Trotz Corona: Höchstleistungen meiner Studis

An der Elbe ist es schön!

Ja, sind denn schon Sommerferien? Für die Schüler hier im Norden schon, meine Studierenden müssen noch anderthalb Wochen durchhalten. Und dann ist immer noch nicht so viel mit Freizeit und Faulenzen, denn dann müssen ja noch – Stopp!

Ich möchte einmal im Hier und Jetzt bleiben und mich freuen, wie viel meine Studierenden dieses Semester geschafft haben. Gestern und heute waren die Abschlusspräsentationen und ich bin beeindruckt, welche tollen Produkte in Forschungs- und Praxismodulen entstanden sind. So haben die Studierenden im Kurs “Journalism and Virtual Reality” von Jannis Frech und mir sich nicht nur auf Englisch durchgeschlagen, sie haben auch großartige 360°-Videos gedreht. Das ist besonders bemerkenswert, da die Besonderheiten des Mediums 360°-Video vorher nicht bekannt waren, sodass wir uns als Gruppe den Inhalten und der Technik genähert haben. Das heißt, die Studierenden haben nicht nur die Theorie erlernt, sondern auch ganz praktisch ihre Erfahrungen mit eigenen Geschichten und Themen machen können. Diese Themen sind sehr vielfältig, wie eine Tour durch einen Bunker oder das Erleben von Sportarten wie Skateboarding und Parkour. Ich bin also in Welten mitgenommen worden, die ich vorher eher nicht in dieser Tiefe erlebt hätte – und das ist toll! Vor allen Dingen unter Pandemiebedingungen war es nicht einfach, sich mit Kameras und Spezialsoftware auseinanderzusetzen. Die entstandenen Videos befinden sich derzeit in der Überarbeitsphase, aber ich hoffe, dass die Studierenden mir nach der Abgabe erlauben, ihre Werke hier zu posten.

Auch in meinem zweiten Kurs, den ich zusammen mit Michael Brüggemann gegeben habe, sind tolle Ergebnisse herausgekommen. Wir sind allerdings noch nicht am Ende, denn unser Forschungsseminar „Transformativer Journalismus“ geht über zwei Semester, sodass wir bisher noch in der Datenerhebung stecken. Hier geht unter anderem es darum, die Rollenverständnisse von KlimajournalistInnen und den Einfluss lokaler Klimaberichterstattung auf LeserInnen zu erforschen. Dazu benutzen wir qualitative Interviews und Inhaltsanalysen und tauchen tief in eine noch recht neue Forschungsrichtung ein. Hier war es nicht einfach, den Studierenden die Grundkenntnisse qualitativer Forschung zu vermitteln, denn gerade in längeren Workshops lernt es sich in Präsenz einfach besser – von Gruppenarbeit ganz zu schweigen. Aber wir haben es mit Humor und vielen Übungen geschafft! Wie bereits gesagt, kann ich hier noch nicht mit vollständigen Forschungsarbeiten aufwarten, bin aber sehr stolz auf das, was ich in den Abschlusspräsentationen für dieses Semester gesehen habe.

Von daher: Ja, auch das dritte Onlinesemester war möglich, und wenn es nötig sein sollte, wird auch ein weiteres noch gehen. Die Studierenden sind mal wieder über sich hinaus gewachsen – aber dennoch hoffe ich sehr, dass sie bald wieder im Seminarraum auf dem Campus zu Höchstleistungen auflaufen können.