Vortrag: Text-Automatisierung für Schulen (?!)

 

Ich war wieder in meinem geliebten München! Zwar nur auf dem Hauptbahnhof, aber das ist in Ordnung, wenn das Ziel „Tutzing“ heißt. Ich habe an der dortigen Akademie für Politische Bildung am 9. Dezember einen Vortrag gehalten, und zwar zum Thema „Lokaljournalismus: Wie fördere ich die ‚Visibility‘ meiner Schule in Zeiten automatisierter Textproduktion?“. Angesiedelt war der Vortrag in einer Fortbildung für Schulleiter und Schulleiterinnen (gemeinsam ausgerichtet mit der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen), in der es um digitale Themen ging, von Datenschutz bis eben hin zu Veränderungen im Journalismus.

Ich habe in meine Thematik eingeführt, in dem ich erstmal von Algorithmen im Alltag erzählt habe. So hat in der Gruppe jeder fast täglich mit Algorithmen zu tun – Amazon hat jeder genutzt, aber Facebook war nur bei ein paar Teilnehmern Bestandteil ihres Lebens. Dennoch wurde durch diese sehr bekannten Beispiele die generelle Funktionsweise von Algorithmen deutlich. Weiter ging es mit Algorithmen im Journalismus, und schließlich zur Funktionsweise von automatisierter Textgenerierung mittels Variablen, Synonymen, und ‚Wenn-dann-sonst-Schleifen‘. Bei diesem Teil des Vortrags gab es viele große Augen – denn „das da“ soll Journalismus sein?! Und dann auch noch einer, der bereits Verbreitung findet?! Ja, wie dann im Laufe des Vortrags immer klarer wurde. Ob das nun gut oder schlecht ist, haben wir ausführlich diskutiert. Bei aller Kritik an dieser neuartigen Form des Journalismus freue ich mich, dass die Schulleiter und Schulleiterinnen erkannt haben, dass der automatisierte Journalismus nicht verdammt werden muss, besonders bei lokalen Themen.

Aber wie können Schulen diese Art der Textgenerierung für sich nutzen? Erst einmal muss man erkennen, dass die Software für Schulen viel zu teuer ist. Und auch der Nutzen der Software muss hinterfragt werden, denn gibt es wirklich genügend Veranstaltungen oder Briefe, die so betextet werden können? Ich habe vorgeschlagen, nicht die Software, aber das Denken in vorgefertigten Schablonen zu übernehmen. Denn so, wie von der Software die Schablone, also der Lückentext, von einem Software-Algorithmus gefüllt werden kann, kann man auch selbst sein eigener Algorithmus sein. Der Text um die Leerstellen lässt sich vorschreiben, und die Lücken können dann schnell gefüllt werden, sodass man eben nicht vor einer leeren Seite sitzt. Natürlich braucht das ein paar Arbeitsroutinen, die sich erst einspielen müssen, wie z.B. eine gemeinsame Exceltabelle, in der die relevanten Daten von den Lehrern oder von Schülern in strukturierter Weise eingetragen werden. Aber das ist nicht unmöglich, und kann dabei helfen, über Veranstaltungen zeitnah zu berichten, ohne dass jemand lange einen Text aufsetzen muss.

Die Teilnehmer hatten auch noch weitere Ideen. So wurde vorgeschlagen, dass sich auch Jahresberichte mit einem Template schneller füllen lassen, da auch hier viele Informationen immer wiederkehren. Das ist doch ein Erfolg – ob die Automatisierung nun in den Schulen Einzug findet oder nicht, der Sinn wird gesehen, und es bleibt nur abzuwarten, wie sich was in Zukunft passieren wird.