Wissenschaft kurz auf den Punkt gebracht

verstaendliche(Photo von mir)

 

Erst einmal: Happy New Year! Zumindest fast, aber auf ein paar Stunden kommt es nicht an. Ich kann sagen, ein gutes Jahr gehabt zu haben – mit der Dissertation und dem Drumherum ging es gut voran (wie zum Beispiel mit dem von einem von einem Kommilitonen und mir organisierten NapoKo-Kolloquium), auch andere Dinge haben mich glücklich gemacht. Nun zu dem, was ich mir für das neue Jahr wünsche – und was nichts mit meiner ganz persönlich angezündeten Wunderkerze zu tun hat. Nein, etwas Allgemeineres: ich wünsche mir mehr verständliche Wissenschaft.

Was heißt das und wie komme ich darauf? Letzteres ist leicht zu beantworten: ich habe mir die öffentliche Endausscheidungsrunde des Wettbewerbs „Verständliche Wissenschaft“, ausgerichtet vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht, angesehen. Hier war es die Aufgabe von jungen Forschern, ein Thema – hier meist Ergebnisse aus der Doktorarbeit – in acht Minuten einem Laienpublikum vorzustellen. Dieses Publikum stimmte dann hinterher für den besten Vortrag ab. Eine große Bandbreite an Themen gab es, vom Nahrungsverhalten von Süßwassermuscheln bis zu Klimakonflikten (übrigens gehalten von einem Soziologen, obwohl sich der Wettbewerb eher an Naturwissenschaftler richtet), und ich kann sagen, aus diesen kurzen Vorträgen eine Menge gelernt zu haben.

Ob man dieses Vorgehen – gerade die Abstimmung des Publikums – nun gut findet oder nicht, das Prinzip finde ich großartig. Forschung, so kompliziert sie auch sein mag, muss in so einem Wettbewerb klar vorgestellt werden, ohne Fachjargon und überladenen theoretischen Hintergrund. Auch Quantenphysik kann so greifbar gemacht werden, wie bei dem eben vorgestellten Wettbewerb eindrucksvoll gezeigt wurde. Aber nicht nur die Naturwissenschaften können sehr kompliziert sein, natürlich auch die Sozialwissenschaften. Wie ich selbst weiß, hat so mancher bei der Vorstellung seiner oder ihrer Ergebnisse mit aufkeimender Polemik zu kämpfen… So viele Themen sind sehr interessant, wären es auch für die breite Masse, aber finden in der Öffentlichkeit keinen Zugang. Solche Wettbewerbe können meiner Meinung nach dabei helfen.

Wie bereits gesagt, die Vorträge sollten kurz sein, die Vorstellung der Ergebnisse prägnant. Dass dabei Sacheverhalte gekürzt werden müssen, sollte wohl jedem klar sein. Dass es aber gar nicht darum geht, jedes Vorgehen mit vielen Referenzen und Gleichungen zu belegen, das auch. Es geht vielmehr darum, aus dem sprichwörtlichen Elfenbeinturm herauszukommen und die Forschung nach draußen zu tragen. Dass so ein Wettbewerb dazu noch ein relativ geschützter Raum ist, in dem Fehler erlaubt sind, hilft der Sache.

Forschungsergebnisse, auch und gerade von Dissertationen, sollten nicht nach Beendung der Arbeit auf dem Rechner oder in Aktenordnern versauern, und nur von Eingeweihten gelesen werden. Forschung gehört auch in die Medien, und zu guter Letzt an die Mitmenschen gebracht.

In diesem Sinne wünsche ich allen noch einmal einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2015!

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