…und das war 2012!

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jahres_1(Foto von mir – das ist Lüneburg!)

Was ist passiert?

Oder besser, was wird in ein paar Stunden passieren? Na klar, der Jahreswechsel! Zeit für mich, um auf ein paar (akademische) Highlights des Jahres 2012 zurückzuschauen.

1. Start als Doktorandin

Angefangen hat dieses Blog im Oktober 2011 mit mir als Doktorandin „in spe“, aber diesen Zusatz konnte ich schnell ablegen. Ende Oktober 2011 habe ich eine Betreuungszusage von meinem Doktorvater, Prof. Florian Grotz, bekommen, und im Februar 2012 konnte ich mich dann offiziell an der Leuphana Universität Lüneburg einschreiben. Seither ist noch nicht einmal ein Jahr vergangen, aber so viel passiert – wer hätte gedacht, dass das Doktorandendasein immer so spannend ist? Natürlich gab es auch hier Steine, die im Weg lagen, aber die konnte ich zum Glück alle aus dem Weg räumen. Es ist ganz anders als mein Studentenleben während des Bachelors oder des Masters – ich bin jetzt „erwachsen“ in der akademischen Welt. Das ist immer eine Herausforderung und macht Spaß – ich hoffe, dass es 2013 so weitergeht.

2. GOR12 Thesis Competition

Wie ich in einem früheren Artikel bereits geschrieben habe, habe ich im März eine Konferenz besucht – die General Online Research Conference (kurz: GOR). Dort habe ich in der sogenannten „Thesis Competition“ meine Masterarbeit vorstellen können. Dies war ein Wettbewerb für abgeschlossene Master- und Doktorarbeiten; nach einer Vorauswahl durften sechs Leute ihre Arbeit dem Konferenzpublikum vortragen. Ich war einen von ihnen – da war die Aufregung groß! Da sich mein Doktorarbeitsthema eng an meine Masterarbeit anlehnt, war der Vortrag noch auf ganz anderer Ebene wichtig für mich – würde mein Thema überhaupt für andere interessant sein? Meine Antwort habe ich bekommen – da ich gewonnen habe, nehme ich mal an, dass es nicht ganz langweilig sein kann… Eine große Sache war das!

3. Zurück an die LSE

Ich habe meinen Master an der LSE gemacht, und diese Universität seit meinem Weggang sehr vermisst. Es war für mich etwas ganz Besonderes, dort zu studieren – alle meine Lieblingsthemen (Europa natürlich) und spannende Leute vereint. Ein Glück, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, zurück zu gehen, nur eben diesmal als Doktorandin. Dort konnte und kann ich weiter mit meinem ehemaligen academic adviser (jetzt supervisor), Prof. Simon Hix, arbeiten – und ich bin zurück in London! Hier kann ich alles mitnehmen, von Kursen zu Methoden bis Workshops zu allen möglichen Facetten des Doktorandenlebens, und kann dann im April 2013, wenn ich wieder in Lüneburg bin, aus diesen Erfahrungen schöpfen. Ich habe jetzt noch drei Monate an der LSE – 2013 fängt gut an!

Fazit

Von diesen drei Highlights einmal abgesehen sind natürlich noch viele kleine Dinge passiert, die ich hier gar nicht auflisten kann, aber die das Jahr großartig gemacht haben. Danken möchte ich auch meinen Lesern – es tut gut zu sehen, dass häufiger mal jemand hierher findet!

Für nächstes Jahr ist eine Menge geplant – natürlich auch im akademischen Umfeld. Man darf gespannt bleiben!

Ich wünschen allen einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2013!

jahres_2(Foto von mir – ein Ausblick auf das kommende Jahr…)

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PhD@LSE – The first term is over!


Für die deutsche Fassung bitte hier klicken!

lse_christmas(My own photograph)

What happened?

Well, there are quite I few topics I wanted to cover today originally, but then I felt I had to write a short piece on what happened in the last months. As some of you might have gathered, I went to the London School of Economics and Political Science (LSE) in October to work on my PhD. My home base is Leuphana University Lüneburg in Germany, but since I did my master’s there and my second supervisor, Prof. Simon Hix, is at LSE, I went back to London.

And well, the past three months were amazing. Thank God I will return in January for further three months!

What do I think about it?

Since I went to LSE as a Visiting Research Student, there are hardly any compulsory programme regulations that I have to fulfil. I can essentially do whatever I want, go to the classes I want, and still have all the rights of a regular LSE PhD student. In fact, the status of a “Visiting Research Student” only appears in the official documents, and for the rest of the School I am a PhD student like anybody else. Which is a good thing – I never felt treated like a mere “visitor”.

So, what did I do, apart from working on my thesis? I took a few courses on methods, for example. A general course on qualitative methods, in which I not only simply learned how to do a participant observation or an interview, but I actually went out and did both (see the article „(Un-) Welcome to Downing Street No. 10!“ for a summary of my participant observation)! Also, I learned how to do quantitative stuff, that is regression analysis, something I missed out on in my earlier studies. Well, numbers in huge tables and plots are my thing now! I will need all of this for my PhD research, so this will come in handy quite soon.

Apart from methods, I mingled with other PhD students out of class as well as in a regular workshop, where we not only talked with the professors about how to pursue our projects, but also had a ‘clinic’ (lovingly called “Academics Anonymous”) where we could talk freely about obstacles and challenges we face concerning our lives as PhD students. This was very helpful, seeing that other PhD students deal with the same things.

And of course, I met so many people. People who were enthusiastic about my research,  people who were always there to give support on a plethora of issues, and people with whom it was just nice to have a chat and tea with.

