Bremen grüßt: Konferenz „Agency in a Datafied Society“

Post aus Bremen – da wurde mein Tag gleich viel besser, als der Postbote mir das Paket in die Hand gedrückt hat. Aber warum gab es Post aus Bremen? Ganz einfach: Da die „Agency in a Datafied Society: Communication between and across humans, platforms and machines“- Konferenz auch dieses Jahr nicht in Präsenz stattfinden konnte, haben die OrganisatorInnen kurzerhand Bremen in die Welt gesendet. Aber der Reihe nach…

Wie sich aus meiner freudigen Erzählung schon erlesen lässt, habe ich wieder an einer tollen Konferenz teilgenommen. Und dabei auch neue Luft geschnuppert: Die „Agency in a Datafied Society: Communication between and across humans, platforms and machines“-Konferenz wurde vom 29. bis zum 30. Juli 2021 von dem Communicative Figurations research network, der Mediated Communication, Public Opinion & Society Section der International Association of Media and Communication Research (IAMCR) und der DGPuK-Fachgruppe Soziologie der Medienkommunikation  ausgerichtet. Das gemeinsame Thema war einfach zu spannend: „Agency“, ein sehr großes Konzept, und das im Hinblick auf das Zusammenspiel von Mensch und Maschine – da musste ich einfach dabei sein.

Ich habe zusammen mit meinem Kollegen Jannis Frech einen Vortrag zum Thema „An (im)perfect match: How digital technologies impact the working routines of investigative journalists“ gehalten, hervorgegangen aus dem Projekt „Investigativer Journalismus in globaler Perspektive“ (weitere Teammitglieder sind Michael Brüggemann, Volker Lilienthal und Wiebke Loosen). Es ging darum, wie InvestigativjournalistInnen aus 60 Ländern mit digitalen Technologien umgehen, wie sie diese in ihre Arbeit integrieren, und auch wie die Technologien sie in ihrer Arbeit behindern.

Andere Präsentationen haben sich dem Thema „Umgang mit Technik“ aus ganz anderen Perspektiven genähert. So habe ich etwas zum Umgang mit Selbstbedienungskassen gehört, bei denen man sich mehr ärgert als dass man schnell seine Waren aus dem Supermarkt bekommt, oder zum Einfluss von Google Maps auf unser Weltbild. Und noch viel mehr – die theoretischen Perspektiven aus der Soziologie haben genauso ihren Platz gefunden wie die Erklärungsansätze aus der Kommunikationswissenschaft.

Die InvestigativjournalistInnen, die Selbstbedienungskassen und Google Maps mögen auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Stimmte aber nicht – die OrganisatorInnen haben es geschafft, Vorträge in Panels zusammenzufassen, die dann doch auf ähnliche Phänomene abzielten – das muss man erstmal schaffen! Wir haben in den Panels nicht schlecht darüber gestaunt – und konnten dann aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln über unsere Themen diskutieren.

Das brauchte natürlich auch Nervennahrung. Und hier kommt wieder das geheimnisvolle Paket ins Spiel: Hier haben sich die OrganisatorInnen nicht lumpen lassen und nur die besten Bremer Leckereien versendet: Bremer Stadtmusikanten als Gummitierchen (na klar!), feinster Kaffee (prima!), Rote Grütze (ohne geht es im Norden nicht), etwas Süßes (schon weg, daher kann ich es nicht mehr näher bezeichnen), und dazu noch eine schöne Postkarte, eine Tasse für den Kaffee und einen Beutel, mit dem sich alles wegtragen lässt. So kann es immer sein!

Also, kurz und gut: Es war schade, dass die Konferenz nicht in Präsenz in Bremen stattfinden konnte, obwohl sie schon ein Jahr nach hinten verschoben wurde. Aber die OrganisatorInnen haben das Beste draus gemacht und uns trotzdem eine kleine, aber sehr feine Konferenz beschert – gerne wieder…