie die Konventionen in meinem eigenen Fach sind. Und, natürlich, was ich daraus für meine eigene Arbeit lernen kann.

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Tschüss, LSE – man sieht sich!

gb_klein

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goodbyelse

(Foto von mir)

Was ist passiert?

Meine Zeit als Visiting Research Student an der London School of Economics and Political Science ist nun um– sechs Monate können so schnell vorbeigehen! Als Doktorandin an der LSE zu sein war genauso großartig und bereichernd wie schon als Masterstudentin. Dieser Post dient dazu, meine Berichte hier abzuschließen und für mich selbst ein übergreifendes Fazit zu ziehen – und dazu, um ein paar Empfehlungen zu geben, die vielleicht anderen helfen können.

Was meine ich dazu?

Um damit anzufangen, was ganz am Ende der Doktorandenzeit kommen wird: wenn es darum geht, was ich nach der Dissertation machen möchte, fühle ich mich besser, wenn ich darüber mit anderen Doktoranden rede, die einen ähnlichen Weg verfolgen. Das gilt besonders, wenn ich neue, frische Sichtweisen bekomme. Diese gingen in meinem Fall auch darauf zurück, dass ich mit Doktoranden sprechen konnte, die in einem ganz anderen Universitätssystem Zuhause sind. Dadurch habe ich neue Möglichkeiten entdeckt (und Stolpersteine, wie ich zugeben muss), über die ich niemals nachgedacht hätte, wäre ich nicht an eine andere Universität gegangen. Ich hoffe, dass meine Tipps anderen auch nützlich waren! Um es kurz zu machen: diese Menschen kennenzulernen hat nicht nur meiner Diss gut getan, sondern auch mir persönlich.
Sprich mit anderen, unterstützt euch gegenseitig und bau’ dein Netzwerk aus!

Was allerdings auch gelernt habe, ist, dass es keinen Sinn macht, nur um des Weggehens Willen an eine andere Universität und/oder in ein anderes Land zu gehen. Ich selbst kannte die LSE gut, da ich bereits meinen Master dort gemacht habe. Also wusste ich, welche Möglichkeiten und Kurse Doktoranden offen stehen, und was mir und meiner Arbeit gut tun würde. Natürlich habe ich auch einige Überraschungen erlebt – ohne wäre es ja langweilig! – aber zu wissen, was einen ungefähr erwartet, das hilft sehr. Sechs Monate klingen nach sehr viel Zeit, aber wenn man schon zwei Monate dadurch verliert, weil man sich sehr lange eingewöhnen muss und ständig mehr oder weniger trivialen Informationen hinterher jagt, dann geht diese Zeit sehr schnell vorbei, ohne dass man viel geschafft hätte. Und natürlich, bloß nicht vergessen: man sollte immer sicherstellen, dass der neue Doktorvater dort das Thema und die Forschungsrichtung gut kennt!
Wähle die Universität gut aus, sodass sie zu den eigenen Bedürfnissen passt!

Um noch einmal zusammenzufassen, kann ich sagen, dass es eine sehr bereichernde Erfahrung war, während des Doktors für ein paar Monate an eine andere Universität zu gehen. Viele andere haben es vor mir geschrieben und gesagt, aber ich kann nur noch mal wiederholen, dass sich ein Perspektivenwechsel sehr positiv auf die eigene Arbeit auswirken kann. Für mich war das jedenfalls der Fall. Es war nun nicht so, dass ich nichts mehr zu tun gehabt hätte, bevor ich den Flug nach London angetreten habe, aber es war auch nicht so, dass ich einen Überfluss an Ideen gehabt hätte. Allein, dass ich mit vielen verschiedenen Leuten gesprochen habe – ob sie nun aus meinem Fachbereich kamen oder nicht – hat mir geholfen, mein Projekt in einem neuen Licht zu sehen und neue Ideen zu entwickeln. Das bedeutete (und bedeutet noch immer) viel Arbeit, aber ich denke, dass meine Doktorarbeit dadurch so einige Fortschritte gemacht hat. Außerdem sehe ich meine Heimatuniversität in einem neuen Licht, besonders die Dinge, die ich für selbstverständlich genommen habe. Wegzugehen mag großartig sein, aber wieder nach Hause zu kommen ist es auch.
Eine neue Perspektive kann die Dissertation sehr verbessern!

Fazit

Ich könnte noch so viel mehr sagen, z.B. dass man sich natürlich während der Zeit im Ausland auch entspannen soll, oder dass auch im Ausland nicht immer alles Gold ist, was glänzt. Aber ich denke, dass ich die Hauptpunkte genannt habe. Also: ich kann jedem nur empfehlen, ein paar Monate einen Tapetenwechsel vorzunehmen, wenn es zum eigenen Thema passt. Man muss eine Menge vorbereiten, aber diese Zeit und Mühe zahlt sich auf jeden Fall aus. Ich würde es sofort wieder tun – aber für mich ist es nun an der Zeit, wieder nach Hause zu kommen. Auch hier gibt es so viele aufregende Dinge zu tun und zu erleben, und ich verspreche, dass ich bald von ein paar von ihnen berichten kann!

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