So, I cannot wait to be back in January (even though I am technically not even gone yet – I’m sitting in my little room at my hall of residence while writing this) – this time with even more methods courses – I’m thinking about doing an advanced course in regression analysis – and again lots of opportunities to explore my favourite topics beyond my own research. There is more out there than the European Parliament!

Conclusion

I miss Leuphana University, I really do. But LSE is great, too – seeing new faces, getting new perspectives on my PhD topic. This is why I would recommend visiting another university for a few months during the PhD – and most universities do welcome visitors. Of course going abroad has to make sense somehow in the light of one’s own research.

In sum, week 10 of term is over – and it’s Christmas time! Almost, that is. Anyway, I wish everyone a great time with lots of mulled wine and mince pies (for the Brits)!

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PhD@LSE – Das erste Trimester ist um!


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lse_christmas(Foto von mir)

Was ist passiert?

Nun, eigentlich wollte ich heute über ganz andere Dinge schreiben, aber es erschien mir für den Moment wichtiger, einfach mal zu berichten, was bei mir in den letzten Monaten passiert ist. Die anderen Themen laufen ja nicht weg…

Wie einige wissen, bin ich im Oktober an die London School of Economics and Political Science (LSE) gegangen, um an meiner Dissertation weiterzuarbeiten. Meine eigentliche Heimat ist ja die Leuphana Universität Lüneburg, aber da ich meinen Master in an der LSE gemacht habe und mein zweiter Doktorvater, Prof. Simon Hix, ebenfalls dort ist, bin ich zurück nach London gegangen.

Nun, die letzten drei Monate waren großartig. Ein Glück, dass ich im Januar für weitere drei Monate zurückkehre!

Was meine ich dazu?

Da ich als sogenannter „Visiting Research Student“ an die LSE gegangen bin bzw. gehe, muss ich kaum an Pflichtkursen teilnehmen. Das heißt, dass ich (fast) alles tun und lassen kann was ich will, die Kurse nehmen kann die ich möchte, und trotzdem alle Rechte eines regulären LSE-Doktoranden habe. Wenn man es genau nimmt, taucht mein Status als „Visiting Research Student“ nur in den offiziellen Dokumenten auf, und für den Rest der Universität bin ich eine Doktorandin wie jede andere. Das ist eine gute Sache, und ich habe mich niemals wie ein bloßer „Besucher“ behandelt gefühlt.

Also, was habe ich so alles gemacht, außer an meiner Dissertation gesessen? Ich habe zum Beispiel ein paar Kurse in Methoden belegt. Einen eher allgemeinen Kurs zum Thema qualitative Methoden, in welchen ich nicht bloß passiv gelernt habe, wie man eine teilnehmende Beobachtung oder ein Interview durchführt, nein, ich habe beides sogar selbst gemacht (siehe den Artikel „Willkommen vor der Downing Street – Zutritt verboten!“ für eine kleine Beschreibung meiner Erfahrungen während der teilnehmenden Beobachtung). Ich habe mich auch um quantitative Methoden gekümmert – und zwar um die Regressionsanalyse, eine Methode, die ich während meines vorherigen Studiums nicht erlernt habe. Nun, Zahlen in langen Tabellen und Graphen sind jetzt genau mein Ding! Das werde ich alles ganz bald für meine Dissertation brauchen, also war es gut, diesen Kurs zu wählen.

Davon einmal abgesehen habe ich viele andere Doktoranden während meiner Kurse und natürlich auch außerhalb getroffen. Einer der Kurse, die wir zusammen hatten, war ein regelmäßiger Workshop, in dem wir mit den Professoren nicht nur über unsere Projekte gesprochen haben, sondern in einer Art „Beratung“ (liebevoll die „Anonymen Akademiker“ genannt) auch über all die Hindernisse und Herausforderungen, die uns rund um unser Doktorandenleben beschäftigen. Das war oft sehr hilfreich, allein um zu sehen, dass andere genau dieselben Dinge beschäftigen.

Und natürlich habe ich viele Leute getroffen. Leute, die sich für meine Forschung interessiert haben, Leute, die mich bei einer ganzen Reihe von Dingen unterstützt haben, und Leute, mit denen es auch einfach nett war, einen Tee trinken zu gehen und zu schwatzen.

Was soll ich sagen, ich kann es kaum erwarten, im Januar wieder hier zu sein – und dass, obwohl ich diesen Blogeintrag aus meinem Zimmer im Studentenwohnheim schreibe und so eigentlich noch gar nicht weg bin…

Im nächsten Trimester werde ich mich weiter auf die Methodenkurse stürzen – ich überlege, einen Fortgeschrittenen-Kurs in Regressionsanalyse zu belegen. Außerdem freue ich mich auf die weiteren vielen tollen Möglichkeiten, mich meinen Lieblingsthemen, die über meine Dissertation hinausgehen, zu widmen. Es gibt so viel mehr als das Europäische Parlament, aber psst!

Fazit

Ich vermisse die Leuphana Universität, das gebe ich gerne zu. Aber die LSE ist auch großartig – einfach mal neue Leute sehen, neue Perspektiven für meine Dissertation bekommen. Das ist der Grund, warum ich es nur empfehlen kann, während der Dissertation für ein paar Monate an eine andere Universität zu gehen – die meisten Unis heißen Besucher willkommen. Natürlich muss das alles im Zuge der Dissertation Sinn machen, aber dennoch.

Um noch einmal zusammenzufassen: Woche 10 des Trimesters ist vorbei – und Weihnachten steht vor der Tür! Fast jedenfalls. Wie auch immer, ich wünsche allen eine tolle Zeit mit viel Glühwein und Mince Pies (für die Briten)!

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