Bald geht’s wieder los! – Algorithmen, investigativer Journalismus und Fußball im Wintersemester 2019/2020

platz2(Foto von mir)

 

Morgen startet für meine Studierenden an der Universität Hamburg die Anmeldephase für die Kurse im kommenden Semester! Der Start dauert dann zwar noch bis Mitte Oktober, aber ich bin trotzdem gespannt, wen ich vor mir sitzen haben werde. Vielleicht sogar bekannte Gesichter aus den letzten beiden Semestern – es war in München immer besonders schon, wenn ich “Wiederholungstäter” unterrichten durfte. Allerdings ist das jetzt schwieriger als in München, da ich hier in vier Studiengängen unterrichte und nicht nur in einem… aber wer weiß.

Hier sind die Seminare, die ich geben werde:

1) Algorithms and Automation in the Newsroom (Englisch)

im Erasmus Mundus Master “Journalism, Media and Globalisation”

The seminar investigates how algorithms and automation change journalistic practices. While putting algorithms to work in the newsroom is not controversial per se, some uses have garnered high attention. For instance, algorithms may be used to personalise content to individual users (Kunert & Thurman, 2019), resulting in possible filter bubbles (Pariser, 2011) – a phenomenon that has been criticised heavily in media and academia. Even more controversial is automating the process of writing articles. This works for all beats in which structured and details data are used, e.g. finance, sports, and crime. Studies show that “algorithmic journalism” (Dörr 2015), “robot journalism” (van Dalen 2012), or “automated journalism” (Carlson 2015) is not yet developed enough to make journalists obsolete – but technology is evolving fast, and thus many factual articles in finance are already automated, with other beats such as sports following (see for example the Washington Post’s “Heliograf”).

We will analyse these developments in detail, and assess whether and how algorithms and automation are a driving force in the evolution of journalistic practices. To do so, we look at cutting-edge research as well as practice works – after all, this development is ongoing and change is omnipresent in this field.

Die Lernziele sind, in Gruppen ein kleines Forschungsprojekt durchzuführen und einen eigenen TED-Talk vorzutragen. Ich hoffe, dass die Aufgaben den Studis genauso viel Spaß machen werden wie mir – die Forschung sowieso, aber auch der TED-Talk. Ein kreatives und dabei kurzes Referat wie so einen Talk vorzubereiten kostet meine Studis oft Überwindung, aber es lohnt sich immer (nicht nur für mich, sondern auch für die Kommilitonen, die aufmerksam zuhören und nicht der Müdigkeit erliegen)!

 

2) Globalisierung und Medienkommunikation: Investigativer Journalismus 2

im Master Journalistik und Kommunikationswissenschaft
(zusammen mit Prof. Michael Brüggemann)

Der investigative Journalismus gehört zu den Grundfesten demokratischer Gesellschaften – aber was macht den investigativen Journalismus heute aus? Wie unterscheiden sich die Recherche- und Verifikationspraktiken von investigativen Journalisten über Länder hinweg? Wie verändern digitale Medien den investigativen Journalismus? Wie unterscheiden sich die Einschätzungen von Frauen und Männern, von jüngeren und älteren Journalisten?

Dieses Seminar beantwortet diese Fragen mithilfe von eines Forschungsprojekts, dessen Datenerhebung auf der 11. Global Investigative Journalism Conference in Hamburg durchgeführt wurde.  Dabei wurde erhoben, welche Rolle digitale Werkzeuge für den investigativen Journalismus spielen, und mit welchen Herausforderungen und Grenzen investigative Journalisten in verschiedenen Ländern konfrontiert sind. Ziel des Seminars ist es, die erhobenen Interview- und Fragebogendaten auszuwerten und zu analysieren. Dabei stehen „Digitale Recherchemethoden“ und „Herausforderungen für den investigativen Journalismus“ im Mittelpunkt. Innerhalb dieser Themen kann in Vierergruppen ein eigener Fokus verfolgt werden.

Auch hier wird geforscht. Wie zu lesen, werden wir – mein Projektteam, fleißige Studis und ich – Ende des Monats auf der Global Investigative Journalism Conference unsere Daten erheben, und diese dann zusammen mit den Studis auswerten. Der Kurs schließt an ein Seminar in diesem Sommersemester an, in dem an Fragebogen und Interviewleitfäden für die Forschung getüftelt wurde, und ist daher ein „echtes“ Sequel – und hier ist, anders als bei Filmen, der zweite Teil hoffentlich genauso gut wie der erste.

 

3) Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten – Akteure und Kommunikationsstrategien im Profifußball

im Bachelor Medien- und Kommunikationswissenschaft

Sport genießt in der Gesellschaft und in der Berichterstattung einen hohen Stellenwert, nicht zuletzt durch die Erfolge der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und deren Gewinn des Weltmeisterstitels im Jahr 2014. Besonders der Profisport – angefangen von Fußball, über Wintersport bis Handball – findet sich in den Nachrichten und füllt Web- und Zeitungsseiten. Und nicht nur dort – die Vereine selbst, die Athleten und nicht zuletzt die Fans vermitteln ihre Inhalte über vielfältige Kanäle.

Wie bereits anhand dieser Beispiele angedeutet, ist der Sportjournalismus mit neuen Rahmenbedingungen konfrontiert. Welche Auswirkungen dies auf den Sportjournalismus hat, wird in diesem Seminar vor allem anhand des europäischen Profifußballs untersucht. Die inhaltliche Grundlage bietet das Forschungsfeld der Sportkommunikation, das mit weiteren Bereichen wie der Journalismusforschung und Marketing verknüpft wird. Im Seminar wird zum Teil englischsprachige Fachliteratur verwendet, entsprechende Lektürebereitschaft und Kompetenz werden vorausgesetzt.

… da habt ihr wohl gedacht, dass es dieses Semester nichts mit Sport gibt? Weit gefehlt! Im Winter geht es wieder um meinen heißgeliebten Fußball, und das ganz intensiv im Blockseminarformat. Außerdem bietet das Seminar die wunderbare Gelegenheit, mit den Studis über meine neue Forschung zu Onlinenischen weiblicher Fußballfans zu sprechen – und natürlich über noch viel mehr, wie z.B. Vereins- und Spielerkommunikation.

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