Sommer, Sonne, Eis … und Textproduktion!

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Das auch noch bei 30 °C im Schatten! Aber die Diss schläft nicht, selbst wenn es ihre Autorin manchmal vorziehen würde. Also, das Schreiben geht voran, und weil ich die Tage endlich meine Urkunde für die Zertifizierung im Lehrprofil „Schreiben in der Lehre“ bekommen habe, möchte ich noch ein paar Schreibtipps geben, die dem einen oder anderen vielleicht die Schreibphase während der Tropenhitze erleichtern. Denn nicht nur die Diss will geschrieben werden, sondern auch Hausarbeiten und dergleichen…

Schreibe jeden Tag

Warum? Das hat mehrere Gründe. Erst einmal sieht man Fortschritt, wenn man jeden Tag schreibt. Immer mehr Worte kommen auf das Papier, und am Ende des Tages kann man sich rühmen, seinem Ziel wieder einen Schritt näher gekommen zu sein. Das ist der erste psychologische Effekt. Selbst wenn man am Ende nicht quantitativ viel Text geschrieben hat, kann sich am Ende des Tages dennoch über Forschritt freuen. Die zweite psychologische Komponente liegt darin, dass man so in eine Gewohnheit verfällt. Die ersten Tage mögen hart sein, aber dann passt sich das tägliche Schreiben schließlich in den Tagesverlauf ein. Wer gerne plant, dem empfehle ich, sich täglich eine gewisse Anzahl an Worten vorzunehmen. Man muss sich nicht immer an sie halten – aber wenn das realistische Tagessoll geschafft ist, kann (und sollte!) man getrost Feierabend machen.

Schreibe das, was dir am meisten Spaß macht

Wer kennt das nicht – unliebsame Abschnitte oder sogar ganze Kapitel müssen zu Papier gebracht werden, das ist nun einmal so und man kann sich nicht dagegen wehren. Ob es nun der Abschnitt zu den verwendeten Methoden ist oder der komplizierte theoretische Hintergrund, irgendwann muss es gemacht werden.
Aber nicht heute.
Wenn man sich eh schon kaum auf Bücher und Worddokument konzentrieren kann, dann muss man nicht unbedingt das schreiben, was eh keinen Spaß macht. Das klingt banal, aber Paper und andere Schriftstücke müssen nicht in chronologischer Reihenfolge geschrieben werden*. Wer weiß, welche Theorien er oder sie testen möchte, muss den Theorieteil nicht schon geschrieben haben. Es langt erst einmal, die Theorie im Kopf zu haben, oder ein paar Stichworte zu notieren. Wieso soll man es sich schwerer machen, als es ist? Und wenn am Ende nur noch der vermeintlich schwierige bzw. unliebsame Teil fehlt, geht schließlich auch der leichter von der Hand, immerhin ist man ja fast fertig mit der Arbeit.

Schreibe deinen Kopf frei

Es gibt immer die Situation, dass man hängenbleibt. Der Gedanke ist weg, die Idee ist verflogen, und wie dieses eine Buch noch hieß, das man gestern noch unbedingt einarbeiten wollte, ist auch vergessen. Was hilft dann? Drei Schritte zurück, Durchatmen, und dann zum Beispiel eine Mindmap, in der man seine Gedanken zu dem Thema aufschreibt. Ob nun schon geordnet oder einfach nur frei auf einem Blatt Papier, das ist dem eigenen Geschmack überlassen. Ideen kommen wieder, manchmal brauchen sie nur etwas Hilfe und Zeit. Freewriting, bei dem man z.B. drei Minuten durchgehend alles schreibt, was einem einfällt – und wenn es ist, dass man am liebsten ins Freibad gegen möchte anstatt in der Bibliothek zu sitzen – ist ebenfalls eine wunderbare Möglichkeit, den Kopf in Gang zu kriegen. Denn dann schreibt man ja schon eine Weile und kann sich danach fast schon gemütlich dem eigentlichen Text zuwenden – wieder eine kleine Selbstüberlistung.
Zur Prophylaxe: alles aufschreiben bevor es entfleucht, oder von den Buchtiteln mit dem allgegenwärtigen Smartphone ein Bild vom Cover machen. Einfacher geht’s nicht – und seine Gedanken aufschreiben geht auch mit einer App. Das Handy ist (fast) immer dabei, selbst wenn es ein schönes Notizbuch nicht ist.

Und wenn gar nichts mehr hilft?

Um es mit den jetzt schon unsterblichen Worten von Fußballnationalspieler Per Mertesacker zu sagen: dann geht’s erstmal drei Tage in die Eistonne. Ja, manches Mal hilft nur noch, dass man die Füße hochlegt und ein bisschen abschaltet. Das möchte ich immer wieder betonen: Pausen sind wichtig! Niemand kann durcharbeiten, bei 30 ° erst recht nicht, und wer wie ich aus dem regnerischen hohen Norden Deutschlands kommt, der sowieso nicht. Wer dennoch ran muss, kann sich an den obigen Tipps versuchen und/oder sich mit einem Eis über die heißen Tage retten.

Darüber hinaus gilt wie immer folgender Grundsatz: Don’t get it right, get it written!
Was raus ist, ist raus, und kann am Ende immer noch überarbeitet werden. Wenn am Ende ein leeres Blatt steht, weil kein Gedanke gut genug war, kommt entsteht nur Frust.
Also, viel Erfolg bei den sommerlichen Schreibaufgaben!**

 

* Hierzu eine kleine Fußnote: ich empfehle immer, die Einleitung zuerst zu schreiben. Ich weiß, dass viele genau dies zuletzt tun, aber wer vorher weiß, was er schreiben möchte, kann sich dadurch später eine Menge Denkarbeit erleichtern. Aber das bin mal wieder ich als „Top-Down-Schreiberin“, die gerne alles vorher plant – deswegen ist das hier nur eine Empfehlung, und alle „Chaosschreiber“ sollen natürlich genau so weitermachen, wie es ihnen guttut.

** Hiermit ein kleiner Gruß an meine Studis – ihr schafft das!

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