„It’s all about the funding!“

foerdertag(Foto von mir)

 

 

… sagt mein Doktorvater immer wieder. Und: er hat recht! Deswegen habe ich mich heute nach Hannover aufgemacht, um an einer Veranstaltung zum Thema Postdoktorandenförderung teilzunehmen.

Ausgerichtet wurde diese vom Dezernat Forschung und dem EU-Hochschulbüro der Universität Hannover bzw. der Hochschulregion Hannover/Hildesheim. Vielen Dank dafür an dieser Stelle. Sechs Förderer stellten ihre Programme vor – also, was gab es alles zu hören?

Den Anfang der kurzen Vorträge, die meist gut eine halbe Stunde lang waren. machte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Dieser wurde im Gegensatz zu den anderen fast eine Stunde im Programm eingeräumt. Die einzelnen Maßnahmen wurden überblicksartig vorgestellt, wobei der Fokus vor allen Dingen auf der frühen Postdoc-Phase lag, und somit auf dem Auslandsstipendium und der „eigenen Stelle“. Ich kannte den Vortrag schon, aber gerade diese Informationen kann man gar nicht oft genug hören.

Darauf folgten die Fördermaßnahmen der VolkswagenStiftung. Mir weniger bekannt, hat diese Stiftung nicht nur fachübergreifende Maßnahmen, sondern auch speziell auf einzelne Fächer ausgerichtete Angebote. Für Physiker gibt es so z.B. die Möglichkeit, sich für einen Aufenthalt in Stanford fördern zu lassen, um dort mit speziellen Maschinen zu arbeiten. Auch für Geisteswissenschaftler gibt es ein spezielles Angebot. Es lohnt sich, diese Förderungen im Auge zu behalten.

Den letzten Vortrag vor der Pause gab die Alexander von Humboldt-Stiftung. Hier ist das große und aktive Alumni-Netzwerk von Bedeutung, sodass der Kontakt mit der Stiftung mit dem Förderende nicht abbricht. Außerdem ist zu sagen, dass diese Stiftung nur Auslandsaufenthalte fördert, und keine Arbeiten im deutschen Inland.

Weiter ging es nach einer kurzen Verschnaufpause mit dem DAAD. Die Fördermöglichkeiten sind einigen zum Teil bestimmt schon aus Studium und Doktorandenzeit bekannt, aber auch für Postdocs gibt es interessante Angebote, die über das typische Jahresstipendium hinausgehen. Gerade für Dozenturen im Ausland, ob nun kürzerer oder längerer Natur, bietet sich der DAAD an.

Weiterhin ums Ausland drehte es sich bei den Marie Skłodowska-Curie-Individualmaßnahmen, die von der Europäischen Union gefördert werden. Mit diesen Maßnahmen kann der Forscher sich in der EU und assoziierten Staaten bewegen, und für bis zu zwei Jahre an einem Ort seiner oder ihrer Wahl arbeiten. Das Programm gibt es auch für Drittstaaten.

Der letzte Vortrag wurde mit der „großen Schwester“ – so die Vortragende – der Curie-Maßnahmen bestritten, den ECR Starting Grants. Ebenfalls von der EU gefördert, läuft diese Maßnahme über Jahre für ein ganzes Projekt, und bietet sich daher für eine spätere Post-Doc-Phase an, in der man etablierter ist.

Ich kann hier natürlich nur einen sehr kurzen Abriss geben, der den einzelnen Stiftungen und Programmen nicht gerecht wird und es auch gar nicht kann. Aber ich möchte anmerken, dass diese Veranstaltung einen sehr guten Überblick gegeben hat, jenseits von verwirrenden Webseiten, den ich nicht missen möchte. Ich kann jedem nur empfehlen, sich ähnliche Veranstaltungen anzusehen – und wenn es als Gast ist, der ich es war, denn Lüneburg lässt sich nun kaum noch zu der eigentlich Hochschulregion Hannover/Hildesheim zählen…

Eine Sache möchte ich noch sagen, die sich durch alle Vorträge gezogen hat: man kann gar nicht früh genug anfangen, sich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Die Bewerbungsphasen können sich sehr lange hinziehen, manchmal über sieben Monate, und da ist die Zeit für die Vorbereitung des Antrages noch nicht mit eingerechnet. Außerdem kann man sich für viele Maßnahmen nur einmal im Jahr bewerben, was die Sache noch schwieriger macht, wenn man die Stichtage nicht kennt. Einen Tag zu spät, und es heißt ein ganzes Jahr warten.

Also, vielleicht gibt es solche Veranstaltungen auch an anderen Unis? Wenn ja – sofort hin da!

 

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