Neue Publikation: Wie geht eigentlich Fußballberichterstattung ohne Fußball?

Ironischerweise auf Grund von Corona untergegangen – mein Post zu einer neuen Publikation zu Corona! Aber jetzt geht es los: Christiana Schallhorn (Universität Mainz) und ich haben analysiert, welche Strategien deutsche Fernsehsender und Fußballvereine während der (ersten) Coronawelle angewandt haben, um ihren Zuschauern bzw. Fans weiterhin Inhalte zu bieten.

Der Artikel trägt den Titel “Football Without Football: Creativity in German Football Coverage by TV Broadcasters and Clubs During the Coronavirus Crisis” und zeigt, dass sowohl Fernsehsender als auch Vereine recht kreativ mit dem Wegfall der Spieltage umgegangen sind, indem sie z.B. alte Kultspiele gezeigt oder mit prominenter Besetzung die Spieltage mittels des Videospiels FIFA20 nachgestellt haben. Der Artikel ist auf Englisch im International Journal of Sport Communication erschienen; hier das Abstract:

During the COVID-19 pandemic, TV broadcasters and clubs were challenged to provide alternative formats and content for fans of Germany’s favorite sport, football [soccer]. Thus, they emulated matchdays and created a Bundesliga feeling in new ways. The authors focus on this alternative creative sports coverage during the Coronavirus crisis and consider the effect on the audience. TV broadcasters, for instance, recreated Bundesliga matchdays through broadcasting historical matches, sticking with the original fixtures from before the crisis, while offering renewed commentary. Clubs conducted the Bundesliga Home Challenge, that is, FIFA20 videogame matches with their professional and eSport players, covering these matches on Twitter and their website. The authors argue that these efforts of keeping up the beloved structure of daily sports events satisfy social and entertaining belongings that are normally continually recreated through watching and talking about live sports events. Moreover, they discuss the possible sustainability of these innovative ways of sport communication.

Derzeit ist der Artikel frei verfügbar zu lesen.

Natürlich kann dieser Artikel nur eine Momentaufnahme sein – denn was jetzt passiert, konnten wir und können wir weiterhin nicht wissen. Aber dennoch, der Artikel liefert Erkenntnisse darüber, wie der Sport auf den Wegfall der (Berichterstattungs-) Gegenstands reagiert hat und welche kreativen Kräfte dort auf einmal zum Vorschein kamen.

Wer auf die Publikation nicht mehr zugreifen kann – mein E-Mailpostfach steht wie immer offen.