Twitter-User sind anders – oder zumindest sind es ihre politischen Meinungen

gb_kleinPlease click here for the English version!

Bevor ich anfange, entschuldige ich mich dafür,
dass die deutsche Fassung mit solcher Verspätung kommt!
Things to do, people to see… das kommt nicht wieder vor!

obama(Screenshot aus Twitter)

 

Was ist passiert?

Ich bin ein begeisterter Twitter-User, und liebe es, mich durch die vielen, vielen Hashtags zu wühlen, die den Microblogging-Service Twitter ausmachen. Hashtags – ein einfacher Weg, um Themen zu kennzeichen, z.B. mit #politikwissenschaft – geben den Weg zu jedes denkbare Thema vor, von dem letzten Fußballspiel über griesgrämige Katzen bis hin zu politischer Diskussion.

Aber diese politischen Diskussion sind, so hat das Pew Research Center (USA) herausgefunden, nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung und die Meinungen, die auf Twitter kundgetan werden, weichen häufig von denen der breiten Masse ab.

Was meine ich dazu?

Dass Twitter nicht repräsentativ, für, nun, auch nur irgendetwas ist, das ist keine Überraschung. Obwohl der Service jede Sekunde mit neuen Nachrichten regelrecht überflutet wird, so schreibt nur ein kleiner Teil der Bevölkerung, was ihn oder sie bewegt. Außerdem sind viele Accounts tot oder wurden noch nie benutzt. Darüber hinaus ist Twitter, nach der Studie des Pew Research Center, ein Medium der jungen Generation, womit sich Twitter nicht viel von anderen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+ unterscheidet.

Also, es ist keine große Überraschung, dass sich politische Meinungen in eine bestimmte bzw. eine andere Richtung bewegen, wenn man sich diese Daten anguckt. Aber was mich zum Nachdenken gebracht hat, ist, dass diese Meinungen häufig negativ sind, wenn es um Politik geht.

Das Pew Research Center hat acht große politische Ereignisse untersucht (meist im Kontext der US-Präsidentschaftswahlen 2012) und sich dabei mit einer automatisierten Methode den „Ton“ der Nachrichten angesehen. Natürlich kann man dieses Vorgehen hinterfragen, denn automatisierte Methoden sind häufig voller Fehler in der Analyse. Aber ich denke, dass dieser Ansatz hier Sinn macht, wenn man sich ansieht, dass tausende von Tweets in diese Studie eingingen. Der „Ton“ der Diskussion kann so meiner Meinung nach gut erfasst werden.

Also, warum ist die politische Meinung auf Twitter so negativ?

Definitive Antworten gibt es nicht, aber zunächst einmal denke ich, dass Twitter häufig als ein Medium gebraucht wird, um sich abzureagieren –  frei nach dem Schema„Ich mag dies nicht, ich mag das nicht“. Das wird dadurch unterstützt, dass es sehr einfach ist, einen Account anzulegen und ein paar Worte in die Maske einzutippen (man beachte die strikte Zeichenbegrenzung), die man am Ende des Tages nicht wirklich meint.

Davon abgesehen muss man sich den Kontext – die US-Präsidentschaftswahlen – der Studie ansehen. Wahlen sind immer eine umstrittene Sache, auch in den traditionellen Medien, und negative „Nachrichten“ sind ein Mittel, das in den USA weit verbreitet ist und schon als eigene Form des Wahlkampfes gelten. Also frage ich mich, ob diese acht Ereignisse nicht schon eine gewisse Antwort haben voraussehen lassen. Es wäre interessant zu sehen, wie diese These des Negativität im Vergleich mit z.B. Tweets von lokalen oder regionalen Wahlen aussieht – Wahlen, die nicht so stark polarisieren.

Fazit

Twitter ist – ob man es nun glaubt oder nicht – nicht nur ein Ort, auf dem man der ganzen Welt sein Abendessen zeigt, sondern bietet auch Platz für politische Diskussion. Ich weiß, wovon ich rede, da ich mich manchmal an solchen Diskussionen beteilige. Das macht nicht nur Spaß, sondern ich sehe auch gleich, was andere Leute zu gewissen Themen denken.

Daher weiß ich auch, dass Politik und politische Ereignisse auf Twitter nicht nur negativ gesehen werden. Ich folge z.B. auf Twitter einigen sehr aktiven politischen Twitterern, und deren Meinungen halten sich die Waage (z.B. Jon Worth oder Puffles, Twitters „Drachenfee“).

Alles in allem denke ich, dass die Studie von Pew sehr gut herausarbeitet, welche Rolle Twitter in der Politik spielen kann, aber ich denke auch, dass eine weitere Studie von Vorteil wäre. Wenn ich nur selbst die Zeit hätte… :)

Quellen

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Ein Gedanke zu “Twitter-User sind anders – oder zumindest sind es ihre politischen Meinungen

  1. Pingback: People on Twitter are different – at least in their political opinions | politikwissenschaftlerin.de

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